Update - Der TV-Tipp für dieses Wochenende: "Die Flucht"
Kann man sich entweder heute auf arte ansehen oder Sonntag und Montag im ersten.

Im Spiegel bekommt er keine gute Kritik, aber ich denke, dass er nicht nur deswegen wichtig ist, weil die Gattin des Medienmoguls Hubert Burda, Maria Furtwängler die Hauptrolle spielt: eine ostpreussische Adlige, die zwar, wie damals die Gräfin Dönhoff, hoch zu Ross aus ihrer Heimat flieht, aber definitiv nicht an Dönhoff angelehnt sein soll, was deren Erbverwaltern wichtig gewesen sei. Im Netz sind wieder die Neurotiker der Deutsche-Täter-sind-keine-Opfer-Abteilung unterwegs, und ich frage mich zum wiederholten Mal, was das Problem dieser Leute ist. Es muss sich wahrlich um den Aufstand der Schicksalslosen handeln, die sich, indem sie sich kannibalisch an die Seite der wahren Opfer wanzen, selber zu spüren versuchen. Ich finde es gut, dass man jetzt - jenseits von gegenseitigen Schuldzuweisungen auch diesen Teil der Geschichte betrachtet.
Wie ich noch in der Schule war, wurde das immer abgehandelt nach dem Motto: "die bösen Russen/Polen/Tschechen haben uns was weggenommen" und so mancher, der sich von Hitler hat belügen lassen, ließ sich jetzt zum zweiten Mal was vormachen. In den fünfziger Jahren hat man weder was davon gehört, daß die Amerikaner und Briten auf der Konferenz von Jalta die sowjetischen Gebietsansprüche abgenickt hatten, noch beispielsweise etwas darüber, daß die am Fließband gefällten 25-Jahre-Zwangsarbeit-Urteile gegen deutsche Kriegsgefange Ende der 40er Jahre mit den Alliierten abgesprochen waren, um der Sowjetischen Wirtschaft Arbeitskräfte zu sichern über die Zeit hinaus, die die Kriegsgefangenen offiziell behalten werden durften. Jedenfalls steht auch auf dem Shoa-Portal ein mitfühlenderer Artikel als ihn so mancher Vollhonk zustandebringt. Dieser Wikipedia-Eintrag mit sämtlichen Links erscheint mir auch empfehlenswert.
Ich hätte mich schlicht übergeben können, wie der depperte Langhans bei "Beckmann" mit seinem pubertären "Alles Mörder-"Gelaber um die Ecke kam, genauso, wie ich es widerwärtig finde, in Dresden mit Transparenten aufzulaufen "Bomber Harris do it again.
Ich denke, eine solche Rhetorik mißbraucht die deutschen Opfer genauso wie jene, die in Nemmersdorf oder sonstwo auf der Welt mißbraucht wurden.

