Free Them Now! Heute sollen die britischen Seeleute freigelassen werden

Das ist der Originalartikel von 9:26 Ortszeit aus der
Iranian Leader Says He Will Free Britons
By Howard Schneider
Washington Post Staff Writer
Wednesday, April 4, 2007; 9:26 AM
Iranian President Mahmoud Ahmadinejad today said he had pardoned 15 British sailors seized by the Iranian military two weeks ago and would free them today to be with their families.
In a Tehran press conference Ahmadinejad first decorated members of the Republican Guards who had taken the 15 British personnel captive -- then announced that the British personnel would be released.
"After our meeting they will go to the airport and be with their families," the Iranian president said, according to a translation of the press conference aired on CNN
(Auf der Seite ist auch der link zum Video der Pressekonferenz).
und hier ist der link zur Tagesschau
The release comes in the midst of intense diplomatic contacts. In addition, in recent days Iraqi authorities released an Iranian diplomat held in Iraq. The Islamic Republic News Agency also reported that Iranian personnel would be allowed to meet with five Iranian men taken by U.S. forces late last year in the northern Iraqi city of Irbil.
Kurz zusammengefasst: die britischen Seeleute sind frei und offensichtlich wurde dafür ein im Irak festgenommener Iraner freigelassen, sowie die Möglichkeit zu konsularischem Kontakt vereinbart für fünf Iraner, die Ende letzten Jahres von den US-Streitkräften im Irak festgenommen worden waren.
Für mich ist das eine Bestätigung, dass es die leisen Töne bringen. Ausserdem: wie war das noch mit "Genfer Konvention"? Wenn schon, denn schon...
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Dass 15 Marinesoldaten von den Iranern aufgegriffen wurden - um es mal neutral zu formulieren - dürfte sich herumgesprochen haben. Die blogosphäre hat bereits wieder Banner gebastelt, es gibt eine Solidaritätskampagne und die üblichen Verdächtigen zündeln wieder. PI geisselt mutig die "klare Verletzung der Genfer Konvention": die britische Soldatin und ihr Kamerad hätten tatsächlich nicht im Fernsehen gezeigt, zu Stellungnahmen genötigt und ihre Namen öffentlich gemacht werden dürfen. Und man darf auch keine Uniformen verfremden, wie es mit dem Zwangskopftuch von Faye Turney der Fall war.
Es wurde auch eine mindestens dreiköpfige Schwachmatendemo gesichtet, deren Brüder im Geiste sich im Kommentarbereich von PI tummeln. Hier das von Daniel W. aus W., der wieder auf dem Schoß von Herrn H. aus B. sitzt gefundene Foto:

Es darf daran erinnert werden, daß beim Karikaturenstreit laut ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner ja auch eine recht übersichtliche Beklopptentruppe durch geschicktes Fotografieren und Filmen doch recht eindrucksvoll zur Massendemo aufgeblasen hatten.

Der Kommentarbereich:
Wir denken an Sex:
Das fehlte noch, dass die Soldatin ihre Bewacher mit unbedecktem Haar so reizt, dass die sich zum sofortigen erzwungenen Sex genötigt sehen. Das würde die Krise nur verschärfen und üble Militäraditionen begründen. Man stelle sich nur mal vor, nach jeder Schlacht müssten die Sieger die gefangenen Soldaten vergewaltigen! Wer ginge denn dann noch zur Armee? Und das nur, weil eine britische Marineangehörige kein Kopftuch trug. Ne, so ist schon besser. Sehr nobel, von den Mullahs.
hier auch noch mal:
Man stelle sich nur mal vor, nach jeder Schlacht müssten die Sieger die gefangenen Soldaten vergewaltigen!
Oh, dann würde ich gerne gegen Schweden Krieg führen und gewinnen. (ja, kleiner unpassender Scherz)
Die Militärexperten (Wir an der Ost- bzw. Südfront, oder wie schon Rommel sagte...)
Wir haben weder die nötigen Flugzeugträger, noch die nötigen Truppentransporter, von Panzern, Artillerie und Infanerie ganz zu schweigen. Wenn nichts dahinter steht, dann sollte man das Maul auch nicht aufreissen, da macht man sich nur lächerlich. Die Einzigen Kampftruppen innerhalb der NATO haben die Briten und die Franzosen. Der Rest darf mit aufgemöbelten Stuntcars durch Afghanistan flitzen oder auf Albaner aufpassen.
