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Genau!
Auch wenn ich im Moment nicht so häufig online...
bigberta - 8. Feb, 18:00
Alles klar...
vielen Dank. Dann muss ich wohl mit einem zweiten Blog,...
help - 16. Nov, 04:59
Applaus!!!
Das hätte ich jetzt nicht besser sagen können!...
bigberta - 4. Aug, 18:51
Ich denke, es handelt...
den Medienhype. Von diesem Ausschnitt kann man sicherlich...
bigberta - 4. Aug, 18:17
Du hast unbedingt recht,
und das ist mittlerweile ein Dauerthema...
bigberta - 31. Jul, 22:38

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Mittwoch, 30. August 2006

Gregor Keuschnig: Versuch über die Wahrheitsminister

Ein Hochgenuss:

...In einem Punkt ist Orwells Zukunftsphantasie längst Realität geworden: Die Wahrheitsminister sind unter uns. Sie sind so zahlreich und so mächtig, dass sie den Diskurs, das öffentliche Diskutieren kontroverser Themen seit Jahren, seit Jahrzehnten bestimmen. Das Philistertum der Wahrheitsminister ist nicht zu verwechseln mit dem, was man als (wissenschaftlich belegten oder moralisch erarbeiteten) Konsens bezeichnet. Wahrheitsminister begründen Wahrheiten über das konsensuelle einer Gesellschaft hinaus. Sie sind nicht nur die Türhüter, sie sind die Exegeten des Konsens. Sie interpretieren ihn aus, richten dabei über gut und böse, über richtig und falsch. Daumen hoch oder Daumen runter. Wahrheitsminister sind dabei nicht zu verwechseln mit dem vergleichsweise harmlosen Mainstream. Wankelmütig sind sie selten; nur die normative Kraft des Faktischen verleitet sie gelegentlich dazu, ihre Wahrheiten anzupassen.

Wahrheitsminister sind selten in Lobbys organisiert. Derartige Offensichtlichkeiten mögen sie nicht. Zusammenschlüsse wie die INSM beispielsweise bestehen aus Mainstream-Jüngern, die die Gewissheiten der Wahrheitsminister kaum tangieren.

Die Kriterien der Wahrheitsminister werden nicht hinterfragt – das gehört zu den von ihnen selbst erschaffenen Regeln. Wer es dennoch wagt, wird sofort diskreditiert; wenn notwendig auch ad hominem. Das feine, meist unsichtbare Netzwerk der Wahrheitsminister sorgt dafür, dass irgendein "Anti..."-Wort schnellstens die intellektuelle Reputation des Abtrünnigen guillotiniert. Dabei wissen sie, irgend etwas wird immer hängen bleiben. Ein "Anti..."-Wort (in ganz schlimmen Fällen auch ein "Pro..."-Wort) klebt wie eine Vorstrafe auf dem Delinquenten. Es verfällt nie; Bewährung wird nicht gewährt. Ausser, wenn sie selber fehlen (was selten publik wird, da ihr eigenes Leben sakrosankt ist). Dann erwarten sie das, was sie anderen verwehren...
Nicht nur grenzgenial, sondern gottähnlich: "Broderline-Persönlichkeit" und "Musterkombinat der Wahrheitsminister"... Read and Enjoy!

Mittwoch, 26. Juli 2006

380 Millionen Handy-Nutzer werden bestohlen - Teil 3, Boykottaufruf und Schluss

Daraus entspringt immerhin ehrliche Konkurenz, die unter anderem den Reiz stetiger Innovation und Verschlankung hat. Aber was sagen die Firmen (Huib verlinkt im Original auf einen Artikel der Financiat Times, der nur für Abonnenten erreichbar ist):
Ms Reding had initially proposed that, while abroad, consumers were charged the same price they paid to use their phones in their home countries. Operators argued this move would lead consumers to register with mobile phone groups abroad to benefit from lower fees.
Übersetzt: Ms Reding hatte ursprünglich vorgeschlagen, daß die Konsumenten, so sie sich im Ausland aufhalten. den gleichen Verbindungspreis wie in ihren Heimatländern bezahlen. Die Firmen hielten dagegen: das würde die Verbraucher dazu bringen, sich einen preisgünstigeren Vertrag im Ausland zuzulegen.

