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Auch wenn ich im Moment nicht so häufig online...
bigberta - 8. Feb, 18:00
Alles klar...
vielen Dank. Dann muss ich wohl mit einem zweiten Blog,...
help - 16. Nov, 04:59
Applaus!!!
Das hätte ich jetzt nicht besser sagen können!...
bigberta - 4. Aug, 18:51
Ich denke, es handelt...
den Medienhype. Von diesem Ausschnitt kann man sicherlich...
bigberta - 4. Aug, 18:17
Du hast unbedingt recht,
und das ist mittlerweile ein Dauerthema...
bigberta - 31. Jul, 22:38

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BigBerta's Schreibblogging - eigene Texte

Sonntag, 19. November 2006

Was für ein herrlicher Kanzler!!!

Das habe ich letztes Jahr am 10.12.05 geschrieben.

Da der Link zu Putfile nicht mehr funzt, jetzt hier noch mal die Reminiszenz bei "Beckmann" am 30.10.:



Es kam jetzt in den Nachrichten, daß unser Herr Altbundeskanzler jetzt zusätzlich zu seinem Job beim Schweizer Ringier-Medienkonzern jetzt den Aufsichtsratsvorsitz der Gesellschaft übernimmt, die jetzt die Gaspipeline von Wyborg bis Greifswald baut, was in Polen und in den baltischen Ländern ja schon für erhebliche Unruhe sorgt:
Spiegel-Online
Manager-Magazin

Wenn einer einen guten Job bekommt, ist eigentlich nichts dagegen zu sagen, und wenn ein Herr Bütikofer von den Grünen jetzt auf einmal anfängt, sich öffentlich davor zu ekeln, ist das in meinen Augen die pure Heuchelei, denn, als die Regierung sich ihrer angeblichen politischen Leisetreterei befleißigte, saß "Grün" mit in der Regierung.
Auch, wenn man vor seinem Aufstieg aus kleinsten Verhältnissen sicherlich Respekt habe kann: Herr Schröder ist und war schon immer ein "Genosse der Bosse", was ja ansich nicht das Problem sein kann. Aber er steht für mich für einen Politikstil, bei dem alles eine Frage der Opportunität und des Preises ist.
Da brauchen wir uns über das Verhalten von 20suxx nicht zu wundern.

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Heute bekam ich folgendes zugeschickt, das ein update lohnt:

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"Schröder hatte sehr frühzeitig Kontakte tief in die Union hinein geschaffen – nicht nur zu Stoiber.

Einer seiner Emissäre war ein ehemaliger CDU-Bundesminister der Regierung Kohl. Er wurde unmittelbar nach der Wahl aktiv, um Merkel zu verhindern. Am 19. September, dem Montag nach der Wahl, sagte dieser Abgesandte in einem vertraulichen Gespräch mit BILD am SONNTAG: „Hier geht es nicht um ein Ministerium. Hier geht es um das Kanzleramt. Das kann eine Frau nicht. Das kann Merkel nicht. Das muss sie erst noch lernen. Wenn schon nicht Schröder für eine Übergangszeit Kanzler bleibt, dann muss Stoiber den Job machen." Stoiber sei dazu bereit."
zum ganzen Artikel hier lang.
Bild ist nicht die einzige Quelle.

Sonntag, 8. Oktober 2006

Die Moschee von Madsechela

Hier sind Die Bilder als flickr-slideshow. ein paar Fotos aus meinem Georgien-Einsatz, d.h., aus ein paar Urlaubstagen in Adscharien. Fiel mir so ein, weil meine Russisch-Lehrerin aus Georgien kommt.

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Und hier noch mal eine Buchrezension, es ging um dieses Buch:
(auf das Bild klicken), das ich auch schon mal a.a.O. empfohlen habe:
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Ich hatte ein paar Urlaubstage, und da bin ich zunächstg ein Wenig nach Tbilisi gefahren. Georgier mögen es garnicht gerne, wenn man Die persische Form, Tiflis, verwendet, weil die Stadt zweimal von den Persern in Schutt und Asche gelegt wurde. Da habe ich dann Leila kennengelernt, eine Journalistin, die beim georgischen Fernsehen arbeitet. Sie war mit vier Kollegen unterwegs, um in Adscharien, der muslimischen Provinz im äussersten Westen von Georgien mit der Hauptstadt Batumi.
Das Team hatte von seinem Sender den Auftrag, die Stimmung de Bevölkerung im muslimischen Landesteil zu erkunden. Als ich sagte, daß ich da sehr gerne mitfahren würde, haben sie beim Sender angerufen: Ob ich denn bereit sei, alle Bedingungen der Reise zu akzeptieren? Ich habe mal "ja" gesagt. Nun, um es kurz zu machen: was ich "akzeptieren" musste, war das die Fahrt mit dem Nachtzug von Batumi bis Tbilisi in einem Abteil mit den anderen zusammen Wohnen in einem Ferienhotel (offenbar auf Kosten des Senders) hoch über Batumi.
Am nächsten Tag sind wir dann zur Grenze gefahren, wo die Jungs und Mädchen dann andächtig in die Türkei hineinschauen, und die Kollegin von Leila seufzte: "Holen wir uns alles wieder..." - Später gelang es dem Team dann, Nationalisten zu treffen, für die die Landakrte Georgiens so aussieht:

nationalismus1

In Adscharien regierte damals der mittlerweile von Präsident Saakaschwili abgesägte Aslan Abaschidse, auf den wir während der gesamten Reise dann so manchen Tschatscha (georgischen Obstler) geleert haben - auf das Wiedererstarken des Islam übrigens auch. Abaschidse gerade die Autonomie Adschariens erklärt und wahrlich spaßige Grenzposten zwischen seiner Provinz und dem übrigen Georgien errichtet: seine "Polizei" stellte einfach Tische und Stühle über die Straße und kassierte Wegezoll. Was einen doppelten Effekt hatte: man hatte "Autonomie" demonstriert und Geld in der Kriegs- Kasse.

