Al-Qaida - Texte des Terrors; eine wichtige Buchbesprechung von Gregor Keuschnig
Unter diesem und zwei weiteren Links bespricht Gregor Keuschnig das Buch von Gilles Kepel nebst Co-Autor, das ich aus gutem Grund auch in meiner Buchleiste verlinkt habe. Auf meiner Leseliste steht es im Moment etwas weiter hinten. wer nicht so tief in die Materie einsteigen will oder den leisen Verdacht hat, hier soll ein Hype entfacht werden, scheint mir mit Gregors Texten auch gut bedient. Mein Beitrag versteht sich auch als Ergänzung, nicht als Widerrede. In einem Vortrag, von dem ich einen Teil hier eingestellt habe, versuche ich, die religiösen und historischen Wurzeln der Bewegungen unter dem Schirm von al-Qaida darzustellen sowie die Bezugsdokumente auf der Zeitachse. Den ersten wesentlichen Text hat Abdullah Azzam verfasst: DEFENCE OF THE MUSLIM LANDS - The First Obligation After Iman Wesentlich an diesem Text ist, daß er von Abdulaziz bin Baz sozusagen "kanonisiert" wurde. Bin Baz ist eine wichtige Figur, denn erstens war er über lange Jahre immer in religiös wichtiger Funktion im Königreich tätig, zweitens hat er feste Beziehungen und Einfluß nach Ägypten, drittens war Juhayaman_al-Oteibi,
der Spiritus rector des Sturms auf die große Moschee von Mekka 1979.

Mich erstaunt, daß in dem Zeit-Text von nur fünf französischen Anti-Terror-Spezialisten die Rede ist, meiner Erinnerung nach waren es reguläre französische Fallschirmjäger. Wie dem auch sei, es wurde als allgemein traumatisch empfunden und bezeichnet einen religiösen Quantensprung hin zu einer Verhärtung (eigentlich nochmaligen Verhärtung) des saudischen Islam. Juhayman al-Oteibi war der erste, der seine Enttäuschung über die von ihm so empfundene Rückgratlosigkeit von Bin Baz gegenüber dem saudischen Königshaus öffentlich machte, worin ihm später Bin Laden folgte, der seine Enttäuschung in mehreren Briefen auch an andere Persönlichkeiten Saudi-Arabiens zum Ausdruck brachte. Quellen hier 1979 war für sehr viele Muslime das Schlüsseljahr: Einmarsch in Afghanistan, Sturm auf die große Moschee, Sturz des Schah, der - liest man selbst bei Betty Mahmoody über ihren Mann - der bei sehr vielen Muslimen die Frage nach der eigenen Identität stellte, die bei sehr vielen bis heute nicht beantwortete. Diese Texte konnten und können nur wirken, weil ihre Verfasser implizit den Anspruch stellen, auch als Erneuerer der Religion daherzukommen, was ja (s. Bin Baz) teilweise auch unterstützt wird. Soviel zunächst mal.
der Spiritus rector des Sturms auf die große Moschee von Mekka 1979.

Mich erstaunt, daß in dem Zeit-Text von nur fünf französischen Anti-Terror-Spezialisten die Rede ist, meiner Erinnerung nach waren es reguläre französische Fallschirmjäger. Wie dem auch sei, es wurde als allgemein traumatisch empfunden und bezeichnet einen religiösen Quantensprung hin zu einer Verhärtung (eigentlich nochmaligen Verhärtung) des saudischen Islam. Juhayman al-Oteibi war der erste, der seine Enttäuschung über die von ihm so empfundene Rückgratlosigkeit von Bin Baz gegenüber dem saudischen Königshaus öffentlich machte, worin ihm später Bin Laden folgte, der seine Enttäuschung in mehreren Briefen auch an andere Persönlichkeiten Saudi-Arabiens zum Ausdruck brachte. Quellen hier 1979 war für sehr viele Muslime das Schlüsseljahr: Einmarsch in Afghanistan, Sturm auf die große Moschee, Sturz des Schah, der - liest man selbst bei Betty Mahmoody über ihren Mann - der bei sehr vielen Muslimen die Frage nach der eigenen Identität stellte, die bei sehr vielen bis heute nicht beantwortete. Diese Texte konnten und können nur wirken, weil ihre Verfasser implizit den Anspruch stellen, auch als Erneuerer der Religion daherzukommen, was ja (s. Bin Baz) teilweise auch unterstützt wird. Soviel zunächst mal.
bigberta - 12. Apr, 20:05



























Ich habe...
Ich wiederhole mich gerne: Ihre Zusammenfassung ist sehr interessant und stellt - nach der Lektüre von "Texte des Terrors" - mehr als nur eine Ergänzung dar!