Pressehype 1: Die RAF, oder: Who the F*** is Christian Klar
Ist eigentlich was allgemein Wichtiges passiert?
Das Erste, was bei mir ankommt, ist, daß mit Ausnahme von Frau Obermeier, der niemand ernsthaft den gesunden bajuwarischen Geschäftssinn absprechen kann, sich die Protagonisten von damals noch immer genauso wichtig nehmen, wie im damaligen pubertären - und für ihre Opfer tödlichen Größenwahn. Den Äußerungen von Viett, Klar und sonstwem überhaupt Gewicht beizumessen, heißt, sie erst wichtig zu nehmen, wichtig zu machen. Denn die jetzige Hysterie bestätigt Klar, Viett und Co ja nur in ihrem Wahn vom "Politischen Gefangenen, genau, wie Herr Langhans sich mit Hilfe der Medien immer noch einbilden kann, er hätte was mitzuteilen.
Sie haben länger gesessen als Nazi-Verbrecher oder Triebtäter? Sorry, aber hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Und, warum bitte, gibt man diesen Herrschaften denn jetzt noch ein Forum?
Dem, was in diesem Beitrag steht:
Na, das ist eben eine andere Seite, eine andere Meinung und Sichtweise.
Mir geht es bei der Sache vor allem um den menschlichen Aspekt. Von diesen ganzen Hirnis, die das Thema, und damit das Schicksal dieses armen Kerls, jetzt für ihre - so oder so orientierten - propagandistischen Politreden missbrauchen, will ich nix wissen.
Der Mann, Christian Klar, hat 25 Jahre im Gefängnis gesessen. Für einen politisch motivierten Irrtum, der zudem damals noch in nicht zu unterschätzender Stärke vom herrschenden Zeitgeist mitgetragen und forciert wurde.
Und der is kaputt, der Mann, gebrochen (wie man in verschiedenen Interviews ja deutlich feststellen konnte). Wie im Falle Mohnhaupt, wäre es ein purer Akt der Menschlichkeit, ihn freizulassen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Diese Debatte wäre für mich mit der Umsetzung des Vorschlages von Antje Vollmer weiter auch hier lang zu beenden.
Hier ist die Technorati-Statistik:
Posts that contain Mohnhaupt AND Klar AND RAF AND Begnadigung per day for the last 30 days.

Get your own chart!
Aber das lassen gewisse Mediengranden wohl nicht zu. Ob es wirklich stimmt, was mir eine Berliner Medienfrau erzählt hat? Nämlich, dass es heute in der Medienszene noch wichtig ist, in welchem linken Splitter man damals war?
- Brigitte Mohnhaupt ist den Rechtsweg gegangen, hat ihre vorzeitige Entlassung auf Bewährung beantragt und kommt im März frei.
- Christian Klar hat um Begnadigung gebeten
- und noch zwei weitere könnten auch freikommen.
- die Rudi-Dutschke-Straße und
- die Verfilmung des Lebens von Uschi Obermeier.
Das Erste, was bei mir ankommt, ist, daß mit Ausnahme von Frau Obermeier, der niemand ernsthaft den gesunden bajuwarischen Geschäftssinn absprechen kann, sich die Protagonisten von damals noch immer genauso wichtig nehmen, wie im damaligen pubertären - und für ihre Opfer tödlichen Größenwahn. Den Äußerungen von Viett, Klar und sonstwem überhaupt Gewicht beizumessen, heißt, sie erst wichtig zu nehmen, wichtig zu machen. Denn die jetzige Hysterie bestätigt Klar, Viett und Co ja nur in ihrem Wahn vom "Politischen Gefangenen, genau, wie Herr Langhans sich mit Hilfe der Medien immer noch einbilden kann, er hätte was mitzuteilen.
Sie haben länger gesessen als Nazi-Verbrecher oder Triebtäter? Sorry, aber hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Und, warum bitte, gibt man diesen Herrschaften denn jetzt noch ein Forum?
- Hier - im Kommentar Volkes Stimme,
- Hier das Viett-Interview mit der "Freitag",
- Im Blog von Gregor Keuschnig wird über die "Grußbotschaft" von Christian Klar diskutiert.
- und hier das, was Christian Klar sonst noch meint.
- Hier der aktuellste Artikel aus der Jungen Welt.
- via.