Na klar, zum Kuckuck noch mal! Das ist doch das Recht jedes Verbrauchers! Es wird hier offensichtlich, daß es gerade die Telekommunikationsfirmen sind, die - gegen alle Marktmechanismen - eine künstliche Parzellierung des Marktes aufrechterhalten wollen, um eine bestimmte Kundengruppe (namentlich diejenigen, die in einem kleinen Land wohnent, also viele Auslandsgespräche haben, in ihren überhöhten Tarifverträgen festzuhalten.

Die sogenannte "Vereinfachung", die nun ganz offenbar in Brüssel ausgebrütet wird, muß konsequent bekämpft werden.

Es sollte doch wohl eine europaweite Weigerung zustandezubringen sein, mehr als 10% extra zu zahlen. Sozusagen ein Konsumentenstreik zur Unterstützung der ursprünglichen Idee von Ms. Reding.

Und wie kriegen wir das auf die Reihe? Juristischer Beistand gewünscht! Ein Musterbrief, den jeder seinem Provider schickt? Mit Kopie an die europäische Kommission? Ein Komitee mit Bolkestein als Mitglied? Der war ja immerhin jener Europäische Kommissar, der die Banken gezwungen hat, sich von ihren transnationalen Tarifen in der Eurozone vollkommen zu verabschieden.

Vorschläge willkommen!

Dienstag, 25. Juli 2006

380 Millionen Handy-Nutzer werden bestohlen - Teil 2

Die Initiative der Kommission ist gut, mit einem Verbot dagegen zu halten, daß nicht das Gleiche passiert wie bei den Banken, die damals an ihren extra Tarifen für den Geldumtausch festhalten wollten - für den Umtausch von Euros in - Euros (!) bei transnationalen Geldgeschäften und Kreditaufnahmen. Damals war das Argument der Banken, daß dergleichen Tarife traditionell einen Teil ihres Einkommens ausmachten und deren Wegfall sie "arm" machen würde.

Wir alle konnten dann genau verfolgen, daß keine der Banken bankrott ging, nachdem die EU ihnen verboten hatte, weiterhin transnationale Geldgeschäfte oder Buchungen extra in Rechnung zu stellen. Man kann gegenwärtig mit einer ec-Karte mit "maestro-"funktion in Deutschland, Frankreich und Österreich ohne Extrakosten Geld abheben.

Es ist überdeutlich, daß dies auch mit internationaler Telefonie klappen würde. Aber was müssen wir feststellen? Die Telekommunikationsfirmen berufen sich auf die Regelungsfreiheit, nach der offensichtlich die, die auf dem Markt sind, das Recht zu haben scheinen, die Absichten der EU-Kommission zu unterlaufen. Lassen wir uns nun für einen Moment auf deren Argumentation ein, und akzeptieren wir deren axiom von der Selbstregulation des Marktes, sehen wir etwas Merkwürdiges: es ist nicht die EU, die an nicht-marktkonformen, verstörenden Grenzen festhält, sondern es sind die Telekommunikationsfirmen selber.

Allerdings: diese Grenzen sind absolut willkürlich und rechtfertigen keine Extraeinnahmen für die Provider - ganz bestimmt nicht, wenn sich das, wie bei den meisten, hinter und vor diesen Grenzen auswirkt. So kann ich beispielsweise in fast ganz Europa umherreisen, ohne daß mein Handy die Netze von Vodafone verlässt, die durch Proximus-Vodafone einprogrammiert wurden. Aber das bringt keinen Vorteil für mich - einen Vorteil hat nur Vodafone selber.

Dies ist ein Mißstand, der schnell ausgeräumt werden muß. Und somit haben wir ein Beispiel für etwas, wonach die EU nach dem Referendum-Debakel von 2005 ja so emsig sucht: etwas, dessen Vorteil der einfache Europäer deutlich im Portemonnaie spürt - und somit im Herzen.

Aber ach, sehen wir, was passiert: die (oder zumindest: einige) Firmen vollführen ein Trippelschrittchen in Richtung Verminderung der Roaming-Kosten und - die Financial Times vom 13.06.06 (nur für Abonnenten. BB) Kündigt zufrieden an, daß auch die Kommission jetzt dabei sei, ihren Antrag zugunsten der Telekommunikationsgesellschaften zu "vereinfachen".

