Update: Diätwahn,Spindoktorei,Ideologie, Politik
update vom 10. Mai 2007
Das habe ich auf der Seite von Ulla gefunden.
update vom 9. Mai 2007:
Seit heute haben wir einen nationalen Aktionsplan gegen Übergewicht, und der ist - mit Verlaub - lächerlich:
Das blog Emanzipation oder Barbarei stellt einen nicht unpfiffigen Zusammenhang her.
******************************************************************************************************
Unter dem Thema "Schöne dünne Welt" polemisiert Achel vom "Spiegelfechter-Blog" gegen den Diätwahn als neues politisches Programm:

Horst Seehofer, seines Zeichens Verbraucherschutzminister dieses unseres Landes, hat es recht schwer. Nicht nur, dass seine Ambitionen, König von Bayern zu werden, durch seine außereheliche Affäre stark gelitten haben. Es ist ja auch ärgerlich, dass dieser, nun ja, Skandal, in eben diesem Moment ans Licht kam, als er seine Ambitionen sowohl in der CSU als auch vor dem Volke kundtun wollte. Doch das war bestimmt reiner Zufall und nicht von irgendwelchen Becksteins oder Hubers gesteuert.
Aber auch ansonsten hat es der Seehofer nicht leicht, sich zu profilieren. Nirgendwo lauert eine fiese Vogelgrippe, kein Gammelfleisch wurde in letzter Zeit entdeckt, sogar die Gurken bei Aldi sehen nicht schlecht aus. Es gibt also derzeit keine Möglichkeit für den Seehofer, durch sinnlos-hysterischen Aktionismus zu glänzen.
Also schickte er seine chronisch unterbezahlten Handlanger in die Welt hinaus, um ein Thema zu finden, das seiner würdig ist. Der aktuelle Handlanger des Monats traf dann in einer schummrigen Bar die Studie der International Association for the Study of Obesity, die ihm erzählte, dass der Deutsche an sich zu dick sei.
den ganzen Text mit weiterführenden Links gibt es hier.
Ja, einige Medien haben sich in den letzten 14 Tagen des Themas angenommen, und garnicht mal so schlecht: Sabine Christiansen hatte geladen und es kamen unter anderem Tim Mälzer, dessen Ausspruch "Wir essen aufgrund unseres Zeitverhaltens viel mehr Scheisse," ich sofort unterschreibe, Reiner Calmund, sowie der Sohn von Joachim Fuchsberger, Renate Künast, einige weitere Fachfrauen,als Kontrastprogramm gab es den Chef von McDonalds, Deutschland.
Was Frau Künast betrifft, so bin ich ganz beim Spiegelfechter. Zwar hat sie zwei Bücher veröffentlicht, gegen deren Aussagen man eigentlich nichts haben kann:
auf die Bilder klicken


die einzige Frage, die mich dann bewegt, wie bei allen Grünen und Grüninnen zu allen ihren Themen: was davon hat sie während der 7 Jahre Rot-Grün ümgesetzt.? Somit denke ich genau wie der Spiegelfechter: sie will - wie ihr Nachfolger - mit einer positiven Geschichte in die Medien.
Panorama macht sich Sorgen über das Übergewicht in der Bundeswehr, und ich gebe ja zu, dass man auch an mir die Wirkung unserer Truppenverpflegung bewundern kann. Aber auch da hat sich in den letzten Jahren viel getan: man kann sich sein Essen selber zusammenstellen, es gibt eine Salatbar.
Der Aussage, daß Menschen mit wenig Geld nicht dick würden, kann ich nicht zustimmen: Wer wenig Geld hat, isst schlecht(er)! Schlechter, weil er/sie auf billige(re), schlechte(re) Massenproduktion angewiesen ist, anstatt sich teurer und besser, z.B. (ja, nur zum Beispiel...) aus dem Sortiment von Bioläden oder weiteren exklusiveren Quellen zu ernähren. Und auch für die Fahrt zum Hofladen oder das Gemüse-Abonnement sollte man ein dickeres Portemonnaie haben.