An der Grenze (3. Bild der slideshow) ging es ganz entspannt zu, die bestand, wie man am unteren Bildrand sieht, nur noch aus einem Jägerzaun mit einem Törchen. Was man auf dem Bild nicht sieht: die Grenze zur Türkei wurde zumindest teilweise durch den Fluss Madsechela gebildet. Jedenfalls teilte die Grenze zu Zeiten eiserner Vorhang das Dorf Madsechela in zwei Hälften und sie muß so schwer befestigt gewesen sein, wie der eiserne Vorhang. Die Gebiete um die heutige Grenze wechselten zwischen 1878 häufig den Besitzer, aber kulturell ist auch heute noch der türkisch-islamische Einfluss sichtbar:
Moschee_Batumi

Wie ich allerdings versucht habe, in die Moschee reinzukommen, durfte ich - obwohl vorschriftsmäßig bekopftucht und als Muslimin vorgestellt - nicht: Iswinitje, turezkaja, tradizija.... Wenigstens nicht musulmanskaja tradizija...
Kennzeichnend für die Verzierung der Moscheen von Adscharien ist der leuchtende Anstrich, der sich über die Jahrhunderte gehalten hat, und das sieht man auch an der Moschee von Madsechela, die den Bolschewistischen Sturm nur als Völkerkundemuseum übelebt hat, weil die pfiffigen Dorfbewohner ganz schnell das Minarett geschleift haben. Deswegen ist auch das Innere noch gut erhalten, birgt allerdings auch einiges an Sowjetidentitätsstiftung:

Bolschwismus

Von dem Bild der entschleierten Frauen (sorry für die schlechte Qualität), kann man sich vorstellen, daß es in der entsprechenden Kampagne der Sowjets eine Funktion gehabt haben könnte, die die Sowjets Mitte der zwanzige Jahre recht rabiat durchführten. Hier auch nochmal der Text der Antrittsvorlesung von Jörg Baberowski.
Wenn man sich mit dieser und ähnlichen Kampagnen beschäftigt, kann man sich vorstellen, wieso die Deutschen in diesen Gefilden zunächst als Befreier begrüßt wurden (über die Unsäglichkeit, alle Rotarmisten, die unter Hitlers Fahnen gegen Stalin kämpften, pauschal als "Antisemiten" zu diffamieren, werde ich noch mal gesondert was schreiben...), hatten Sie doch in ihrem Programm das Versprechen, Religion und Tradition wieder einzusetzen und die Moscheen wieder zu öffnen.)

Aber in allen ehemaligen Sowjetrepubliken ist weiterhin der "große Vaterländische Krieg identitätsstiftend, wie man an der rechten Seite diese Fotos sieht. Die Bewahrung und Wiederbelebung des nationalen Erbes ist sicherlich positiv, nur schade, daß sie gegen etwas geschieht, gegen den ehemals "Großen Bruder" nämlich.

Mittwoch, 2. August 2006

Watt et nitt all jitt, oder kann mir mal einer erklären, was Antideutsch ist?

Da habe ich wohl einiges nicht mitbekommen. Das letzte Mal, als ich etwas hörte, was mir "antideutsch" vorkam, war vor der "Vereinigung", als einige ausländische Politiker solche possierlichen Sachen sagten, wie: "Ich liebe Deutschland so sehr, daß ich am liebsten zwei davon hätte...". Und ich dachte, daß man das mittlerweile entspannter sähe. Kurzum, ich hielt es für eine Geburtswehe der Wiedervereinigung.

Mit seltsamen Gestalten, die von einem Deutschland in den Grenzen von wasweißich träumen, hatte und habe ich sowieso nichts gemein, ich war nie "stolz ein Deutscher zu sein", denn "stolz" kann man ja nur auf etwas sein, was eine eigene Leistung ist - und daß ist die Staatsbürgerschaft, in die man hineingeboren ist, gewißlich nicht.
Stolz war ich, als ich wieder 12km gelaufen war, ich war stolz, als ich meine Französisch-Prüfung geschafft hatte, mein Staatsexamen, meine Promotion, stolz auf meine erste Veröffentlichung, mein erstes Salatdressing. Tja.

Und "Antideutsch" hatte ich auch erst bei einigen meiner Geschwister im Islam verortet, in Kombination mit "Kafirun", "Werteverfall", Kumpane der "Zionisten", Biersaufen, Schweinefleischfressen, Nackt herumlaufen, sich hemmungslos begatten, Schwule akzeptieren -- bäh!