Merke: Gestern wusste ich nicht, wie man Infan-t-erie schreibt, heute habe ich mich Zinsoldahten gekaufft.
Was das militärische angeht haste da leider recht.
Aber die Europäer sollten ihre Soft-Power einsetzen: Jeglicher Warenverkehr von der EU in den Iran stoppen, und damit mein ich KEINE Waren mehr, sein es Äpfel, Bleistifte, Autos! Einfach gar nix mehr!
Die Militärsanktionen treffen doch nur son paar revolutionäre Garden. Aber wenn plötzlich das ganze Volk nix mehr in den Supermarktregalen stehen hat und am Ende noch Essensmarken ausgeteilt werden müssen, dann könnte es wieder zu einer Revolution wie 1979 kommen. Davor haben die Mullahs verdammt viel angst-das das Iranische Volk sich gegen sie erhebt und sie an Strassenlaternen aufknüpft! So wie Mussolini oder Ceaucescau.
und hier hält man mittels Meinungsforschung die Fahne hoch und die Reihen fest geschlossen:

Ja ja, Populus Mobilis - das rührige Volk.
Hier von "den Brüdern im Geiste": Die Abteilung Religious Bullshit.

Nachdem ich sonst ja immer die Amerikaner, Niederländer oder Franzosen sichte, habe ich hier mal was Russisches. ich weiss ja nicht, ob bekannt ist, dass Russland seine Techniker aus der Atomanlage Buschehr abzieht. Eine mögliche Begründung dafür wären ausbleibende Zahlungen, was der Iran allerdings bestreitet.
Mittlerweile machen sich die Russen, die ja aktuell im Sicherheitsrat noch de-eskalierend gewirkt haben, auch so ihre Gedanken:
- Eine Quelle zitiert "close to the General Staffund prophezeiht einen Angriff am Karfreitag, den 6. April um 4 Uhr morgens und führt das noch weiter aus,
- hier kommt das Ganze noch mal auf Deutsch, immerhin von Novosti,
- hier kommen Spekulationen über eine superschwere Superbombe,was ich persönlich mir nicht vorstellen kann, da die bisherige Entwicklung bisher ja hin zu Mini Nukes und Bunker Bustern verlief, worüber ich hier und hier schon einiges geschrieben habe.
- hier kann man bei Malte Olschewski nachlesen,dass beide Seiten - ich sagte: beideSeiten an der Eskalationsschraube drehen.
- und das schreibt Lysis.
- ein intelligentes statement aus dem dortigen Kommentarbereich: Der Iran will mit gleichen Mitteln Präsenz und Souveränität geltend machen, wie Israel es selbst seit Jahrzehnten tut. Sie bedient sich israelischer Argumentationsmuster, unter den gegebenen Umständen habe man keine andere Wahl, um das Existenzrecht des eigenen Staates auf Dauer verteidigen zu können. Wenn der Iran seine nationale Sicherheit in gleicher Weise zu “sichern” gedenkt wie Israel, wenn der Iran in gleicher Weise Souveränität beansprucht wie Israel, ist dagegen notfalls jedes Mittel recht sagen USA und die EU.
Und darin erschöpft sich das ganze auch.
Dann scheint mir dieser Vorschlag Russlands zur Zeit der vernünftigste. Und Banner, die ich im Falle der sächsischen Ingenieure und Susanne Osthoffs noch unterstützt habe, kontraproduktiv.
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Irans Gegenschlagskapazität von Malte Olschewski erörtert die Möglichkeit des Iran zu Gegenschlägen. Diesem Kommentar dazu:
kambiz - 22. Feb, 15:20
Guter Artikel.
Sehr gut recherchiert. Ich schliesse mich denen an, die auch keinen Krieg befürworten. Als einen Anhänger der Demokratie ist Frieden für mich unerlässlich. Wenn auch angesicht der politischen Situation im Iran selbst einige Iraner womöglich eine Invasion der USA befürworten.
Zu den Möglichkeiten, die in dem Artikel angegeben sind, befürchte ich, dass Vergeltungsmassnahmen sich nicht nur auf dem Gebiet im Orient beschränken werden. Wirtschaftlich werden wir sicherlich auch in Europe es zu spüren bekommen, da dieser Konflikt, sollte es militärisch ausgetragen werden, sicherlich eine Weile andauern wird.
Lang lebe Frieden. ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Da der brilliante Steppenhund es nicht mag, wenn ich "Lesebefehl" sage, sage ich also: zur Lektüre dringend empfohlen!