Und das hat auch eine Frau Künast nicht ändern können oder wollen. Sankt Sachzwang, you know? Hört man, wenn es wieder mal nicht geregnet hat, fortwährend: hach, da muss das Obst und Gemüse jetzt aber teurer werden?
Und bezeichnenderweise kam der ausgezeichnete Film von und mit Morgan Spurlock letzte Woche um 23:30 in Dritten.Auf das Bild klicken. Durch Spurlocks Wirken dürfte ja bekannt sein, dass man sich nicht hauptsächlich von McDonalds ernähren kann. Ich fand es schon trostlos, zu sehen, dass die in vielen Städten der USA den einzigen Kinderspielplatz bieten und dass der Clown Ronald in den Köpfen vieler Kinder die Märchenfiguren verdrängt hat, und ich fand es auch trostlos, als ich wann anders mal gelesen habe, daß McD für Familien die einzige Möglichkeit sei, an ein preiswertes, leckeres Mittagessen ausser Haus zu kommen - aber um dem was entgegenzusetzen, lieber Spiegelfechter, muss man in die Medien. Sehe ich hier, wie sich McD Aufgaben der Politik anmasst, wird mir ganz anders.
Schließlich wirbt McD mit Henry Maske (dem ja vier Filialen gehören) und Heidi Klum auf das Bild klicken:
Heidi Klum, die sich, was sie ja auch werbemässig kundtut, genau wie Sarah Connor auf den bestimmt sauteuren Personal Trainer David Kirsch verlässt. Naja - und damit bin ich dann wieder bei Dir, lieber Spiegelfechter, das transportiert dann die Nachricht: Wer fett ist, ist ein loser!
Womit man als Hartz-4-Empfänger-In bestimmt ganz viel anfangen kann. Aber vielleicht meinen solche Leute ja, daß das eine mit dem anderen zusammenhängt? Übergewicht und Hartz 4? Naja, ist Herr Kleinfeld dick? *sarkasmus off*. Mittlerweile wurde übrigens schon untersucht, welchen Einfluss eine solche Medienkampagne hat: Personen, denen die Kampagne mit Heidi Klum bekannt ist, gehen öfter zu McD. Nun ja, dafür wird Frau Klum ja bezahlt. Die Über-Kreuz-Verwertung kann man übrigens aktuell bewundern: in den Nebenrollen eines Spots mit ihr sieht man Bewerberinnen um die Krone von "Germany's Next Topmodel" Auf das Bild klicken.

Naja, ich war bei Herrn Kirsch. Wie ich ja auch schon öfters schrieb, ist gesunder Lebensstil nicht ganz unerheblich eine Frage des zur Verfügung stehenden Geldes, auch, und besonders, wenn man mal krank ist. Über meine Kompressionsstrümpfe hatte ich hier ja schon im Dezember 2005 was geschrieben. Nun, die, die auf dem Foto zu sehen sind, fallen jetzt schon auseinander: 114€, die der Patient, so er nicht beim "Bund" ist, selber bezahlen muss...
Darüber, dass man, wenn einem goarnix mehr einfällt, zum Dicken-Bashing schreitet, kann ich selber ein Liedchen singen, aber ich selber habe beschlossen, solche Angriffe als das abzubuchen, was sie sind: eine Aussage über die eigene Misere. Auf das Bild klicken:

Aber ich komme zurück auf die transportierte Aussage: Wer dick ist, ist erstens völlig daneben, zweitens irgendwie gesellschaftsfeindlich. Logischerweise sagt im Film von Morgan Spurlock jemand, daß es heute schon gesellschaftlich völlig akzeptiert sei, wenn man Raucher anmacht - "...hey, Du schadest uns allen..." Man müsste auch dazu kommen, daß es akzeptiert werde, Dicke so anzumachen. Hallelujah!
Ja, das ist toll. Dicken-Bashing etwa so Auf das Bild klicken:

Dann sind die Dicken an allem Schuld, auch am CO2-Ausstoß und man kann damit von so einigem ablenken.