Oder bei meiner Großtante Elfriede, mit ihrer Familie aus Aussig/Usti nad Labem als österreichische Migrantin nach Krefeld gekommen. Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches bekam die ganze Familie Löbel tschechische Pässe und aus der tschechischen wechselte Tante Elfriede nach Amsterdam in die niederländische Staatsbürgerschaft und die Arme von Onkel Hendrik. Die übrige Familie wurde "sudetendeutsch". Tante Elfriede gewöhnte sich das Rauchen von van Nelle's Halfzwaar an und einen Akzent, stärker als der von Rudi Carell, half mit Onkel Hendrik während der Besatzungszeit beim Verstecken und Außer-Landes-Schaffen von Juden. Außerdem wurde sie zur Hard-Core-Royalistin. Naja, ex-Habsburg...

Wenn sie dann Jahre später bei einer Familienzusammenkunft nach einem Schluck aus der mitgebrachten Thermoskanne - sie fand deutschen Kaffee nur noch ungenießbar - und einem tiefen Zug aus ihrer Zigarette verkündete: "Ich bin stolz darauf als Tschechin nie so tief gesunken bin, einen deutschen Pass zu haben...", kam Stimmung auf. Außerdem hatte sie einen Wohnwagen.
Tante Elfriede war für mich ein Beispiel von legitim antideutsch, zumal ich sie als Teenie in Amsterdam besuchen durfte, machen durfte, was ich wollte und von ihr großzügig mit Snoepjes und Tabak versorgt wurde. Außerdem brachte sie mir Niederländisch bei. Ja, so antideutsch zu sein, mit Rudi-Carell-Akzent, Snoepjes, Tabak und sonnigen Tagen in Amsterdam oder am Afsluitdijk, das fand ich legitim.
Onkel Hendrik war nach meiner Erinnerung nicht antideutsch, rauchte nicht und mümmelte auch nicht den ganzen Tag Snoepjes. Außerdem war er dafür zuständig, wenn meine Eltern ebenfalls in Amsterdam waren, eine Garage zu suchen, damit nicht - ganz antideutsch - unser Auto in den Grachten landete. Aus antideutscher Empfindung. Fand ich legitim, aber lästig. Hat sich aber, zumindest, was die Niederlande angeht, mittlerweile erledigt.

Als ausgesprochen antideutsch wurde auch empfunden, als sich mein Pappa als Soldat im 2. Weltkrieg mit einer Bulgarin verlobte. Das endete für ihn mit 30 Tagen Arrest und einem Himmelfahrtskommando, an desssen Ende er sich dann in sowjetischer Kriegsgefangenschaft kam und - als die Urkunde "Gefallen für Großdeutschland" mit einer resignierten bulgarischen Fast-Witwe, die sich dann mit dem gefallenen Verlobten abfand und in Prag einen anderen heiratete.

1968 fanden wir dann sowas antideutsch und verdammt cool: Gudrun Ensslin beim Kaufhausbrandprozess. Leider ist das verlinkte audio-file nicht das Original (falls das jemand auftreiben kann, wäre ich echt dankbar...)

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Hier der leider nur nachgesprochene Text

Ich habe es noch im Ohr, wie die Stimme dann überschnappte, und schon damals, zeitnah, aber erst recht später, als man versuchte, den Phänomen RAF nahe zu kommen, waren sich die meisten einig, daß wohl die Ablösung vom Vater nicht geklappt hat. Und ich denke, daß bei dem inquisitorischen Nachfragen eine ganze Menge Ablösung dabei war - und eine ganze Menge Arroganz. Mein Vater hat sich diesen überheblichen Rechtfertigungsanspruch genauso verbeten, wie Pfarrer Ensslin.
Natürlich laberten wir von "Tätervätern", aber eigentlich wollten wir uns nur von den unsrigen absetzen.

Antideutsch hieß damals: es degoutant zu finden, wenn wir im Sportunterricht mal wieder wie "Glaube und Schönheit", keulenschwingend durch die Turnhalle gehampelt sind. Wenn die gleichen damals 50-jährigen Damen, die dieses Körperertüchtigungsprogramm mit uns durchzogen, im Sommer zum Zwecke der Versöhnung in irgendeinem Kibbuz zum Orangenpflücken gewesen waren, wurden die Keulen beiseite gelegt, und wir mußten stattdessen etwas zelebrieren, was wohl ein Israelischer Kreistanz sein sollte, unter Absingen von Hava Nagila Hava... Ich glaube, ich kann den Text heute noch. Ja, und das Orangenpflücken, die Bilder aus der Knesset und die Philharmonie von Haifa(?) kamen dann nochmal auf Englisch und Französisch. Von den ehemaligen BDM-Maiden. Was gab es sonst noch? Löwenthal, Kerzen zu Weihnachten und Pakete hin und her.

Danach war "Nation" lange kein Thema. Bis zur "Wende". Ich weiß noch, wie die Kameraden "West" ziemlich fassungslos waren, als die Kameraden "Ost" auf die Frage: "Hättet Ihr auf uns geschossen?" mit "Ja" antworteten. Im "Westen" galt die Frage als moralisch relativ schwierig. im "Osten" überhaupt nicht.
Tja, und in die Wende-Euphorie mischten sich dann solche Töne: Deutschland, halt's Maul.

Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 12. Juli 2006

Das update vom update: von Fallaci inspiriert - die Rattenmetapher kommt im Mainstream an.