Dem, was in diesem Beitrag steht:
Na, das ist eben eine andere Seite, eine andere Meinung und Sichtweise.
Mir geht es bei der Sache vor allem um den menschlichen Aspekt. Von diesen ganzen Hirnis, die das Thema, und damit das Schicksal dieses armen Kerls, jetzt für ihre - so oder so orientierten - propagandistischen Politreden missbrauchen, will ich nix wissen.
Der Mann, Christian Klar, hat 25 Jahre im Gefängnis gesessen. Für einen politisch motivierten Irrtum, der zudem damals noch in nicht zu unterschätzender Stärke vom herrschenden Zeitgeist mitgetragen und forciert wurde.
Und der is kaputt, der Mann, gebrochen (wie man in verschiedenen Interviews ja deutlich feststellen konnte). Wie im Falle Mohnhaupt, wäre es ein purer Akt der Menschlichkeit, ihn freizulassen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Diese Debatte wäre für mich mit der Umsetzung des Vorschlages von Antje Vollmer weiter auch hier lang zu beenden.
Hier ist die Technorati-Statistik:
Posts that contain Mohnhaupt AND Klar AND RAF AND Begnadigung per day for the last 30 days.
Get your own chart!
Aber das lassen gewisse Mediengranden wohl nicht zu. Ob es wirklich stimmt, was mir eine Berliner Medienfrau erzählt hat? Nämlich, dass es heute in der Medienszene noch wichtig ist, in welchem linken Splitter man damals war?
bigberta - 3. Mrz, 19:43



























Interessant, dass was
Für mich
Es ist richtig, wenn "V" schreibt, dass der politische Irrtum durch den damaligen Zeitgeist mit befeuert wurde: ich erinnere mich noch sehr genau daran, dass ich als Abteilungssekretätin bei den Ford-Werken in Köln geajobbt habe, als eines Tages mit der Hauspost die lapidare Mitteilung kam: Sie haben Ulrike! Verdammte Scheisse!!! JedeR wusste, welche Ulrike da gemeint war.
Fortsetzung folgt
Fortsetzung
Hier habe ich das von Frau Vollmer gefunden, worauf es *mir* ankommt:
Zugegeben,
Die Diskussion, ob der Terrorismus der RAF politisch motiviert ist, ist müssig - und schwierig. Bei einer Ulrike Meinhof waren definitiv politische Visionen im "Spiel". Ich erinnere mich an ihren Film "Bambule", der sehr gesellschaftskritisch war und - vor allem - an Reich-Ranickis Beschreibung in seinem Buch. Meinhof interviewte Reich-Ranicki wenige Monate vor ihrem Untertauchen, das Gespräch wurde immer intensiver und R-R dann später sinngemäss: Das war das erste Mal, dass sich jemand im Nachkriegsdeutschland für mich und meine Geschichte interessierte...
So mag es bei einigen Terroristen einen politischen Impuls gegeben haben (Dellwo spricht vom "Aufbruch"). Dieser war jedoch ziemlich schnell pervertiert. Den grössten "Gefallen" hat man der RAF dann gemacht, als man sie per se als eine Art "Staatsfeinde" betrachtete, und tatsächlich die demokratische Struktur gefährdet sah. Dadurch erhielten sie die Aufwertung, die sie wollten.
Ähnliches sehe ich jetzt bei Klar. Ich zweifle inzwischen, ob er tatsächlich ernsthaft an einer vorzeitigen Entlassung interessiert ist und sich nicht viel lieber als eine Art Märtyrer sieht.
Was Frau Vollmer angeht: Mir will nicht in den Kopf, warum offene Fragen, die vielleicht von den einsitzenden Häftlingen noch zu beantworten wären, nicht mehr gestellt werden sollen? Warum ist es gut, nie zu erfahren, wer Schleyer, Ponto oder sonstwen wirklich exekutiert hat? Würde man so in einem anderen Kapitalverbrechen auch vorgehen? Akte schliessen - Maul halten?
Übrigens zeigt die bisherige "Geschichte" der freigelassenen Häftlinge, dass es keinen "gewinnträchtigen Voyeurismus" gab. Ich kann mir auch, ehrlich gesagt, Christian Klar nicht bei Kerner vorstellen.