Ach ja, Spiegelfechter, sowas gibt es in den Staaten schon längst:
Werfen wir doch einen Blick in die Zukunft. Es werden Lager eingerichtet, sogenannte Abnehm-Camps unter dem Motto „Sport macht glücklich“. Sadistische Fitnesstrainer trietzen fettleibige Deutsche mit seelisch aufbauenden Schrei-Attacken wie „Du fette Sau schaffst keine Klimmzüge?“ Dabei werden die der Dickheit schuldigen Insassen, äh, Teilnehmer des Camps durch eine Folterkammer der Fitnessgeräte gejagt. Am Nachmittag steht Aerobic oder Power-Stepp auf dem Programm. Eigens für diesen Zweck ausgebildete Trainer protzen dabei mit ihrer aufgesetzten Fröhlichkeit und betonen fortwährend die Wichtigkeit des Konzeptes, das diesem, nun ja, Sport zugrunde liegt.
Neeeeiiiin, so wollen wir die nicht, die fit für's Leben sind. Wie hätte man sie gerne? Auch diese Botschaft vermittelt uns Frau Klum:
da gibt es bei Germany's Next Topmodel eine Kandidatin, Fiona, (leider habe ich kein Bild gefunden), die zwei andere Kandidatinnen verpetzt, weil sie abgelästert haben. Die beiden anderen kassieren einen Anschiss, Fiona passiert goarnix. Was will uns das sagen: rappeldürr, Rasierklingen an den Ellbogen, dann gehört Dir die Welt!
Aus dem oben gesagten geht hervor, dass ich - im Gegensatz (?) zum Spiegelfechter - meine, solche Themen gehören verstärkt durchaus in die Medien - aber eben nicht als Spindoktorei. Ich denke, dass die Politik sich von Konzernen wie McD schon teilweise die Richtlinienkompetenz hat abnehmen lassen und daß die Konzerne mit solchen Dingen wie "Kinderhilfe" Felder besetzen, die sie nicht besetzen sollten.
Diese Dinge auch nicht als Glaubenskrieg ums Essen, wie die morgige Folge der "Menschen bei Maischberger" heisst, ausgetragen werden.
Ja, und nun? Ich glaube, so weit liege ich mit dem Spiegelfechter garnicht auseinander, auch wenn für mich die von ihm zitierten Studien kein ausreichendes Gegengewicht darstellen gegen die andernorts behauptete Zunahme besonders des Typ 2-Diabetes. Aber eine Diskussion über Studien oder Metaanalysen ist akademisch. Es geht darum, was jedeR Einzelne - informiert und nicht belabert - für sich daraus macht: ausgewogene, möglichst wenig bearbeitete Ernährung, Sport und Alltagsbewegung, dann klappt das mit dem Gesundbleiben und Gewichthalten.
PS: Die Lektüre des Artikels und der dahinter verlinkten Dokumente sei weiterhin mit Nachdruck empfohlen - wie das ganze Blog.
PPS: es gibt eine Reihe von ganz empfehlenswerten Programmen der Krankenkassen, deren Teilnahme oft einen nicht unerheblichen Benefit bringt. Hier z.B. das entsprechende Angebot der Barmer, hier das Angebot der AOK, das auch andere Aspekte berücksichtigt, Hier das Angebot der KKH.
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Das habe ich auf der Seite von Ulla gefunden.
update vom 9. Mai 2007:
Seit heute haben wir einen nationalen Aktionsplan gegen Übergewicht, und der ist - mit Verlaub - lächerlich:
- Erstens müsse die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion übernehmen, heißt esDoll. Und wie das? Joschka Fischer muß wieder abspecken? - Und so schlank sind, mit Ausnahme von Ursula von der Leyen unsere Spitzenmädels alle nicht, Und was ist mit Kurt Beck?
- Zweitens, müssten Information und Bildung verbessert werden. Dazu sei auch eine verbesserte Produktinformation notwendig, die über eine Kennzeichnung von Lebensmitteln erreicht werden könne. "Dabei muss die Kennzeichnung von Lebensmitteln dem Informationsbedürfnis in klarer und verständlicher Form Rechnung tragen und vor Täuschung und Irreführung schützen", heißt es in den Eckpunkten. "Dies ist die Leitlinie der Bundesregierung bei den anstehenden Beratungen auf EU-Ebene zur Reform der Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnung." Was hält Euch ab?