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Es ist ja sowas von logisch...

Bei meinem Schluss-Spaziergang stoße ich im blog von Telegehirn
auf dieses Fundstück. Passt. Nicht auf die Italiener an-und-für-sich, aber auf die von mir beschriebene Tendenz die hinter dem Franzosen-bashing steht.

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Anscheinend alle, die die vergangenen 4 Wochen nicht zu Wort gekommen sind, und sich jetzt ihr Schüppchen Aufmerksamkeit abholen: erst "Südafrika", dann der unsägliche Signor Calderoni und jetzt die Materazzologen.

und hier kann man mit Zizou ganz viele Materazzis abschießen (Auf das Bild klicken):

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via Politikcity

Die Vergabe der Weltmeisterschaft 2010 an Südafrika droht zum peinlichen Desaster für den Weltverband FIFA zu werden.

Hinter den Kulissen wird ernsthaft diskutiert, dem Land am Kap der Guten Hoffnung die WM zu entziehen und einen Ersatzausrichter in Stellung zu bringen.

Als heißester Anwärter gelten die USA, aber auch Deutschland als Ausrichter der überaus erfolgreichen WM 2006 gilt als mögliche Alternative, wenn auch nur mit geringen Chancen.

Denn allen guten Vorsätzen zum Trotz rennt Südafrika vier Jahre vor dem Turnier seinem Zeitplan meilenweit hinterher. Das gilt für den Bau und die Modernisierung der Stadien, aber vor allem für die landesweite Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Der komplette Artikel

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Also ich fände das katastrophal. Man sollte zusammenlegen, damit das hinhaut - oder?

Dienstag, 11. Juli 2006

Tante Berta's newsticker. Klinsi zurückgetreten.

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Tja, ich kann's verstehen.Frontal 21 hat heute noch mal nachvollzogen, wie die alle gegen ihn zu Felde gezogen sind, oder, wie der Moderator sagte, die, die ihm früher in die Knie getreten sind, rutschen heute auf denselben um ihn herum. Wie hieß das doch: Franz macht Klinsi platt oder hier: Wutrede. (man sollte sich eventuell mal ein paar Highlights abspeichern). Auf diesem Hintergrund absolut nachvollziehbar. Welch ein Kontrast dazu die Reaktion der Franzosen und ihres Präsidenten auf Zidane. Hat jemand die Phantasie, sich vorzustellen, was passiert wäre, wenn - ich sach' ma' - Thorsten Frings (oder noch besser einer von den "Negern" oder "Polen") den Deutschen die WM mit so einer Kopfstoßnummer versaut hätte? Der müßte doch jetzt unter Polizeischutz leben.

Insofern nochwas zum Lernen für Deutschland. Garnicht mal verkehrt.

Und hier die Bild von heute. Watt fürne Heuchelei...

Update: Jetzt wissen wir es ganz genau: Frankreich hat verloren wegen "Negern und Kommunisten"

Genau die unten kritisierte Einstellung scheint jetzt in der Politik Italiens zumindest am Rand angekommen zu sein. Der wegen eines T-shirts mit einigen der "Mohammed-"Karikaturen gefeuerte Minister Roberto Calderoli, immerhin noch als "Spitzenpolitiker" apostrophiert, weiß es genau:

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"Neger und Kommunisten": WM-Finale führt zu Verwicklungen

Rom (dpa) - Nach dem WM-Sieg der Azzurri ist es zwischen Italien und Frankreich zu diplomatischen Verstimmungen gekommen.
Roberto Calderoli
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Der italienische Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Lega Nord, Roberto Calderoli, beschimpfte die französische Elf jetzt als "Mannschaft ohne Identität".

Italien habe gegen ein Team gewonnen, "das um der Ergebnisse willen die eigene Identität verloren hat, indem es Neger, Moslems und Kommunisten aufgestellt hat", erklärte der Politiker, der schon früher mit seinen Provokationen in die Schlagzeilen geraten war.

Italien sei in Berlin hingegen mit einer Mannschaft angetreten, "die sich aus Lombarden, Kampaniern, Venetiern und Kalabresen zusammensetzt - ein Sieg für unsere Identität", sagte Calderoli.

Hier ist der ganze Beitrag.

Na klar, völlig vernegert, die Franzmänner. Fing ja hier schon an:
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Man darf gespannt sein, wie das weitergeht.

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Eigentlich müsste ich ja jetzt mit meiner italienischen Nachbarin den Azzuri die Daumen halten. Hat sie mir doch erzählt, als sie nach dem Spiel mit einigen Landsleuten hier in der Stadt war (im Azzuri-Shirt), seien sie von frustrierten Deutschen angerempelt worden und hier auf dem Bahnhof seien italienische Flaggen verbrannt worden. Sie war total geschockt und ich auch. Mittlerweile bekommen die Italiener leider auch Beifall von der falschen Seite:
wm
Hier versucht ein verwirrter Schweizer gegen die Mehrheit der User einen antideutschen Thread am Laufen zu halten.