Einfach strukturierte Geister wie der Verfasser fragen sich jetzt interessiert, was denn noch "einfacher" sein kann, als das "einfache" Abschaffen der zusätzlichen Roaming-Tarife, einfach so, wie die Kommission das anfangs auch vorhatte.
Tja, nun scheint eine solche Verinfachung eine schwierige Sache zu sein, deswegen sollen in Zukunft solche Verbindungen auch weiterhin dauerhaft 30% teurer sein als Inlandsverbindungen. Ein fauler Kompromiss, begründet durch "gesunde Wirtschaftsinteressen", die auf eine ungesunde Basis fußen.

Es ist ja nicht die Schuld der Konsumenten, daß - über Nationalstaaten, die daran Milliarden verdient haben - zu viele Konzessionen mit jeweils zu geringen Umfängen ausgegeben (verkauft) wurden.

Tatsächlich wird eine Marktbereinigung, die zur Zeit unter einer großen Zahl von Anbietern ja schon stattfindet, durch den Wegfall der hohen Roaming-Tarife als zusätzlicher Einkommensquelle beschleunigt. Aber seit wann haben denn die Markt-Gläubigen davor Angst? Und seit wann dürfen nur noch die Anbieter aus einer Bereinigung des Marktes ihre Vorteile ziehen und nicht mehr die Abnehmer?

Habe ich doch immer gelernt, daß die ungehinderte Freiheit des Konsumenten, sich aus gleichwertigen Angeboten das Vorteilhafteste Angebot herauszusuchen, der Motor, ja, geradezu die Seele eben jenes Marktes ist.

Fortsetzung folgt.

Montag, 24. Juli 2006

380 Millionen Handy-Nutzer werden bestohlen - Teil 1

Vodafone
Übersetzt aus dem niederländischsprachigen Blog von Huib Riethof:
In Europa Thuis, dessen Motto lautet:
Neuer Raum, Platzangst, neue Chancen. Sich an umgeschriebene Geschichte klammern. Eine neue Kraft-im-Werden auf der Weltbühne. Und wie die Europäer damit umgehen, besonders in den Platten Landen, den Niederlanden.


Hier ist der Beitrag: 380-millioen-eu-mobiel-gebruikers,
in dem Huib Riethof seine Erkenntnisse für seine niederländischen Leser zusammenfasst. Ich denk, daß die hier in Deutschland auch nicht uninteressant sind. Wegen der Länge gibt es wieder 3 Teile:
***********************************************************************************************************

In meinem Ur-blog, At home in Europe, habe ich über den Kampf um faire Handy-Tarife in Europa eine Serie gemacht . Hier folgt nun davon die Zusammenfassung.

Heute war in doppeltem Sinne ein Festtag: nachdem Vodafon, eine große Firma, die fast überall in Europa präsent ist, unter der Drohung einer gesamteuropäischen Regelung schon vor zwei oder drei Wochen angekündigt hat, seine "Roaming"-Tarife um 50% zu senken, folgen nun auch die anderen großen transnationalen Provider: Orange, T-one usw.

Was aber sind "roaming"-tarife?
Das sind besonders teure tarife, die Ihr Provider verlangt, wenn Sie im Ausland die Dienste eines dortigen Netzes in Anspruch nehmen, sei es, um anzurufen, sei es, um SMS zu verschicken oder zu empfangen.

Die meisten werden damit nur dann konfrontiert, wenn sie in die Ski- oder Sommerferien fahren. Es ist nervig, es ist teuer, aber - egal...
Große internationale Firmen haben ihre eigenes Firmentarife mit festen Rabatten für internationale Verbindungen wie GPRS, UMTS und G3,kleinere europäisch tätige Betriebe wie der des Abonnenten kommen dafür nicht infrage. Somit bezahlen wir zig Euros im Monat extra an "Proximus" (Besitzer: Belgacom und Vodafone) für "Roaming"-Verbindungen.