- Drittens müsste die Infrastruktur im beruflichen und privaten Umfeld so verbessert werden, dass mehr Bewegungsanreize geschaffen würden. ja, z.B. Fahrradwege. Ist auch seit langem bekannt - da tut sich aber auch nix.
- Viertens, müsse die Verpflegung außer Haus verbessert werden. "Bereits 26 Prozent der Bevölkerung essen einmal täglich auswärts; das sind acht Prozent mehr als vor zehn Jahren. So kann in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Arbeitsstätten, in Krankenhäusern, in Senioreneinrichtungen, aber auch beim gastronomischen Service zum Beispiel in Restaurants, Raststätten, Zügen und Flugzeugen noch vieles optimiert werden." Hier werden Sachen zusammengerührt, die nicht zusammengehören: Öffentliche Einrichtungen, wie Knäste, Krankenhäuser, Kasernen und staatliche Altenheime müssen für 2,64 ein Mittagessen auf den Tisch bringen und für die Kommerziellen hat gerade Verpflegung eine Menge Einsparpotential. Ausserdem sind einige darunter - wie die Bahn - wo das Essen wirklich gut ist, und den formulierten Anforderungen entspricht, aber dann auch halt kostet.
- Fünftens, fordern die Ministerien, dass die wissenschaftliche Forschung intensiviert und unterstützt werden müsse. - Na klar. Wer sollte gegen eine solche Forderung was haben?
Das blog Emanzipation oder Barbarei stellt einen nicht unpfiffigen Zusammenhang her.
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Unter dem Thema "Schöne dünne Welt" polemisiert Achel vom "Spiegelfechter-Blog" gegen den Diätwahn als neues politisches Programm:

Horst Seehofer, seines Zeichens Verbraucherschutzminister dieses unseres Landes, hat es recht schwer. Nicht nur, dass seine Ambitionen, König von Bayern zu werden, durch seine außereheliche Affäre stark gelitten haben. Es ist ja auch ärgerlich, dass dieser, nun ja, Skandal, in eben diesem Moment ans Licht kam, als er seine Ambitionen sowohl in der CSU als auch vor dem Volke kundtun wollte. Doch das war bestimmt reiner Zufall und nicht von irgendwelchen Becksteins oder Hubers gesteuert.
Aber auch ansonsten hat es der Seehofer nicht leicht, sich zu profilieren. Nirgendwo lauert eine fiese Vogelgrippe, kein Gammelfleisch wurde in letzter Zeit entdeckt, sogar die Gurken bei Aldi sehen nicht schlecht aus. Es gibt also derzeit keine Möglichkeit für den Seehofer, durch sinnlos-hysterischen Aktionismus zu glänzen.
Also schickte er seine chronisch unterbezahlten Handlanger in die Welt hinaus, um ein Thema zu finden, das seiner würdig ist. Der aktuelle Handlanger des Monats traf dann in einer schummrigen Bar die Studie der International Association for the Study of Obesity, die ihm erzählte, dass der Deutsche an sich zu dick sei.
den ganzen Text mit weiterführenden Links gibt es hier.
Ja, einige Medien haben sich in den letzten 14 Tagen des Themas angenommen, und garnicht mal so schlecht: Sabine Christiansen hatte geladen und es kamen unter anderem Tim Mälzer, dessen Ausspruch "Wir essen aufgrund unseres Zeitverhaltens viel mehr Scheisse," ich sofort unterschreibe, Reiner Calmund, sowie der Sohn von Joachim Fuchsberger, Renate Künast, einige weitere Fachfrauen,als Kontrastprogramm gab es den Chef von McDonalds, Deutschland.
Was Frau Künast betrifft, so bin ich ganz beim Spiegelfechter. Zwar hat sie zwei Bücher veröffentlicht, gegen deren Aussagen man eigentlich nichts haben kann:
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die einzige Frage, die mich dann bewegt, wie bei allen Grünen und Grüninnen zu allen ihren Themen: was davon hat sie während der 7 Jahre Rot-Grün ümgesetzt.? Somit denke ich genau wie der Spiegelfechter: sie will - wie ihr Nachfolger - mit einer positiven Geschichte in die Medien.