Aber das ist nicht der einzige Grund. Ich hatte ja schon mal berichtet, daß gewisse übelriechende Kreise die alten Vorwürfe gegen Frankreich ganz offensichtlich wieder aufleben lassen:
zidane01
hier (das Remove entfernen): http://www.anonym.to/?http://myb_Remove_log.de/kewil/art/3936883/#comm

Das hat, wie ich ja schonmal ausführte, historische Tradition:
poilu_noir
Mit solchen Bildern wurde nach dem 1. Weltkrieg gegen die Anwesenheit französischer Truppen im Rheinland gehetzt. Ihre Kinder wurden als Rheinlandbastarde diskriminiert und zwangssterilisiert. Das Besondere Kennzeichen Neger wurde oft gleichzeitig mit Bolschewismus und übersteigerter Sexualität deliriert.
Hier der Vollständigkeit die Meinung von Monsieur LePen.

hier noch eine kurze Leseprobe aus obigem blog, der zeigt daß es nicht nur gegen "Neger" und "Musels", sondern auch gegen Polen geht:
zidane02

Offenbar haben Klose und Podolski es in den Augen dieser Leute nicht auf die Volksliste geschafft.

Leider ist dieser Dumpf-Rassismus mittlerweile im Mainstream angekommen.

Dazu die NPD via SpOn
"Überall keimt die schwarzrotgoldene Sumpfblüte des Patriotismus auf, gedeiht im Morast der bundesrepublikanischen Gesellschaft und durchseucht langsam sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens" - fabuliert ein "bekennender Nationalsozialist".
Der von seinem Volk zutiefst enttäuschte NPD-Ideologe Gansel schlussfolgert ekelhaft rassistisch, aber sonst ganz richtig:
"Der Fußball-Patriotismus integriert in der Tat jeden, dessen Deutschkenntnisse ihn dazu befähigen, bei irgendeinem Migranten ein schwarzrotgoldenes Tuch zu erwerben. Was mit der Schwarzenparade im Weiß der Nationalelf vorexerziert wird, klappt auf der tanzenden Straße sowieso. Hier werden selbst Neger zu deutschen Patrioten."
So weit also haben wir es gebracht. Nazis hassen einen fröhlichen weltoffenen Patriotismus wie der Teufel das Weihwasser.
Wunderbar.


Deswegen halte ich jetzt Frankreich die Daumen, den blancs,blacks,beurs.

Sonntag, 9. Juli 2006

Update - Tariq Ramadan: Manifest für ein neues Wir oder: der Geisterfahrer der euro-islamischen Reformation

via anaximander:

der umstrittene "Refom-Islamist" Tariq Ramadan ruft mit dem "Manifest für ein neues Wir" zur "Versöhnung" zwischen Mehrheitsgesellschaft und Muslimen auf. Der Schlußabschnitt lautet:

Eine Revolution des Vertrauens und der Zuversicht, die Geburt eines neuen "Wir" durch nationale Koordination lokaler Initiativen: So sollten die Konturen verantwortungsvoller Selbstverpflichtung aller Bürger aussehen. Denn sie erheben Anspruch auf die Vorzüge einer Ethik, die sich auf die Bürger gründet; denn sie wollen die kulturelle Vielfalt des Westens fördern; denn sie alle wissen, daß deren Überleben von einem neuen Verständnis politischer Kreativität abhängt. Die Bürger werden sich langfristig engagieren müssen, weit über die Wahltermine, die die Politiker paralysieren und innovative, mutige politische Strategien verhindern, hinaus. Wenn der gewählte Repräsentant sich nirgendwo mehr hinwenden kann, wenn er seine Ideen nicht mehr in die Realität umsetzen kann, fällt es den Wählern zu, den Bürgern, vollen Anspruch auf ihre Ideale zu erheben und sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Anaximander fragt sehr richtig: "Wer traut Tariq Ramadan", und ich frage mich, was mich an diesem Text schon wieder stört. Ganz klar: da fehlt mir wieder was: erstens spreche ich Herrn R. ab, für alle Muslime zu sprechen, zweitens kommt bei mir wieder ganz subtil ein anklagender Ton an, drittens vermisse ich Hinweise auf das ganz konkrete sich-einbringen in die westliche Gesellschaft, die hier und jetzt schon tausendfach passiert, viertens die positive Bilanz - und die gibt es, von beiden Seiten! Die Grundbotschaft ist weiterhin:

Eigentlich ist alles so schrecklich!
Insgesamt trennt der Text weiterhin, wo er zu verbinden vorgibt.

Möglicherweise ist das jetzt der richtige Zeitpunkt, um das Buch des libanesischen Christen und Islamwissenschaftlers Ralph Ghadban zu empfehlen.

Ghadban ist arabischer Muttersprachler und hat somit den Vorteil, das Gesamtwerk Ramadans und nicht nur die englischen und französischen Texte heranziehen zu können.

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Ghadban weist in diesem Buch nach, daß Ramadan zur Denkrichtung der "Salafi-Reformer" gehört, und sich nie vom Denken seines Großvaters, Hassan el-Banna und seines Vaters Said gelöst hat und zur Entwicklung seines Gedankengebäudes eine zumindest äußerst verkürzte philosophische Methode anwendet. Ghadban bringt das auf den Punkt (S.159ff):

Ramadan lehnt die freie Anwendung der Vernunft ab.

Er spricht stattdessen von

Intelligenz und Intellekt als unerlässlicher Voraussetzung der Religion...Diese Doktrin ... hat sich gegenüber der Theologie durchgesetzt und auf ein Dogma festgelegt...hat eine Mauer um die Urquelle der Offenbarung, den Koran aufgebaut, die Mauer der sekundären Texte...

