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Dienstag, 1. Mai 2007

Aus der Reihe "Was macht eigentlich..." - Ayaan Hirsi Ali - Teil 2

hirsi_verdonk_2_76380a1
Die, die sie hier auf den Schild heben, wollen uns immer erzählen, in den Niederlanden habe sie breite Zustimmung erfahren. Dazu hier einige niederländische Stimmen, zunächst noch einmal eine aus dem Jahr 2006:

abdullah_thumb

Ayaan, Rita und die Schlange, die sich selbst verschluckte
Von Abdullah Haselhoef

Abdullah Haselhoef ist Publizist, wohnt in Zeeland und ist der einzige Sohn eines jüdischen Vaters und einer muslimischen Mutter. Er hat im psychologisch-medizinischen Zentrum Parnassia als erster muslimischer Seelsorger der Niederlande gearbeitet.Sein Beitrag erschien auf wijblijvenhier zwar schon im letzten Jahr, ruft die Geschehnisse aber noch einmal recht gut in Erinnerung.


Die Schlange
Voriges Jahr gab es im Zoo von Taiwan eine Schlange, die versuchte, sich selbst aufzufressen. Können Sie sich das vorstellen? Eine Schlange, die mit ihren eigenen Giftzähnen versucht, ihren eigenen Schwanz zu verschlingen? Und was bleibt denn, nachdem sie sich selbst gefressen hat?
Der Kopf
Mevrouw Rita Verdonk, die sich in ihren Auftrag verbissen hat, nicht ein einziges Mal Mitgefühl mit einem Ausländer zu zeigen, wie zum Beispiel dem Fußballer Salomon Kalou oder der vielsversprechenden Schülerin Taida Pasic. Wie Verdonk sagt, sind die Niederlande voll. Da gibt es eine linke und rechte Grenze und sie kommt nicht vom Weg ab. Keinerlei Ausnahmen! Und zum Wohle ihrer Geradlinigkeit konnte sie auch keine Ausnahme für ihre Parteigenossin machen.
Der Schwanz
Mevrouw Ayaan Hirsi Magan, die sich in ihre Mission verbissen hat, den "überlegenen" Westen davon zu überzeugen, daß es einen liberalen Islam nicht gibt, und überhaupt der islam mit dem Westen nicht vereinbar ist. Mevrouw Magan - sie hat sich dermaßen festgebissen, daß sie nach eigenen Angaben einem Beinahe- Ehrenmord, einer Beschneidung, einer Zwangsheirat und fünf Kriegen zum Opfer fiel.
Der Körper
Beide Damen waren sehr populär und holten für die VVD die meisten Stimmen. Dadurch, daß sie sich jetzt unfreiwillig als Gegner gegenüberstehen, ist nichts anderes denkbar, als daß sie sich gegenseitig und beide zusammen dem Körper, der VVD großen Schaden zufügen.
Das Diner
Der Schaden, den sich die beiden zugefügt haben, ist aus meiner Sicht so groß, daß ich mich frage, ob es für beide, sowohl Magan als auch Verdonk, nach dieser Beisserei in der Politik überhaupt noch Platz gibt.
Das Dessert - Zembla
Nachdem die Schlange sich selbst aufgefressen hat, bleiben für mich noch eine Menge Fragen offen, besonders, nachdem ich die Sendung von Zembla mit den vermeintlichen Lügen der "Heiligen Ayaan" nochmals im Internet gesehen hatte.

Die erste Frage ist: wurde sie wirklich zur Heirat gezwungen?
So behauptet Frau Magan, daß sie bei ihrer Hochzeit mit einem von ihrem Vater aufgezwungenen Mann nicht anwesend war. Nach dem Propheten Muhammad, auf dem der Friede sei, ist es verboten, jemanden zur Ehe zu zwingen. Jede Ehe, die so zustande kommt, kann aufgelöst werden. Dazu hätte sie Kenia nicht verlassen müssen.
Allerdings: wenn eine die Wahl hat zwischen einem selbst ausgesuchten , aber armen lokalen Bewerber und einer arrangierten Ehe, die das Ticket nach Europa bedeutet, ist für viele Afrikanerinnen die Wahl nicht schwer. Und somit verfällt für mich auch aus diesem Grund die "Zwangsheirat".
Übrigens ist es in vielen islamischen Ländern nicht unüblich, daß Frauen, und somit auch die Braut, ihr eigenes Fest haben, genau wie Männer und Bräutigam. Somit hat sie, rein technisch gesehen, hier sogar recht, wenn sie sagt, daß sie nicht bei ihrer Hoichzeit, nicht beim Fest der Männer war.