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Das Gleiche gilt für diesen Artikel.
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Iran meldet Abschuss von Rakete ins All
Diese Nachricht gehört zwar nur "um die Ecke" zum Thema, ist aber für den Zusammenhang zumindest nicht uninteressant:
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die Urananreicherung zu unterlassen, ist abgelaufen.Hier ist der Text der Resolution 1737, und hier der Wikipedia-Eintrag mit weiteren Dokumenten.
Die New York Times heizt die Stimmung weiter an.
Die angesprochenen Sanktionen nach der UN-Charta, Kapitel 7, Artikel 41 schließen militärische Maßnahmen übrigens aus:
Artikel 41
Der Sicherheitsrat kann beschließen, welche Maßnahmen - unter Ausschluß von Waffengewalt - zu ergreifen sind, um seinen Beschlüssen Wirksamkeit zu verleihen; er kann die Mitglieder der Vereinten Nationen auffordern, diese Maßnahmen durchzuführen. Sie können die vollständige oder teilweise Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen, des Eisenbahn-, See- und Luftverkehrs, der Post-, Telegraphen- und Funkverbindungen sowie sonstiger Verkehrsmöglichkeiten und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen einschließen.
Allerdings stellt sich für mich immer die Frage, inwieweit die Unterstützung für die Vereinten Nationen diejenigen überwiegt, deren Anliegen es ist, sie, genau wie die IAEA, niederzumachen:

Es ging ja zunächst noch ganz freundlich weiter, doch mittlerweile dreht sich die Eskalationsspirale:
Hier ein Artikel aus dem Tagesspiegel von heute, und das steht in der konservativen niederländischen Zeitung "Trouw":
Briten fürchten, dass die USA den Iran angreifen
Die Spannung um das iranische Atomprogramm steigt. UN-Diplomaten veranstalten ein Tauziehen wegen der Sanktionen, doch Britische Regierungsbeamte fürchten, dass die USA die Zeit reif finden , Gewalt auszuüben.
Die britische Zeitung The Times meldete gestern, daß hohe Regierungsbeamte eine US-Militäroperation gegen den Iran fürchten. Mitarbeiter von Regierungschef Tony Blair denken, daß Präsident Bush „das Iran-Problem“ vor der Präsidentenwahl im November 2008 lösen will. Die Internationale Atomenergie-Behörde meldete Donnerstag, daß – trotz einer früheren Resolution – der Iran mit der Urananreicherung weitermacht.
Washington ist in dieser Frage gespalten. Aussenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Robert Gates sehen in einem militärischen Eingreifen gegen den Iran keinen Sinn, doch Vizepräsident Dick Cheney möchte diese Option offenhalten.
Premierminister Tony Blair, engster Verbündeter der Regierung Bush, plädierte Donnerstag öffentlich gegen eine Militär-Operation gegen Iran. Er finde, dieser Konflikt müsse auf diplomatischem Weg gelöst werden.
Am 23. Dezember hatten die UN Iran sechzig Tage Zeit gegeben, die Urananreicherung zu beenden, genauso wie die Schwerwasserprojekte. Beide Methoden ermöglichen die Gewinnung von spaltbarem Material zur Kernwaffenproduktion.
Die Resolution 1737 sah auch Wirtschaftssanktionen vor und drohte mit noch mehr Santionen, sollte der Iran sich nicht fügen. Doch über diese muß verhandelt werden. Im Sicherheitsrat sitzen auch Russland und China.
Dazu hier ein Statement des Chefs der IAEA, Mohammed ElBaradei:
Droht Eskalation durch Sanktionen?
Der Iran sei aber weit entfernt von der Kapazität, Bomben zu bauen, sagte ElBaradei. Er warnte davor, im Atomstreit allein auf Sanktionen zu setzen. "Meine größte Sorge sind nicht Sanktionen an sich, sondern allein Sanktionen." Erfahrung hätten gezeigt, dass das nur zu einer Eskalation führe.Quelle.
Und das steht in einer interessanten Kompilation bei Telepolis:
"Iran will seinen Einfluss im Nachbarland Irak ausbauen", "Iran steht kurz vor der Urananreicherung im großen Stil": Derartige Meldungen wechseln sich im täglichen Rhythmus ab, einmal geht es um gefährliche, geheime Aktivitäten im Nachbarland und dann wieder um geheime und gefährliche Aktivitäten in der nuklearen Zone. Die gefühlte Bedrohung durch Iran wird ständig genährt, weniger mit handfesten Informationen, immer mehr durch Verzerrungen und Übertreibungen.
Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer ist ganz sicher nicht der Einzige, dem diese "Signale bekannt vorkommen aus der Anlaufphase zum Irakkrieg". Sollte dies alles nur dem "Druckaufbau für Verhandlungen" dienen, so Fischer, würde ihm das keine Sorgen bereiten, "sollte es aber auf die Wiederholung der Regime-Change-Politik im Iran hinauslaufen, werden wir, glaube ich, in einer anderen Welt aufwachen".
Interessant ist diese Bemerkung, die Fischer kürzlich in einem Interview machte, auch deshalb, weil sie von einem Mann stammen, der bislang kein Hehl daraus gemacht hat, dass er dem Nuklearprogramm Irans in Zusammenhang mit den hetzerischen Reden des iranischen Präsidenten größeres Bedrohungspotential attestiert.
Auffallend ist schon, wie zur Zeit in westlichen Medien mit dem Thema Iran umgegangen wird.
Zum Weiterlesen hier lang.
Zu den "Signalen, die einem bekannt vorkommen, passt diese Nachricht aus der heutigen
auf das Bild klicken
Israel möchte Überflugrechte über den Irak für einen Angriff auf den Iran
Israel verhandelt mit den Vereinigten Staaten für den Fall, dass es einen Präventivangriff auf iranische Nuklearanlagen unternehmen will, über die Erlaubnis, den Irak zu überfliegen.
Wie ein hoher Mitarbeiter des israelischen Verteidigungsministeriums mitteilte, sind Gespräche über einen Luftkorridor im Gang, durch den israelische Flugzeuge fliegen dürfen. „Wir bereiten uns auf alles vor, und solche Fragen sind für uns von entscheidender Wichtigkeit,“ so der Beamte, „wenn wir das nicht regeln könnte eine Situation eintreten, in der sich amerikanische und israelische Flugzeuge gegenseitig beschießen.“
Teheran weigert sich vor allem noch, sein umstrittenes Nuklearprogramm zu beenden und sagt, die Urananreicherung würde diene der Gewinnung von Atomstrom. Westliche Großmächte vermuten jedoch eher, dass das Land an der Entwicklung von Kernwaffen arbeitet.
Cheney schließt Angriff auf den Iran nicht aus.
Der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney schloss am Samstag anlässlich eines Besuches in Australien eine Militäraktion gegen den Iran nicht aus. Er sagte zwar, die USA gäben einer diplomatischen Lösung den Vorzug, aber: „Alle Optionen sind offen.“
Die Internationale Atomenegiebehörde, IAEA, meldete Donnerstag, dass Iran mit der Anreicherung von Uran fortgefahren sei und sich nicht in die UN-Resolution gefügt habe, in der die Beendigung der Anreicherung gefordert worden sei. Die fünf stetigen Miglieder des Weltsicherheitsrats und Deutschlands treffen sich deswegen am Montag in London um eine neue Resolution gegen Iran zu besprechen.
So am Rande:
Israel verhandelt mit den Vereinigten Staaten ...über die Erlaubnis, den Irak zu überfliegen
Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Sagte hier nicht mal jemand, der Irak sei ein souveräner Staat? Ja, anscheinend hat sich das bis zu den Israelis noch nicht rumgesprochen.
Hier sind links zu entsprechenden Focus-Artikeln:
- Cheney droht mit Militärschlag
- Israel fordert Luftkorridor für Angriff auf Iran
- Ahmadinedschad reagiert mit Brandrede.
auf das Bild klicken:Gespräch über Atomprogramm – Chef der IAEA in Nordkorea willkommen
Wien, 24.Februar: Der Direktor der Internationalen Atomernergiebehörde (IAEA) wurde durch die Nordkoreanische Regierung zu Gesprächen nach Pyöngyang eingeladen. Auf der Agenda steht die Stillegung des nordkoreanischen Atomprgramms sowie die Wiederaufnahme der IAEA-Inspektionen.
Das sagte IAEA-Direktor Mohammed ElBaradei gestern in einer Pressekonferenz in Wien. Über die schriftliche Einladung, die er gestern bekommen habe, könne er wenig mehr bekannt machen. Seine Mitarbeiter sagten, dass der Besuch sehrwahrscheinlich in der zweiten Märzwoche stattfinden werde.