Ghadban schreibt weiter, daß Ramadan seine Philosophie hauptsächlich auf diejenigen Klassiker stützt, die Analogschluß und Nachahmung gegenüber dem freien Denken favorisieren. Er schreibt weiter (S.161):

Ramadan ist gegen die Aufklärung und erkennt weder Menschenrechte noch die Trennung von Staat und Religion an. Diese sind Zeugnisse der menschlichen Vernunft und daher eine Verletzung des Rechts Gottes. Alles nicht grundsätzlich Islamische ist abzulehnen, deshalb akzeptiert er die herrschenden Bedingungen, wie die Deklaration der Menschenrechte und die Verfassungen nur auf der Basis des islamischen Rechts.

Und das Wichtigste:

Für die Muslime geht es im jetzigen Kontext - um die Terminologie Ramadans zu verwenden - darum, sich eine Präsenz und eine Anerkennung zu verschaffen.

Um dann Europa zu islamisieren.
Dann wäre der Text eine Beschreibung des Weges dahin.


Nachtrag vom 9. Juli, 18:10

via Laudazio von Politikcity

hier ein Artikel aus Telepolis: Tariq Ramadan, der Geisterfahrer der euro-islamischen Reformation.

Udo Wolter bespricht das Buch von Ralph Ghadban nochmals intensiver - und empfiehlt es ebenfalls. Er weist auch noch auf das Angebot der Friedrich-Ebert-Stiftung hin, auf deren Internetpräsenz Das Einleitungskapitel zum Download bereitsteht.

Lesebefehl!, Ausdrücklich!

Was ich in diesem Zusammenhang bislang versäumt habe - jawohl versäumt! - will ich jetzt unbedingt nachholen:

Es gibt bei der Bundeszentrale für Politische Bildung eine Reihe mit 8 Modulen übe unterschiedliche islamische Themen, eine wahre Fundgrube, die man für kleines Geld bestellen kann und an der nach meinem Eindruck Ralph Ghadban ebenfalls federführend mitgearbeitet hat.

Und hier lohnt sich ein BlKlick immer.

Donnerstag, 6. Juli 2006

Das Kopftuch schon wieder

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Akuter Anlass: Necla Kelek und Alice Schwarzer haben sich mal wieder zu diesem "islamischen" und "islamkritischen" Dauerbrenner geäußert, möglicherweise auf eine neue Initiative des Zentralrates der Muslime - wohlgemerkt, nachdem in Nordrhein-Westfalen ein Gesetz veröffentlicht wurde, das vollmundig als "Berufsverbot" für kopftuchtragende Lehrerinnen bezeichnet wurde. Ganz abgesehen davon, daß ich es mit Königin Rania von Jordanien halte, die ebenfalls das Kopftuch nicht für eine islamische Pflicht hält, und die bereits vor Jahren wegen dieser Stellungnahme in der englischsprachigen Zeitung Arabtimes reichlich Schelte bezog. An dem entsprechenden Artikel hingen seinerzeit, ich glaube 100 comments dran, der "schlimmste" Vorwurf an sie, daran kann ich mich noch erinnern, war, sie trüge in der Öffentlichkeit Badeklamotten. Wie verderbt, bäh! Für mich persönlich lehne ich ein Kopftuch außerhalb von Moschee und Gebet ab. Punkt. Beim Sport sowieso.

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und was einen dazu bringt, sowas ernsthaft als Badeanzug vorzuschlagen - ich weiß es nicht.
Hier ist der ganze Katalog.

Daß es in einer gewissen islamischen Szene eine durchaus negative Einstellung zu diesem Land gibt, ist unbestreitbar. So jemand hat aus meiner Sicht im öffentlichen Dienst nichts zu suchen, und das ist dann auch keine Frage mehr von Kopftuch oder nicht. Wenn jemand von sich gibt, sie fühle sich hier wie "vor dem Holocaust", ist das unerträglich. Ich war im Ausland im Dienst und es kam eine Sendung von BBC-worldnews: "Religiöse Verfolgung in Deutschland". Frau Ludin auf'm Gebetsteppich. Eine solche Einstellung ist für mich mit dem Beamtenstatus nicht vereinbar. Ob mit oder ohne Kopftuch.

Mit dem korrespondiert das oben verlinkte Gegacker von Frau Kelek und Frau Schwarzer. - So Frau Schwarzer:
Das Kopftuch ist die Flagge des Islamismus. Das Kopftuch ist das Zeichen, das die Frauen zu den anderen, zu Menschen zweiter Klasse macht. und: vergleichbar mit dem Judenstern. Frau Kelek: SPIEGEL ONLINE: Gibt es nicht auch Frauen, die sich freiwillig für das Tragen eines Kopftuches entscheiden?
Kelek: Wenn Menschen sich freiwillig zu einem faschistischen System bekennen, dort glücklich und davon überzeugt sind, dann kritisieren wir das doch auch und sehen den gesellschaftlichen Kontext.

Hallo, geht es noch? Kopftuch gleich Nazi, gleich Judenstern?