Nach der Rückeroberung des Dörfchens durch die Deutschen wurden die Opfer auf Anweisung von Goebbels so drapiert.
Im Ausland, speziell in Russland, sieht man das längst wesentlich differenzierter. Ich wurde in Georgien von einem russischen Feldwebel angesprochen, der sich in Pskowin einem Verein engagiert, der sich um die Identifizierung sowjetischer und deutscher Toter kümmert, und die Schlachtfelder umgräbt. In der Nähe wurde nämlich 1941 die Rote Armee von der Wehrmacht eingekesselt (Wolchow), im Jahr 1943 ging es in der Kesselschlacht von Demjansk dann anders herum.Hier ein Beispiel für eine Städtepartnerschaft. Nun ja, wie Feldwebel Sizow, im Regiment "Megavolt" genannt (übrigens der Erfinder meines Nicknames, bolshaya bjerte, mit mir sprechen wollte, merkten er, die Dolmetscherin und der britische Luftwaffen(!!!)Offizier, der das interessiert verfolgte, daß ich zunächst verlegen war, weil ich nicht wusste, wie ich darauf reagieren sollte. Die ex-Sowjetbürger meinten dann, man könne doch die deutschen Soldaten nicht pauschal verurteilen - auch auf sowjetischer Seite seien mißbrauchte 18-jährige für eine Sache in die Schlacht gezogen, die schlußendlich dann doch nicht die ihre war. Der Onkel der Dolmetscherin war als "Stalin-Schüler" (Offiziersanwärter) in einer aussichtslosen Schlacht verheizt worden.
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23:55
Ich finde, das konnte man sich gut ansehen und die negative Kritik aus dem Spiegel teile ich nicht. Es war nichts einseitig und es war nichts relativierend. An den Schluss kann ich mich noch sehr gut selber erinnern: daß die Flüchtlinge eben nicht willkommen waren. Auch in Köln-Buchforst waren sie nicht willkommen (wie in ganz Köln nicht, und deswegen, wie in diesem Beitrag berichtet, haben die mehrheitlich evangelischen "Imis" auch bis 1965 auf ihre Kirche warten müssen. Eindrucksvoll fand ich die Szene, in der die Gräfin sich mit ihrem Schwiegervater in spe noch um die Treckerlaubnis bemüht, draußen am Galgen die Leute baumeln, die sich zu früh in Sicherheit bringen wollten, und die Uniformträger verbrennen die Akten und setzen sich ab, als das gemeine Volk noch mittels Fluchtverbot festgehalten wird (was ja andernorts genauso war). Hier kann man sich ein ausführliches Spiegel-Dossier downloaden, um einiges noch mal nachzulesen. ich denke, es lohnt sich - genau wie der Film.
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Samstag, 3. März, 17:28:
Zum Thema gibt es diese Woche noch einiges, das sich lohnt:
Sonntag auf ARD:
Die Flucht der Frauen
Dokumentation von Christian Wagner, BRD 2006
Beschreibung: Diese Reportage erzählt von drei Frauen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer ostpreußischen bzw. schlesischen Heimat fliehen mussten. Obwohl die Ereignisse mehr als 60 Jahre zurückliegen, löst die Erinnerung bei ihnen immer noch große Emotionen aus. Anita Motzkus, Vera von Lehndorff und Elisabeth Baronin von Maltzan werden nie vergessen können, welche Angst sie auf der Flucht hatten und welche Qualen ihnen das Verlassen der Heimat bereitet hat. Diese Erlebnisse begleiten die drei Frauen in ihrem Alltag und spielen auch im Leben ihrer Kinder und Enkel noch eine Rolle... Eindrucksvolles Porträt dreier Biographien, die eng mit der deutschen Geschichte verknüpft sind!
oder am Montag, nach dem 2. Teil von "die Flucht" um 21:45 auf ARD:
Hitlers letzte Opfer
Dokumentation von Sebastian Dehnhardt und Christia
Beschreibung: Im Herbst 1944 eroberte die Rote Armee nach und nach ihr Land zurück. Die Wehrnacht musste sich zurückziehen, hinterließ dabei aber nur verbrannte Erde, Chaos und viel Leid. Tausende von waren vor der Front in Richtung Westen geflohen – die größte Massenflucht der Geschichte nahm ihren Lauf... Insgesamt verloren 1,5 Millionen Polen und 12 Millionen Deutsch ihr Zuhause. Der Film der ARD berichtet eindringlich von den Hintergründen der damaligen Ereignisse und lässt Einzelschicksale lebendig werden.
Ach ja, Frau Christiansen beschäftigt sich morgen auch mit dem Thema.

Im Spiegel bekommt er keine gute Kritik, aber ich denke, dass er nicht nur deswegen wichtig ist, weil die Gattin des Medienmoguls Hubert Burda, Maria Furtwängler die Hauptrolle spielt: eine ostpreussische Adlige, die zwar, wie damals die Gräfin Dönhoff, hoch zu Ross aus ihrer Heimat flieht, aber definitiv nicht an Dönhoff angelehnt sein soll, was deren Erbverwaltern wichtig gewesen sei. Im Netz sind wieder die Neurotiker der Deutsche-Täter-sind-keine-Opfer-Abteilung unterwegs, und ich frage mich zum wiederholten Mal, was das Problem dieser Leute ist. Es muss sich wahrlich um den Aufstand der Schicksalslosen handeln, die sich, indem sie sich kannibalisch an die Seite der wahren Opfer wanzen, selber zu spüren versuchen. Ich finde es gut, dass man jetzt - jenseits von gegenseitigen Schuldzuweisungen auch diesen Teil der Geschichte betrachtet.
Wie ich noch in der Schule war, wurde das immer abgehandelt nach dem Motto: "die bösen Russen/Polen/Tschechen haben uns was weggenommen" und so mancher, der sich von Hitler hat belügen lassen, ließ sich jetzt zum zweiten Mal was vormachen. In den fünfziger Jahren hat man weder was davon gehört, daß die Amerikaner und Briten auf der Konferenz von Jalta die sowjetischen Gebietsansprüche abgenickt hatten, noch beispielsweise etwas darüber, daß die am Fließband gefällten 25-Jahre-Zwangsarbeit-Urteile gegen deutsche Kriegsgefange Ende der 40er Jahre mit den Alliierten abgesprochen waren, um der Sowjetischen Wirtschaft Arbeitskräfte zu sichern über die Zeit hinaus, die die Kriegsgefangenen offiziell behalten werden durften. Jedenfalls steht auch auf dem Shoa-Portal ein mitfühlenderer Artikel als ihn so mancher Vollhonk zustandebringt. Dieser Wikipedia-Eintrag mit sämtlichen Links erscheint mir auch empfehlenswert.
Ich hätte mich schlicht übergeben können, wie der depperte Langhans bei "Beckmann" mit seinem pubertären "Alles Mörder-"Gelaber um die Ecke kam, genauso, wie ich es widerwärtig finde, in Dresden mit Transparenten aufzulaufen "Bomber Harris do it again.
Ich denke, eine solche Rhetorik mißbraucht die deutschen Opfer genauso wie jene, die in Nemmersdorf oder sonstwo auf der Welt mißbraucht wurden.