Haben Sie, so, wie wir, den Nachteil, in einem kleinen Land zu wohnen, haben Sie viel "roaming" und viel Extrakosten. Die europäische Kommission in Gestalt der Kommissarin für (mobile)Telefonie, Viviane Reding, beschäftigt sich seit dem vergangenen März damit, dagegen etwas zu unternehmen. Die überhöhten Handy-Tarife sind nämlich kompletter Unsinn. Hier steht, warum:

Mobile Telefonie (und mobile Datenübertragung) funktionieren fast so wie das Internet: wie ein Netzwerk von Netzwerken, über das, ohne menschliche Einwirkung, computergesteuerte Datenverbindungen aufgebaut, überwacht,abgebrochen und abgerechnet werden. Dabei ist es vollkommen unwichtig, welche Entfernung dabei überbrückt wird. Transnationale Verbindungen funktionieren nicht anders, wie Verbindungen zwischen Sub-Netzen in einem bestimmten Land. Die extra abgerechneten Kosten fußen somit nur auf den innerhalb traditioneller nationaler Territorien vergebener Konzessionen.

Die speziell für transnationale Verbindungen abgerechneten Tarife bilden ungefähr 15 bis 20% des "Gewinnes" der Telekommunikationsfirmen. Somit ist es verständlich, daß sie diese bequeme Einnahmequelle nicht gerne verschwinden sehen. Aber es ist genause verständlich, daß die Konsumenten genau davon die Nase voll haben.

Fortsetzung folgt.

Sonntag, 2. Juli 2006

Amerikanischer Patriotismus at it's best

Bei mir ist auch ein blog aus den USA verlinkt, The Red Fork Hippie Chick dessen Besitzerin, Emily, in einer Kleinstadt in den USA lebt. Das blog zeigt die USA, wie ich sie mag. Kluge Texte, schöne Bilder.

Deswegen will ich Euch hier mal mit einer Aktion zu Gunsten eines Motels bekannt machen, dem der Abriß droht. Text von Emily, Übersetzung von mir:

*********************************************************************************

Patriotische Pflicht

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An diesem 4.Juli-Wochenende kam ich auf die Idee, mal einen Vorschlag für eine positive, patriotische Aktion zu posten, der sich jeder von Euch zum Wohl unseres Landes anschließen kann.

Ich spreche nicht davon, sich den Marines anzuschließen oder auf eine "support-the-troops"-Kundgebung zu besuchen. Ihr könnt es hier und jetzt sofort machen. Im Schlafanzug. Am Rechner. Es wird 15 Minuten Eurer Zeit kosten.

Es gibt in Albuquerque an der Route 66 (Ihr wißt schon, die Route 66. BB) einen sehr schönen Gebäudekomplex ,bestehend aus einem Motel, einem Café und einer Tankstelle, dem jetzt die Abrißbirne droht.

(In seinen Glanzzeiten
postcard
sah das mal so aus. BB.)

Dieses Motel, die Horn Oil Co and Motor Lodge, verdient es aus mehreren Gründen, daß ihm die Abrißbirne erspart bleibt:

Zum ersten steht sie im "National Register of Historic Places". Der Eintrag in diese Liste ist eine Auszeichnung, die die Regierung Bauwerken verleiht, die für bedeutend erachtet werden, entweder historisch, kulturell oder architektonisch. Ich war es, die die Bewerbungen ausgefüllt hat, und - vertraut mir - das war nicht einfach! Die Bewerbung ist ein schiweriger und komplexer bürokratischer Prozess, der nicht nur eine ausgefeilte Bewerbung enthält sondern auch eine Menge von untermauernden Anlagen ((Briefe, Fotos usw.) und umfangreiche, ausführliche Stellungnahmen von aus verschiedenen Regierungsebenen. Steht also ein Anwesen oder Bauwerk im Nationalen Register, könnt Ihr drauf wetten, daß es das verdient.

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Zweitens: die carports befinden sich unmittelbar neben den Zimmern. Dieser Bautyp ist sehr selten, und wenn man ihn irgendwo findet, so kann man im Regelfall das Alter des Motels auf fünf Jahre genau eingrenzen. Diese Bauweise war in den späten 30ern und frühen 40ern sehr beliebt, doch danach nicht mehr - aus welchen Gründen auch immer. Es ist schon ziemlich cool, heute noch ein Gebäude zu finden, dessen carports noch intakt sind.

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Zum dritten hat es eine unübliche Kombination als Besonderheit, die man nicht oft im Zusammenhang sieht: Streamline-Moderne, (eine Spätform des Art-Deco, die ihren eigentlichen Höhepunkt Ende der 30er Jahre erreicht hatte. BB) und Pueblo Deco Style. (Ein Beispiel hier. BB)

Die Vorderfront des Gebäudes hat die abgerundeten Ecken, Glasbausteine und emporstrebenden Linien, die die Markenzeichen der Streamline Moderne sind, der Rest besteht aus den Kanten und ungebrannten Lehmziegeln, den gewichtig südwestlichen Einflüssen von New Mexico.