Was ich insgesamt zum Kopftuch zu sagen habe, kann man hier nachlesen.
Diesen Artikel hatte ich in einer muslimischen Zeitschrift veröffentlicht, und wer nicht den ganzen Artikel lesen will - hier ist meine Quintessenz:

Leider ist der "paulinische Chrislam"auch unter deutschen MuslimInnen weit verbreitet: So manche Schwester kann ein Lied davon singen, und ich fürchte fast, daßes mindestens ebenso viele sind, die innerislamisch mehr oder minder starken Repressionen ausgesetzt sind, weil sie - aus welchen Gründen auch immer - kein Kopftuch tragen, wie jene, die wegen ihres Kopftuchs außerhalb der ummah, der islamischen Gemeinschaft, diskriminiert werden. Bloß mit einem Unterschied: Die Schläge jener, die frau für Geschwister hielt, schmerzen mit Sicherheit mehr, als es die Diskriminierung der Nicht-Muslime je vermöchte. Wir können die Augen nicht davor verschließen, daß es Schwestern gibt, die für das Ablegen des Kopftuchs - nach langen inneren Kämpfen - Repressalien bis hin zum Aufkündigen von Freundschaften, sozialer Isolation und dem Vorwurf der Apostasie, des Abfalles vom Glauben, hinnehmen mußen - leider absolut keine Einzelfälle!
Und es braucht sich auch niemand zu wundern, wenn dann solche Frauen sich vom Islam abwenden, sich öffentlich äußern und dann von illuminierten Edelfedern zu Kronzeuginnen wider den Islam hochgeschrieben werden und/oder auf den Bestsellerlisten landen!
Es sind nicht die Nicht-Muslime, die das Tragen des Kopftuchs verbieten, es sind nicht die Muslime, die das Kopftuch gebieten. Es ist alleine Gottes Ratschluß und Er wird in seiner Barmherzigkeit richten über das, worüber wir uneinig waren.
Die These, das Kopftuch sei Teil der eigenenPersönlichkeit, muß von vornherein in die Irre gehen, da ein unbelebtes Ding im Außen niemals Teil des eigenen Selbst sein kann. Kleidung und Erscheinungsbild können keineswegs mit religiöser Praxis identisch sein, da letztere sonst zwangsläufig auf die Ebene einer Modeerscheinung herabgezogen würde. Folglich verstellt die gänzliche Über-Identifikation mit der äußeren Form einer Religion den Weg zu den spirituellen Dimensionen des Glaubens.


Der Artikel stammt von 1997!

Sehe ich mir den Terz um das Kopftuch in der Schule an: nun, es wird niemand gezwungen, in den Schuldienst zu gehen und Beamter zu werden. Insofern greift das Argument mit "Zwang" zu kurz. Das Beamtenrecht sieht vor, daß der Beamte jederzeit für den Staat aktiv einzustehen hat. Dafür hat der Beamte den A*** voller - zum großen Teil immer noch geldwerte - Privilegien! Wie gesagt, niemand wird in den öffentlichen Dienst gezwungen.

Ich räume ein, daß es in bestimmten Bereichen der islamischen Szene einen zumindest hohen sozialen Druck gibt, aber das ist aus meiner Sicht eine bestimmte Szene. Und auch die von Frau Schwarzer nicht ganz zu unrecht als Antreiber ausgemachte MIlli Görus wäre, was ihre Mitglieder betrifft, differenziert zu betrachten.

Für den öffentlichen Dienst ist für mich die Sache klar. Für die anderen Bereiche wünsche ich mir, daß die Krawallrhetorik unterbleibt - von beiden Seiten.

Samstag, 22. April 2006

Geiz ist ungeil, oder was?

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Schon länger geht mir im Kopf herum, mal eine Diskussion zu meinem/unserem Einkaufsverhalten anzuzetteln - ich bin mir da wahrlich unsicher.
Vor einiger hatte ich das Buch Die Billig-Lüge gelesen. Ausschnitt aus der Rezension:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Billig ist zum Treiber der Ökonomie geworden. Der Preis wird zum bestimmenden Faktor, die Wirtschaft mutiert zur Discountökonomie. Nur, immer noch billiger, geht das denn? Diese Frage gehört zu den am besten verdrängten unserer Zeit. Nun hat der Journalist Franz Kotteder die Antwort vorgelegt. Sein Buch Die Billig-Lüge ist eine scharfsinnige Analyse der Discountökonomie und eines der besten Sachbücher des Jahres. Ohne Scheuklappen und ohne Berührungsängste beschreibt Kotteder, wohin uns der Billigwahn führt -- denn in letzter Konsequenz ruiniert der unsere eigenen wirtschaftlichen Grundlagen...
Kurzbeschreibung
Die Billig-Lüge deckt auf, warum uns vieles teuer zu stehen kommt, was wir bei den Discountern zum Spottpreis erwerben:
- Lebensgefährliche Angebote: Ob Rauchmelder oder Kinderstühle, immer wieder werden massenhaft Billigprodukte auf den Markt geworfen, die fehlerhaft, untauglich oder unsicher sind.
- Schlechte Qualität: Ob falsch deklarierte Bio-Eier, gepanschter Prosecco oder Brot ohne Nährwert, das ruinöse Preisdiktat der Billigmärkte provoziert...