Nach der Rückeroberung des Dörfchens durch die Deutschen wurden die Opfer auf Anweisung von Goebbels so drapiert.
Im Ausland, speziell in Russland, sieht man das längst wesentlich differenzierter. Ich wurde in Georgien von einem russischen Feldwebel angesprochen, der sich in Pskowin einem Verein engagiert, der sich um die Identifizierung sowjetischer und deutscher Toter kümmert, und die Schlachtfelder umgräbt. In der Nähe wurde nämlich 1941 die Rote Armee von der Wehrmacht eingekesselt (Wolchow), im Jahr 1943 ging es in der Kesselschlacht von Demjansk dann anders herum.Hier ein Beispiel für eine Städtepartnerschaft. Nun ja, wie Feldwebel Sizow, im Regiment "Megavolt" genannt (übrigens der Erfinder meines Nicknames, bolshaya bjerte, mit mir sprechen wollte, merkten er, die Dolmetscherin und der britische Luftwaffen(!!!)Offizier, der das interessiert verfolgte, daß ich zunächst verlegen war, weil ich nicht wusste, wie ich darauf reagieren sollte. Die ex-Sowjetbürger meinten dann, man könne doch die deutschen Soldaten nicht pauschal verurteilen - auch auf sowjetischer Seite seien mißbrauchte 18-jährige für eine Sache in die Schlacht gezogen, die schlußendlich dann doch nicht die ihre war. Der Onkel der Dolmetscherin war als "Stalin-Schüler" (Offiziersanwärter) in einer aussichtslosen Schlacht verheizt worden.
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23:55
Ich finde, das konnte man sich gut ansehen und die negative Kritik aus dem Spiegel teile ich nicht. Es war nichts einseitig und es war nichts relativierend. An den Schluss kann ich mich noch sehr gut selber erinnern: daß die Flüchtlinge eben nicht willkommen waren. Auch in Köln-Buchforst waren sie nicht willkommen (wie in ganz Köln nicht, und deswegen, wie in diesem Beitrag berichtet, haben die mehrheitlich evangelischen "Imis" auch bis 1965 auf ihre Kirche warten müssen. Eindrucksvoll fand ich die Szene, in der die Gräfin sich mit ihrem Schwiegervater in spe noch um die Treckerlaubnis bemüht, draußen am Galgen die Leute baumeln, die sich zu früh in Sicherheit bringen wollten, und die Uniformträger verbrennen die Akten und setzen sich ab, als das gemeine Volk noch mittels Fluchtverbot festgehalten wird (was ja andernorts genauso war). Hier kann man sich ein ausführliches Spiegel-Dossier downloaden, um einiges noch mal nachzulesen. ich denke, es lohnt sich - genau wie der Film.
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Samstag, 3. März, 17:28:
Zum Thema gibt es diese Woche noch einiges, das sich lohnt:
Sonntag auf ARD:
Die Flucht der Frauen
Dokumentation von Christian Wagner, BRD 2006
Beschreibung: Diese Reportage erzählt von drei Frauen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer ostpreußischen bzw. schlesischen Heimat fliehen mussten. Obwohl die Ereignisse mehr als 60 Jahre zurückliegen, löst die Erinnerung bei ihnen immer noch große Emotionen aus. Anita Motzkus, Vera von Lehndorff und Elisabeth Baronin von Maltzan werden nie vergessen können, welche Angst sie auf der Flucht hatten und welche Qualen ihnen das Verlassen der Heimat bereitet hat. Diese Erlebnisse begleiten die drei Frauen in ihrem Alltag und spielen auch im Leben ihrer Kinder und Enkel noch eine Rolle... Eindrucksvolles Porträt dreier Biographien, die eng mit der deutschen Geschichte verknüpft sind!
oder am Montag, nach dem 2. Teil von "die Flucht" um 21:45 auf ARD:
Hitlers letzte Opfer
Dokumentation von Sebastian Dehnhardt und Christia
Beschreibung: Im Herbst 1944 eroberte die Rote Armee nach und nach ihr Land zurück. Die Wehrnacht musste sich zurückziehen, hinterließ dabei aber nur verbrannte Erde, Chaos und viel Leid. Tausende von waren vor der Front in Richtung Westen geflohen – die größte Massenflucht der Geschichte nahm ihren Lauf... Insgesamt verloren 1,5 Millionen Polen und 12 Millionen Deutsch ihr Zuhause. Der Film der ARD berichtet eindringlich von den Hintergründen der damaligen Ereignisse und lässt Einzelschicksale lebendig werden.
Ach ja, Frau Christiansen beschäftigt sich morgen auch mit dem Thema.
bigberta - 3. Mrz, 17:30



























Köstlich, liebe Berta,
dass das thema speziell in rußland differenzierter betrachtet wird, sollte auch uns allmählich mit dieser vergangenheit die wie ein bleischuh an uns klebt abschließen lassen.
Warum dieser infantil gebliebene Schnarchlappen,