Im Dezember hatte das stalinistische Regime von Nordkorea die UN-Inspektoren ausgewiesen. Drei Wochen später kündigte Nord-Korea das Non-Proliferationsabkommen. Seitdem ist für die Aussenwelt vieles unklar, was die nuklearen Forstschritte des abgeschotteten Landes betrifft. Vor vier Monaten führte das Land einen unterirdischen Test durch.
Nach der Wiederaufnahme der sechs-Parteien-Gespräche sagte Nord-Korea Anfang diesen Monats zu, die wichtigen Nuklearanlagen von Yongbyon stillzulegen. Auch will das land eine Liste all jener Nuklearprogramme, Installationen und Vorräte vorlegen, die es zu demontieren gedenkt.
Im Gegenzug bekommt das verarmte Land für 300 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe in Form von Öl und Nahrungsmitteln. Gleichzeitig werden Washington und Pyöngyang beginnen, über eine Normalisierung ihrer Beziehungen zu sprechen. 2002 hatte Präsident Bush das Land noch der „Achse des Bösen“ zugeteilt.
Wie ElBaradei sagt, macht der Brief den Eindruck, als sei dem Land daran gelegen, die Beziehung zur IAEA zu verbessern. Weiter sagte er, dass die Aufgabe eines ersten Gespräches natürlich sein werde, einen Plan zur Stillegung der Installation von Yongbyon zu erstellen. Wichtiger sei jedoch, Nordkorea klar zu machen, dass es aufs Neue ein vollwertiges Mitglied der IAEA-Gemeinschaft werden solle.
Ein Sprecher der US-Regierung sagte gestern, dass „dies zeigt, dass wir nun mit der Umsetzung der Übereinkunft beginnen.“ Die USA seien gespannt, was ElBaradei nach seiner Rückkehr berichten werde. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte den Besuch gestern als einen „guten Anfang“.
Es scheint so, daß Ausgewogenheit zur Zeit nicht mehr gefragt ist. Hier schreibt die Iraneri Nasrin Alawi über Geschichte und Konsequenzen. Alawi hat im Westen studiert und arbeitet jetzt im Iran für eine iranische NGO. Daß sie beileibe keine Speichelleckerin des Regimes ist, zeigt sich z.B. an ihrem Buch
Hier ist die Kurzbeschreibung des Buches, das ich rechts im Bücher-sidebar schon einmal recht lange aufgeführt hatte:Kurzbeschreibung
Nasreen Alavi fängt die unglaublich lebendige Untergrund-Szene der iranischen Blogger ein und schildert ein junges, modernes Land, das kurz davor zu stehen scheint, die Mullah-Herrschaft abzuschütteln – sofern kein militärischer Angriff von außen erfolgt. Wo gibt es auf der Welt eine moderne islamische Gesellschaft, fragen im Westen viele – dabei wissen wir nur nicht, was im Iran unter der Decke des fundamentalistischen Regimes vor sich geht. Der Bildungsstand und die Vertrautheit mit modernen Medien sind im Iran höher als in manchen europäischen Ländern; 70 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre. Und das Internet ist zu dem Medium des Protestes gegen die Herrschaft der Mullahs geworden: Es gibt mehr als 75.000 persische Weblogs, Internet-Tagebücher – mehr als in deutscher, italienischer oder spanischer Sprache. Mit den Blogs – der einzigen Möglichkeit, sich frei zu äußern – unterläuft eine junge Subkulturdie Zensur. Nasreen Alavi hat diese lebendige Szene in ihrem Buch eingefangen. Die jungen Web-Autoren sprechen mit viel Witz, Phantasie und Zorn über ihre Konflikte mit dem Gesetz, die Situation der Frauen, diskutieren über Repression und Widerstand, Religion und Medien, über Musik und Partys, erzählen von der Liebe und der Trauer über verschwundene Helden. Frappierend, wie vertraut den Bloggern der westliche, ja, der amerikanische Lebensstil ist. Das Regime reagiert mit Repression: Blogger werden regelmäßig verhaftet, gefoltert und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Doch die Netz-Community scheint nicht mehr zu stoppen zu sein. Ein militärischer Angriff durch die USA allerdings würde all dies wieder zerstören, da sind sich die Blogger einig.
Und von Shirin Ebadi, die einigen doch so am Herzen lag, hört man auch nichts mehr...

bigberta - 4. Apr, 16:15









