Das Gebäude scheint in einem guten Zustand zu sein und beherbergt zur Zeit mehrere Appartments und einen coolen, kleinen malt-shop (ein Lokal in dem amerikanische Mahlzeiten im Stil der 50er Jahre serviert werden, wie Hamburger, Pommes Frites und Milkshakes, der, so wie Emily gehört hat, auch Bio-Hamburger zu besonders niedrigen Preisen serviert).

Die, die sich für den Erhalt einsetzen, geben ihr Bestes, damit das Motel geöffnet bleibt.

Das Albuquerque Journal brachte letzte Woche einen Leitartikel, der im Wesenlichen die Bemühungen derjenigen lächerlich machte, die sich für den Erhalt dieses nationalen Schatzes einsetzen. Der Herausgeber behauptete, es gebe für den Erhalt dieses Bauwerkes kaum Unterstützung.

Das ist einfach nicht wahr, und das würde ich ihm gerne zeigen, indem seine Inbox überflutet wird mit Briefen, deren zentrale Aussage ist: "'The Horn' verdient etwas Besseres. Lasst es stehen."

Solltet Ihr wie ich denken, daß es unpatriotisch ist, einen nationalen Schatz zu zerstören, der einen handfesten Link in die amerikanische Geschichte bietet, dann opfert einige Momente Deines 4.Juli-Wochenendes (4. Juli ist der Unabhängigkeitstag und somit Nationalfeiertag) und lest die Hintergrundgeschichte, die Ron in seinem blog gepostet hat und schreibt einen Protestbrief an den Herausgeber, in dem Ihr Eure Unterstützung für den Erhalt dieses Bauwerkes erklärt.

Indem Ihr Eure Briefe abschickt, helft Ihr mit, ein Stück Amerikanischer Geschichte zu erhalten. an dem zukünftige Generationen sich erfreuen können. Wenn Ihr mich fragt, ist das eine großartige Art und Weise, den Vierten Juli zu begehen.

Also löst Euch mal kurz von Grill und Feuerwerken, um noch an diesem Wochenend ein kurzes Unterstützungsschreiben betreffend "The Horn" rauszuhauen. Ich habe genug Erfahrung mit solchen Briefkampagnen, um zu wissen, daß sie die Zeit wert sind, die man für sie aufwendet. Es fühlt sich gut an, zu wissen, daß man ein Stück amerikanische Geschichte bewahrt hat.

Emily

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Hinter diesem link nochmal das Formular für den Protestbrief.

Sonntag, 18. Juni 2006

Was Nettes: das Deutschenbild in den Niederlanden hat sich gewandelt

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Ja, auf den "großen Bruder im Osten" haben sie immer geschaut, die liebenswerten Menschen hinter den Deichen bwz. hinter Venlo und Groningen und sie haben Deutschland den Einmarsch 1940 und die Besatzung auch noch recht lange übelgenommen. Ich kann mich noch an meine Kindertage erinnern, als unsere Amsterdamer Verwandten für unser Auto immer eine Garage besorgen mußten, da die deutschen Autos in Amserdam immer in die Grachten geschmissen wurden:
"Wij wellen jullie hier niet!" oder meine Vater bei der - deutsch gestellten - Frage nach dem Weg so manches Mal anstelle einer Antwort ein entschlossenes "Rotmoff" zu hören bekam, was so viel bedeutet wie: "oben hui, unten pfui". Wobei man aber auch einräumen muß, wenn an der Nordsee in den schönen, sauberen Städtchen am Wochenende die Prolls aus dem angrenzenden Germanien aufliefen, hätte so mancher "Moff" sich am liebsten als Brite ausgegeben - wenn er denn Englisch gekonnt hätte und ihn die weißen Söckchen zu Shorts und Sandalen nicht verraten hätten. Meine Großtante hat jedenfalls mit ihrem Insistieren "ich bin eine gebürtige Tschechin" und den Widerstandsgeschichten so manche "sudetendeutsche" Kaffeetafel gesprengt...
Jetzt berichtet "Het Parool" über eine Umfrage, deren Ergebnis war: "Die Deutschen sind fast so nett, wie wir selber". (Für das Original auf das Bild klicken).
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Bier und Bratwurst. Dieses Vorurteil halten einige noch aufrecht, doch für den Rest haben die Niederländer ihr Deutschlandbild in den letzten 10 Jahren stark angepasst. Deutschland ist toll und die Deutschen sind beinahe so sympthisch wie wir selber.

