Aus der Reihe "Was macht eigentlich..." - Ayaan Hirsi Ali - Teil 2

Die, die sie hier auf den Schild heben, wollen uns immer erzählen, in den Niederlanden habe sie breite Zustimmung erfahren. Dazu hier einige niederländische Stimmen, zunächst noch einmal eine aus dem Jahr 2006:
Ayaan, Rita und die Schlange, die sich selbst verschluckte
Von Abdullah Haselhoef
Abdullah Haselhoef ist Publizist, wohnt in Zeeland und ist der einzige Sohn eines jüdischen Vaters und einer muslimischen Mutter. Er hat im psychologisch-medizinischen Zentrum Parnassia als erster muslimischer Seelsorger der Niederlande gearbeitet.Sein Beitrag erschien auf wijblijvenhier zwar schon im letzten Jahr, ruft die Geschehnisse aber noch einmal recht gut in Erinnerung.
Die Schlange
Voriges Jahr gab es im Zoo von Taiwan eine Schlange, die versuchte, sich selbst aufzufressen. Können Sie sich das vorstellen? Eine Schlange, die mit ihren eigenen Giftzähnen versucht, ihren eigenen Schwanz zu verschlingen? Und was bleibt denn, nachdem sie sich selbst gefressen hat?
Der Kopf
Mevrouw Rita Verdonk, die sich in ihren Auftrag verbissen hat, nicht ein einziges Mal Mitgefühl mit einem Ausländer zu zeigen, wie zum Beispiel dem Fußballer Salomon Kalou oder der vielsversprechenden Schülerin Taida Pasic. Wie Verdonk sagt, sind die Niederlande voll. Da gibt es eine linke und rechte Grenze und sie kommt nicht vom Weg ab. Keinerlei Ausnahmen! Und zum Wohle ihrer Geradlinigkeit konnte sie auch keine Ausnahme für ihre Parteigenossin machen.
Der Schwanz
Mevrouw Ayaan Hirsi Magan, die sich in ihre Mission verbissen hat, den "überlegenen" Westen davon zu überzeugen, daß es einen liberalen Islam nicht gibt, und überhaupt der islam mit dem Westen nicht vereinbar ist. Mevrouw Magan - sie hat sich dermaßen festgebissen, daß sie nach eigenen Angaben einem Beinahe- Ehrenmord, einer Beschneidung, einer Zwangsheirat und fünf Kriegen zum Opfer fiel.
Der Körper
Beide Damen waren sehr populär und holten für die VVD die meisten Stimmen. Dadurch, daß sie sich jetzt unfreiwillig als Gegner gegenüberstehen, ist nichts anderes denkbar, als daß sie sich gegenseitig und beide zusammen dem Körper, der VVD großen Schaden zufügen.
Das Diner
Der Schaden, den sich die beiden zugefügt haben, ist aus meiner Sicht so groß, daß ich mich frage, ob es für beide, sowohl Magan als auch Verdonk, nach dieser Beisserei in der Politik überhaupt noch Platz gibt.
Das Dessert - Zembla
Nachdem die Schlange sich selbst aufgefressen hat, bleiben für mich noch eine Menge Fragen offen, besonders, nachdem ich die Sendung von Zembla mit den vermeintlichen Lügen der "Heiligen Ayaan" nochmals im Internet gesehen hatte.
Die erste Frage ist: wurde sie wirklich zur Heirat gezwungen?
So behauptet Frau Magan, daß sie bei ihrer Hochzeit mit einem von ihrem Vater aufgezwungenen Mann nicht anwesend war. Nach dem Propheten Muhammad, auf dem der Friede sei, ist es verboten, jemanden zur Ehe zu zwingen. Jede Ehe, die so zustande kommt, kann aufgelöst werden. Dazu hätte sie Kenia nicht verlassen müssen.
Allerdings: wenn eine die Wahl hat zwischen einem selbst ausgesuchten , aber armen lokalen Bewerber und einer arrangierten Ehe, die das Ticket nach Europa bedeutet, ist für viele Afrikanerinnen die Wahl nicht schwer. Und somit verfällt für mich auch aus diesem Grund die "Zwangsheirat".
Übrigens ist es in vielen islamischen Ländern nicht unüblich, daß Frauen, und somit auch die Braut, ihr eigenes Fest haben, genau wie Männer und Bräutigam. Somit hat sie, rein technisch gesehen, hier sogar recht, wenn sie sagt, daß sie nicht bei ihrer Hoichzeit, nicht beim Fest der Männer war.
Zweite Frage: der "Ehrenmord"
Wenn Frau Magan so sehr um ihr Leben gefürchtet hat - warum ist sie denn schon nach einem Jahr in einer Fernsehsendung erschienen? Und falls ihr Mann ihr hätte Böses antun wollen - warum hat er das nicht getan, als er sie besucht hat?
Die Antwort ist einfach: den "Ehrenmord" finden wir hauptsächlich in Ländern mit mediterraner Kultur, wie zum Beispiel Spanien, Griechenland oder Türkei, und (wenn jemand einen "Ehrenmord" begeht) sagt das nichts darüber aus, ob jemand Christ oder Muslim ist.