Panorama macht sich Sorgen über das Übergewicht in der Bundeswehr, und ich gebe ja zu, dass man auch an mir die Wirkung unserer Truppenverpflegung bewundern kann. Aber auch da hat sich in den letzten Jahren viel getan: man kann sich sein Essen selber zusammenstellen, es gibt eine Salatbar.
Der Aussage, daß Menschen mit wenig Geld nicht dick würden, kann ich nicht zustimmen: Wer wenig Geld hat, isst schlecht(er)! Schlechter, weil er/sie auf billige(re), schlechte(re) Massenproduktion angewiesen ist, anstatt sich teurer und besser, z.B. (ja, nur zum Beispiel...) aus dem Sortiment von Bioläden oder weiteren exklusiveren Quellen zu ernähren. Und auch für die Fahrt zum Hofladen oder das Gemüse-Abonnement sollte man ein dickeres Portemonnaie haben.
Und das hat auch eine Frau Künast nicht ändern können oder wollen. Sankt Sachzwang, you know? Hört man, wenn es wieder mal nicht geregnet hat, fortwährend: hach, da muss das Obst und Gemüse jetzt aber teurer werden?
Und bezeichnenderweise kam der ausgezeichnete Film von und mit Morgan Spurlock letzte Woche um 23:30 in Dritten.Auf das Bild klicken. Durch Spurlocks Wirken dürfte ja bekannt sein, dass man sich nicht hauptsächlich von McDonalds ernähren kann. Ich fand es schon trostlos, zu sehen, dass die in vielen Städten der USA den einzigen Kinderspielplatz bieten und dass der Clown Ronald in den Köpfen vieler Kinder die Märchenfiguren verdrängt hat, und ich fand es auch trostlos, als ich wann anders mal gelesen habe, daß McD für Familien die einzige Möglichkeit sei, an ein preiswertes, leckeres Mittagessen ausser Haus zu kommen - aber um dem was entgegenzusetzen, lieber Spiegelfechter, muss man in die Medien. Sehe ich hier, wie sich McD Aufgaben der Politik anmasst, wird mir ganz anders.Schließlich wirbt McD mit Henry Maske (dem ja vier Filialen gehören) und Heidi Klum auf das Bild klicken:
Heidi Klum, die sich, was sie ja auch werbemässig kundtut, genau wie Sarah Connor auf den bestimmt sauteuren Personal Trainer David Kirsch verlässt. Naja - und damit bin ich dann wieder bei Dir, lieber Spiegelfechter, das transportiert dann die Nachricht: Wer fett ist, ist ein loser!Womit man als Hartz-4-Empfänger-In bestimmt ganz viel anfangen kann. Aber vielleicht meinen solche Leute ja, daß das eine mit dem anderen zusammenhängt? Übergewicht und Hartz 4? Naja, ist Herr Kleinfeld dick? *sarkasmus off*. Mittlerweile wurde übrigens schon untersucht, welchen Einfluss eine solche Medienkampagne hat: Personen, denen die Kampagne mit Heidi Klum bekannt ist, gehen öfter zu McD. Nun ja, dafür wird Frau Klum ja bezahlt. Die Über-Kreuz-Verwertung kann man übrigens aktuell bewundern: in den Nebenrollen eines Spots mit ihr sieht man Bewerberinnen um die Krone von "Germany's Next Topmodel" Auf das Bild klicken.

Naja, ich war bei Herrn Kirsch. Wie ich ja auch schon öfters schrieb, ist gesunder Lebensstil nicht ganz unerheblich eine Frage des zur Verfügung stehenden Geldes, auch, und besonders, wenn man mal krank ist. Über meine Kompressionsstrümpfe hatte ich hier ja schon im Dezember 2005 was geschrieben. Nun, die, die auf dem Foto zu sehen sind, fallen jetzt schon auseinander: 114€, die der Patient, so er nicht beim "Bund" ist, selber bezahlen muss...