Das geht aus einer Untersuchung des Wochenblattes "intermediair" hervor. Achtzig Prozent der Befragten sieht die Deutschen so, wie sie selber gerne gesehen werden wollen: nette, tolerante Menschen, die viel friedliebender sind als Franzosen oder Engländer. Beinahe die Hälfte will - abgesehen von Niederländern - gerne Deutsche als direkte Nachbarn haben.

Die Untersuchung wurde zwar durchgeführt unter achthundert bis 45-Jährigen mit höherer Schulbildung, doch eigentlich sieht kein Niederländer in Detuschland mehr den alten Feind, sagt Ton Nijhuis, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschland-Instituts der Universität Amsterdam.

"Das Bild des dicken, reichen Deutschen, der mit seinem Mercedes hier hin kommt und nur herumschnauzt, verblasst schnell. Nicht nur, daß wir die Deutschen positiv sehen, wir sehen sie auch noch positiver als ein Dutzend andere Länder."

Letzeres geht hervor aus einer Untersuchung, die die Deutsche Regierung am Vorabend der WM in Auftrag gegeben hat. In knapp 30 Länderen wurden Menschen gefragt, wie sie über Deutschland denken. Die Niederländer lobten dabei am Meisten.

Bis vor zehn Jahren hatten die Niederlande noch Probleme mit dem Calimero-Effekt.
sagt Niehaus. "Wir waren kleiner und ärmer als Deutschland und hatten in der Welt weniger Einfluß. Doch moralisch fühlten wir uns überlegen: Deutschland stand auf der anderen, der falschen Seite, und dort würde es auch bleiben.

Das veränderte sich nach 1995. "Da ging es den Niederlanden auf einmal richtig gut. Jeder hatte Geld wie Heu und es herrschte auf einmal ein enormer Optimismus. Gleichzeitig ging es Deutschland richtig schlecht. Mehr noch: die Deutschen rannten uns die Türe ein, weil sie wissen wollten, wie wir das alles auf die Reihe gekriegt haben. Sowas schmeichelt. Und dann ist es schwierig, einem Land, dem es so schlecht geht, weiter böse zu sein."

Auch durch die Erweiterung der Europäischen Union 2004 finden die Niederländer Deutsche auf einmal viel netter. "Auf einmal sehen wir, daß wir viel mehr gemeinsam haben mit den Deutschen als zum Beispiel mit Esten, Letten oder Polen. Und daß wir den Deutschen sehr ähnlich sind."

Schauen Deutsche denn jetzt auch anders auf die Niederlande als früher? Fakt ist, daß sie in der Nachkriegszeit immer viel positiver über uns dachten als wir über sie und daß sie gerne in die gemütlichen Niederlande in Urlaub kamen, aber auch, daß es noch etwas neben diesem Bild gab. "Bis vor ein paar Jahren waren wir für Deutschland noch das führende Land," sagt >Nijhuis. "Das Poldermodell war erfolgreich und unsere Autoren wie Noteboom und Mulisch waren es auch. Es wurde auf uns geschaut als das Vorbild in der Integrationspolitik."

Dieser Enthusiasmus ist in den vergangenen Jahren allerdings leicht abgekühlt. Nijhuis: "Das liegt unter anderem an den Morden an Fortuyn und van Gogh und daran, wie in den letzten Jahren hier bei uns die Mulitikultur-Debatte geführt wurde. Und die Deutschen hören und lesen über uns auch Dinge wie die Gründung einer Pädophilen-Partei und einen Aufklärungsfilm über die Niederlande für Einwanderer, in dem eine Frau mit nackten Brüsten vorkommt. Das hat sie etwas nüchterner gemacht gegenüber der Idee, daß unser Land eine Kuschelveranstaltung sei, in der alles möglich ist."
(c) Het Parool, 06.06.06

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