Zweite Frage: der "Ehrenmord"
Wenn Frau Magan so sehr um ihr Leben gefürchtet hat - warum ist sie denn schon nach einem Jahr in einer Fernsehsendung erschienen? Und falls ihr Mann ihr hätte Böses antun wollen - warum hat er das nicht getan, als er sie besucht hat?
Die Antwort ist einfach: den "Ehrenmord" finden wir hauptsächlich in Ländern mit mediterraner Kultur, wie zum Beispiel Spanien, Griechenland oder Türkei, und (wenn jemand einen "Ehrenmord" begeht) sagt das nichts darüber aus, ob jemand Christ oder Muslim ist.
Ich habe mich mit einflussreichen Somalis unterhalten, und sie haben mir gesagt, daß der "Ehrenmord" in der somalischen Kultur nicht vorkommt.

(Es bleibt ein)bitterer Nachgeschmack.
Nach dem Schlangendinner und dem Zembla-Dessert bleibt für mich ein bitterer Nachgeschmack und ein leeres Gefühl zurück. Schaue ich zurück, wie in den vergangenen 4 Jahren die Islam-Debatte auf die Tagesordnung gesetzt wurde, so frage ich mich, was sich denn nun wirklich zum Positiven verändert hat: Gibt es mehr oder weniger radikale Muslime und wie kommt das? Gibt es jetzt mehr oder weniger Anzeigen von "islamischer" häuslicher Gewalt? Gibt es nun mehr oder weniger Vorbilder für Integration?
Der Grund, warum sich ausser dem Ton, mit dem die Debatte in der Gesellschaft nichts verändert hat, ist in dem Phänomen zu suchen, daß man bisher die gesamte Islam-Diskussion nicht mit den Muslimen geführt hat, sondern über sie.
Die Emanzipation und Integration der Muslime beginnt erst, wenn durch die Debatten stolze und bewusste Muslime vollständig in die Gesellschaft einbezogen werden. Die einzigen Menschen, die den Islam an unsere niederländischen Umgangsformen adaptieren können, sind die authentischen Muslime selbst. Doch das werden sie nicht können, solange man ihnen weder in der öffentlichen noch in der internen Debatte Raum gibt.
Das schlußendliche Resultat des verbissenen Streits der mevrouw Magan wird sein, daß sich sowohl Muslime als auch profilierte einheimische Nicht-Muslime in diesem Land immer weniger heimisch und sicher fühlen und emigrieren.

Falls es jemand noch genauer wissen will, als Abdullah Haselhoef es ausgeführt hat: hier ist noch ein link zu Telepolis vom letzten Juli, wo man sich die ganze Räuberpistole noch mal zu Gemüte führen kann.

Und dass diese Expatsvon aussen sehen, was an Porzellan zerschlagen wurde , zeigt diese Umfrage unter Auslandsniederländern: Expats machen sich Sorgen um die "rechten" Niederlande

Niederländer im Ausland machen sich Sorgen um das politische Klima daheim.
Das geht aus einer Umfrage hervor, die das neue Wochenblatt von nrc, nrc De Week für Niederländer im Ausland und der niederländische Weltrundfunk unter Auslandsniederländern durchgeführt haben.
Auffallend viele Teilnehmer benennen die aktuelle, rechte Politik als etwas, das sie im Ausland nicht vermissen. 'Menschen wie Geert Wilders, die nichts tun als Hassgefühle züchten...sind für mich ein Stimulans, noch einige Zeit im Ausland zu bleiben', schreibt ein Niederländer, der in China wohnt, und ein anderer vermisst die kleinkarierte Art und Weise im Umgang mit kulturellen Veränderungen nicht.

Viele vermissen die Hema,
(so in etwa wie hier Kaufhof oder Karstadt.BB)die sie als einzigen Betrieb nannten. Weiter vermissen sie Sirupwaffeln, Graubrot und Wolken....