Darüber, dass man, wenn einem goarnix mehr einfällt, zum Dicken-Bashing schreitet, kann ich selber ein Liedchen singen, aber ich selber habe beschlossen, solche Angriffe als das abzubuchen, was sie sind: eine Aussage über die eigene Misere. Auf das Bild klicken:

Aber ich komme zurück auf die transportierte Aussage: Wer dick ist, ist erstens völlig daneben, zweitens irgendwie gesellschaftsfeindlich. Logischerweise sagt im Film von Morgan Spurlock jemand, daß es heute schon gesellschaftlich völlig akzeptiert sei, wenn man Raucher anmacht - "...hey, Du schadest uns allen..." Man müsste auch dazu kommen, daß es akzeptiert werde, Dicke so anzumachen. Hallelujah!
Ja, das ist toll. Dicken-Bashing etwa so Auf das Bild klicken:

Dann sind die Dicken an allem Schuld, auch am CO2-Ausstoß und man kann damit von so einigem ablenken.
Ach ja, Spiegelfechter, sowas gibt es in den Staaten schon längst:
Werfen wir doch einen Blick in die Zukunft. Es werden Lager eingerichtet, sogenannte Abnehm-Camps unter dem Motto „Sport macht glücklich“. Sadistische Fitnesstrainer trietzen fettleibige Deutsche mit seelisch aufbauenden Schrei-Attacken wie „Du fette Sau schaffst keine Klimmzüge?“ Dabei werden die der Dickheit schuldigen Insassen, äh, Teilnehmer des Camps durch eine Folterkammer der Fitnessgeräte gejagt. Am Nachmittag steht Aerobic oder Power-Stepp auf dem Programm. Eigens für diesen Zweck ausgebildete Trainer protzen dabei mit ihrer aufgesetzten Fröhlichkeit und betonen fortwährend die Wichtigkeit des Konzeptes, das diesem, nun ja, Sport zugrunde liegt.
Neeeeiiiin, so wollen wir die nicht, die fit für's Leben sind. Wie hätte man sie gerne? Auch diese Botschaft vermittelt uns Frau Klum:
da gibt es bei Germany's Next Topmodel eine Kandidatin, Fiona, (leider habe ich kein Bild gefunden), die zwei andere Kandidatinnen verpetzt, weil sie abgelästert haben. Die beiden anderen kassieren einen Anschiss, Fiona passiert goarnix. Was will uns das sagen: rappeldürr, Rasierklingen an den Ellbogen, dann gehört Dir die Welt!
Aus dem oben gesagten geht hervor, dass ich - im Gegensatz (?) zum Spiegelfechter - meine, solche Themen gehören verstärkt durchaus in die Medien - aber eben nicht als Spindoktorei. Ich denke, dass die Politik sich von Konzernen wie McD schon teilweise die Richtlinienkompetenz hat abnehmen lassen und daß die Konzerne mit solchen Dingen wie "Kinderhilfe" Felder besetzen, die sie nicht besetzen sollten.
Diese Dinge auch nicht als Glaubenskrieg ums Essen, wie die morgige Folge der "Menschen bei Maischberger" heisst, ausgetragen werden.
Ja, und nun? Ich glaube, so weit liege ich mit dem Spiegelfechter garnicht auseinander, auch wenn für mich die von ihm zitierten Studien kein ausreichendes Gegengewicht darstellen gegen die andernorts behauptete Zunahme besonders des Typ 2-Diabetes. Aber eine Diskussion über Studien oder Metaanalysen ist akademisch. Es geht darum, was jedeR Einzelne - informiert und nicht belabert - für sich daraus macht: ausgewogene, möglichst wenig bearbeitete Ernährung, Sport und Alltagsbewegung, dann klappt das mit dem Gesundbleiben und Gewichthalten.
PS: Die Lektüre des Artikels und der dahinter verlinkten Dokumente sei weiterhin mit Nachdruck empfohlen - wie das ganze Blog.
PPS: es gibt eine Reihe von ganz empfehlenswerten Programmen der Krankenkassen, deren Teilnahme oft einen nicht unerheblichen Benefit bringt. Hier z.B. das entsprechende Angebot der Barmer, hier das Angebot der AOK, das auch andere Aspekte berücksichtigt, Hier das Angebot der KKH.
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bigberta - 9. Mai, 18:25













