Ähnliches sehe ich jetzt bei Klar. Ich zweifle inzwischen, ob er tatsächlich ernsthaft an einer vorzeitigen Entlassung interessiert ist und sich nicht viel lieber als eine Art Märtyrer sieht. Ganz genau! Das trifft es, und das meinte ich auch, als ich oben vom Medienhype schrieb, Natürlich soll man die Fragen nach den Tätern stellen, aber man muss damit rechnen - und ich denke, Frau Vollmer als ehemalige "K"-Frau schätzt das genauso ein wie ich - dass die aus einem Bewusstsein von Kollektiv heraus auf dem Standpunkt stehen: "Wir haben alle mitgeschossen..." Im Geiste, wie bei Horst Wessel, aber aus dem Blickwinkel von damals stimmig. Und ich denke, die haben ihren Blickwinkel von damals nicht verlassen - wie denn auch, im Gefängnis.
Und pressewirksame "Geschichten" gab es von Anfang an:
Das Fräulein Sturm hatte 1971 ganz schön Presseecho. Das Highlight war ein Spiegel-Gespräch, aus dem, so glaube ich, das Foto stammt.
Later she would provide extensive details of the gang's inner workings.
Das war der Deal. Sie war nämlich die erste "Kronzeugin".
Das steht in der englischen Wikipedia:
Beate Sturm (born 1950), Holger Meins' protégé, was a physics student who briefly joined the Baader-Meinhof Gang in late 1970, probably for the same reasons Meins did (had grown weary of police harassment) but she also claimed she was trying to recreate the exciting world created in U.S. crime films. During her time with the Gang, Sturm was often selected to go into shops to buy things because it was believed that she was the one who looked the most bourgeois. On 20 December 1970, Sturm was nearly caught as she was travelling through Oberhausen with Karl-Heinz Ruhland and Ali Jansen when their car was stopped by police. Ruhland was arrested but she managed to escape along with Jansen.
A month later in January 1971, Sturm was scouting out banks in Kassel when she decided she no longer wanted to live a life of crime. She called home and subsequently left the Gang without ever having technically committed any crimes. She later provided detailed information about the workings and structure of the gang. Her codename was Jutta.
Und das passt nicht nur zu ihr:
she also claimed she was trying to recreate the exciting world created in U.S. crime films
Ja, genau. Und "Zugeben" musste sie einfach nichts. Das war der Deal: sie erzählt, was sie weiss, und gut isses. Papi sei dank. So, wie ich weiss, wurde sie, die eigentlich mal angetreten war, mittels ihrer Physikkenntnisse den Bayer-Konzern zu unterwandern (Papi's Arbeitgeber) Realschullehrerin.
Warum ich mich jetzt so ausgelassen habe? Weil sie für mich so ein Protyp des wildgewordenen Kleinbürgers ist, der sich anmasst über andere zu richten. Und sie musste auch nichts sagen - wieso eigentlich? Und das war für mich der "Sündenfall": Papi-Tochter durfte über ihre Verstrickungen schweigen und ist heute evtl. Beamtin, Klar und Mohnhaupt sollen reden? Da passt was nicht...
Naja...
Die Ankläger waren durch das Schweigen der Angeklagten gezwungen, Kollektivstrafen auszusprechen. So galt dann schon die "Mitgliedschaft" in der RAF zur tatbewährten Zeit als ausreichend, um sie der begangenen Kapitalverbrechen mitschuldig zu finden. Ich bin kein Jurist, fand das aber damals ein bisschen wie in der Schule, wenn man den Schuldigen nicht finden kann, dann werden alle bestraft. Andererseits gab es keine Alternative.
@berta
Normalerweise habe ich für linke Socken ein Elefantengedächtnis, sowohl privat wie beruflich
.........
Wenn ja, dann setz doch mal nen link zu der Story von damals, die ist doch irgendwo aufm Blog, sollte ich nicht dement sein.....
@ Gregor und Cleos
gedächtnis
dein zynismus ist nicht zu toppen liebe berta. allerdings wundert mich ,dass sie in de beamtenstatus aufgenommen wurde.
ich weiß von jungen lehrern dass sie ab einem bestimmten übergewicht NICHT verbeamtet werden.und es ist gar nicht
so viel kilo ,die man auf die waage bringen muß(und natürlich andere diagnosen).
als liebsche + fan im dunstkreis von herrn baader, ist es ein stolze leistung, beamtin zu werden. wie hat sie das angestellt?