So ganz klar bin ich mir nicht darüber, was das für erstens mein eigenes Verhalten bedeutet, zweitens, wie Otto-Normalverbraucher oder ein Hartz-4-Empfänger das umsetzen soll. Es gab mal eine Zeit, da hätten mich keine 10 Pferde zu Aldi oder Lidl reingekriegt; zumal ich ja mal aus guten Gründen das
2aa04cfa-3163-11da-4a3b-000e0c672418 (aufs Bild klicken) empfohlen hatte.
Denn früher hatten die Läden, äh, minimalistisch in der Ausstattung, so ein Loser- oder Arme-Leute-Image und man bekam ja nur ausgewählte Lebensmitteil. Heute gibt es sogar Lachs, Sportkleidung und Schuhe, sodaß es eigentlich nur noch wenig Gründe gibt, Sachen woanders zu kaufen. Für Tchibo gilt sinngemäß das gleiche. Ein Beispiel: im Sportgeschäft habe ich mir einen ganz simplen Pulsmesser gekauft für € 59,--. Später gab es dann bei Aldi einen, der noch eine ganze Reihe Fuktionen mehr drauf hatte und ein Speicherprogramm für € 15,--. Und jetzt Macht Lidl auf Bioladen und die anderen ziehen mit. Bestimmt werde ich weiter bei Aldi und Lidl kaufen und ein schlechtes Gewissen dabei haben und nur manchmal im Bioladen. Und manches Mal habe ich sowieso das Geführl, auch den Grünen geht es nur noch um die Pflege von irgendwas. Wenn ich lese: Bärbel Höhn fordere die Impfung von Geflügel, u.a. damit das weiter im Freilan rumlaufen darf, dann packe ich mich nur noch an die Birme - da geht es doch auch schon nicht mehr um die Menschen. Verrückt das die "Fronten"? ich weiß es nicht (mehr).

Freitag, 21. April 2006

In Afrika verhungern wieder Millionen

in
diesem Beitrag
schreibt anaximander über die sich jetzt erneut anbahnende Hungersnot in Afrika, verlinkt u.a. auf die Website von oxfam und zu einigen weiteren und fragt nach, warum man da so gleichgültig bliebe und gibt in der Beschreibung der Organisation von Karl-Heinz Boehm, Menschen für Menschen, schon fast eine erste Antwort. Anaximander schreibt:

'Menschen für Menschen' ist auch heute noch, fast fünfundzwanzig Jahre nach der Gründung, "nur" in einem einzigen Land, nämlich Äthiopien, tätig. "Wir tun das ganz bewusst, um unsere Kräfte konzentriert einsetzen zu können, und nicht etwa, weil ich Äthiopien irgendwie bevorzugt hätte. Unsere Organisation will, dass dieses Land als Beispiel genommen wird." In Europa stehen 17 Mitarbeiter im Dienst von "Menschen für Menschen"; in Äthiopien vier Europäer und 621 Einheimische. Die Stiftung hat über 700 Wasserstellen und 30 Bewässerungsanlagen, 194 Getreidemühlen, 14 Veterinärstationen, 54 Schulen, 3 Berufs- und Bildungszentren errichtet. Durch die Aufforstung mit 39 Millionen Baumsetzlingen wurde der Erosion Einhalt geboten.

Was will ich damit sagen: Ich denke, nur die mal andernorts zitierten "uneitlen Pragmatiker" können kleinräumig wenigsten einen Anfang machen, wie beispielsweise auch Wangari_Maathai_potrait_by_Martin_Rowe
Wangari Maathai.

Eine fertige Theorie habe ich nicht. Die Feststellung "der Kolonialismus..." is eine solche Binse, daß sie in ihrer Pauschalität für mich schon wieder falsch ist. Wir wissen es alle:
Kongo
Die Kolonialmächte machten sich die Kolonien untertan, waren mal streng und väterlich, mal nur grausam und gierig, korrumpierten einheimische Eliten, entließen die Länder in die Unabhängigkeit, wobei sie meinten, bei der (Aus-)Wahl der Oberhäupter mitbestimmen zu können. Manche gefielen zumindest zeitweilig, wie die ehemaligen Felwebel
medium_bokassa-2
Bokassa

gisc
Idi Amin
Mobutu_Sese_Seko_1973
Mobutu , andere gefielen weniger.
Und mancher Eroberungskrieg gefiel sich in zynischen Befreiungsversprechen, wie dieser Gassenhauer des Italienischen Abessinienkrieges, An ein äthiopisches Mädchen, ein "schwarzes Gesichtchen" , gegen deren Volk zur gleichen Zeit Giftgas eingesetzt wurde.
Manches Mal ist eine solche Hungersnot auch einem Einsatz der Hungerwaffe gegen die eigene Bevölkerung geschuldet, wie 1974-1991 in Äthiopien.
ich habe eine Sendung gesehen, in der berichtet wurde, die jetzige Hungersnot in Kenia sei die Folge eines hausgemachten Verteilungsproblems.
Und in Zimbambwe zerstört ein einheimischer Potentat,
Robert Mugabe
Robert_Mugabe
noch intakte ökonomische Strukturen.

ich denke, die großen interationalen Organisationen sind nicht die Lösung. Einen Begriff wie "Entwicklungszusammenarbeit" finde ich verlogen - signalisiert er doch die gleiche Augenhöhe. Doch wie könnten die Afrikaner, die Völker und nicht einzelne Potentaten diese Augenhöhe bekommen? Ich weiß es nicht...

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