Ich habe mich mit einflussreichen Somalis unterhalten, und sie haben mir gesagt, daß der "Ehrenmord" in der somalischen Kultur nicht vorkommt.
(Es bleibt ein)bitterer Nachgeschmack.
Nach dem Schlangendinner und dem Zembla-Dessert bleibt für mich ein bitterer Nachgeschmack und ein leeres Gefühl zurück. Schaue ich zurück, wie in den vergangenen 4 Jahren die Islam-Debatte auf die Tagesordnung gesetzt wurde, so frage ich mich, was sich denn nun wirklich zum Positiven verändert hat: Gibt es mehr oder weniger radikale Muslime und wie kommt das? Gibt es jetzt mehr oder weniger Anzeigen von "islamischer" häuslicher Gewalt? Gibt es nun mehr oder weniger Vorbilder für Integration?
Der Grund, warum sich ausser dem Ton, mit dem die Debatte in der Gesellschaft nichts verändert hat, ist in dem Phänomen zu suchen, daß man bisher die gesamte Islam-Diskussion nicht mit den Muslimen geführt hat, sondern über sie.
Die Emanzipation und Integration der Muslime beginnt erst, wenn durch die Debatten stolze und bewusste Muslime vollständig in die Gesellschaft einbezogen werden. Die einzigen Menschen, die den Islam an unsere niederländischen Umgangsformen adaptieren können, sind die authentischen Muslime selbst. Doch das werden sie nicht können, solange man ihnen weder in der öffentlichen noch in der internen Debatte Raum gibt.
Das schlußendliche Resultat des verbissenen Streits der mevrouw Magan wird sein, daß sich sowohl Muslime als auch profilierte einheimische Nicht-Muslime in diesem Land immer weniger heimisch und sicher fühlen und emigrieren.
Falls es jemand noch genauer wissen will, als Abdullah Haselhoef es ausgeführt hat: hier ist noch ein link zu Telepolis vom letzten Juli, wo man sich die ganze Räuberpistole noch mal zu Gemüte führen kann.
Und dass diese Expatsvon aussen sehen, was an Porzellan zerschlagen wurde , zeigt diese Umfrage unter Auslandsniederländern: Expats machen sich Sorgen um die "rechten" Niederlande
Niederländer im Ausland machen sich Sorgen um das politische Klima daheim.
Das geht aus einer Umfrage hervor, die das neue Wochenblatt von nrc, nrc De Week für Niederländer im Ausland und der niederländische Weltrundfunk unter Auslandsniederländern durchgeführt haben.
Auffallend viele Teilnehmer benennen die aktuelle, rechte Politik als etwas, das sie im Ausland nicht vermissen. 'Menschen wie Geert Wilders, die nichts tun als Hassgefühle züchten...sind für mich ein Stimulans, noch einige Zeit im Ausland zu bleiben', schreibt ein Niederländer, der in China wohnt, und ein anderer vermisst die kleinkarierte Art und Weise im Umgang mit kulturellen Veränderungen nicht.
Viele vermissen die Hema, (so in etwa wie hier Kaufhof oder Karstadt.BB)die sie als einzigen Betrieb nannten. Weiter vermissen sie Sirupwaffeln, Graubrot und Wolken....
Im Aufsatz von Sulaiman Wilms, Literarisierte "Kampfprosa", steht dies:
„Wir stehen“, so Hirsi Ali, „einer breiten, totalitären Bewegung gegenüber, die versucht, überall reelle Macht zu bekommen: in den Regierungen, den Gewerkschaften, den Universitäten bis hinunter zu den Familien.“ Hier bedient die in Somalia geborene Politikerin das Bedrohungsszenarios eines Islams, der die Übernahme Europas plant.
Was die Vorzeigemigrantin mit den als Gefahr eingestuften Muslimen Europas machen will, lässt sie uns auch wissen: „Wir können nur einen Teil ausweisen. ... viele haben bereits die Staatsangehörigkeit. Die Staatsangehörigkeit muss künftig ein gesellschaftlicher Vertrag sein: Sie stimmen unseren Werten zu, sie sind politisch loyal ... Und so bald sie beginnen, unser System auszuhöhlen, werden sie abgeschoben.“
„Diejenigen, die die Freiheit wollen“, dass heißt, nicht jene Europäer, die im Gegenzug dazu keine Freiheit mehr wollen, „müssen in letzter Konsequenz bereit sein, für die Verteidigung dieser Freiheit und deren Institutionen zu sterben. Nur dann können wir diesen Krieg gewinnen.“ Wundert es irgend jemanden, dass sie nun das „alte Europa“ verlässt, um einen Job am neokonservativen ThinkTank „Institute for American Enterprise“ anzutreten, dem die USA einen Teil ihrer Kriegspropaganda der letzten Jahre verdankt?
Teil 3 folgt.
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bigberta - 1. Mai, 22:15




















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