Im Aufsatz von Sulaiman Wilms, Literarisierte "Kampfprosa", steht dies:
„Wir stehen“, so Hirsi Ali, „einer breiten, totalitären Bewegung gegenüber, die versucht, überall reelle Macht zu bekommen: in den Regierungen, den Gewerkschaften, den Universitäten bis hinunter zu den Familien.“ Hier bedient die in Somalia geborene Politikerin das Bedrohungsszenarios eines Islams, der die Übernahme Europas plant.
Was die Vorzeigemigrantin mit den als Gefahr eingestuften Muslimen Europas machen will, lässt sie uns auch wissen: „Wir können nur einen Teil ausweisen. ... viele haben bereits die Staatsangehörigkeit. Die Staatsangehörigkeit muss künftig ein gesellschaftlicher Vertrag sein: Sie stimmen unseren Werten zu, sie sind politisch loyal ... Und so bald sie beginnen, unser System auszuhöhlen, werden sie abgeschoben.“
„Diejenigen, die die Freiheit wollen“, dass heißt, nicht jene Europäer, die im Gegenzug dazu keine Freiheit mehr wollen, „müssen in letzter Konsequenz bereit sein, für die Verteidigung dieser Freiheit und deren Institutionen zu sterben. Nur dann können wir diesen Krieg gewinnen.“ Wundert es irgend jemanden, dass sie nun das „alte Europa“ verlässt, um einen Job am neokonservativen ThinkTank „Institute for American Enterprise“ anzutreten, dem die USA einen Teil ihrer Kriegspropaganda der letzten Jahre verdankt?

Teil 3 folgt.
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Update: Falscher Krieg, falsche Wortwahl: Islamo-Faschismus

Heute gerate ich an einen famosen Artikel zum Thema auf dem Spiegelfechter-blog, das sich übrigens mit seinen Zugriffszahlen zurecht ganz hervorragend anlässt:

Islamo-Faschismus oder “Wer Faschist ist bestimmen wir
Feb 23rd, 2007 by Spiegelfechter
Eine Gesellschaft, die vom Erdöl abhängig ist wie der Junkie von seiner täglichen Dosis, handelt auch ähnlich triebgesteuert. Der Fokus des Interesses ist es den nötigen Stoff zu bekommen. Gesellschaftlich ist dies indes nicht anerkannt – wird der Konsum als solcher als Krankheit gesehen, der man mit Ersatzdrogen (Methadon, Atomkraft) beikommen will, so ist die Beschaffungskriminalität der Kern des Problems, der die meisten negativen Folgen mit sich bringt.

Öl - der Saft nach dem die Welt giert
Die Begehrlichkeiten der Mächtigen im Weißen Haus sind vor allem auf eine Region konzentriert, den Nahen Osten. Hier sind die umfangreichsten Lagerstätten, die auch für die Zukunft prächtigen Nachschub versprechen. Die „gesicherten“ Erdölquellen der USA reichen alleine nicht mehr aus, die SUVs zu speisen und die Reserven verheißen alarmierendes: „Peak-Oil, das Ölzeitalter (so werden es künftige Historiker wohl bezeichnen) neigt sich dem Ende zu“. Peak-Oil hat die letzte Runde des Verteilungskampfes eingeläutet, in der neben den USA auch aufstrebende ölfressende Riesen, wie Indien und China und wiedererstarkte Energiezaren (1) beteiligen. In den Kammern der bellizistischen Beraterinstitute steht die Uhr auf 5 vor 12.

Hier geht es weiter mit dem Artikel, dessen Lektüre ich wärmstens empfehle.
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update vom 2. September, 11:00
hier ist der Link zu einem Gespräch mit dem Leiter des Instituts für deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv, Moshe Zuckermann, gefunden bei Telepolis:

"Der islamistische Fundamentalismus hat mit Faschismus nichts zu tun"

Gerhard Hanloser 24.08.2006
Ein Gespräch mit Moshe Zuckermann über die Situation im Nahen Osten, den islamischen Fundamentalismus, die israelische Politik und einen möglichen Einsatz deutscher Soldaten
Moshe Zuckermann wurde 1949 in Tel Aviv geboren. Mit seiner Familie kam er 1960 nach Deutschland und kehrte 1970 nach Israel zurück. Zuckermann Leiter des Instituts für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv. Seit langem setzt er sich für den Friedensprozess mit den Palästinensern ein und ist ein scharfer Kritiker der israelischen Politik. Veröffentlichungen u.a.: Israel – Deutschland – Israel. Reflexionen eines Heimatlosen (2006); Zweierlei Israel (2003); Gedenken und Kulturindustrie (1999); Zweierlei Holocaust (1998).
Es ist einfach zu benennen, wer der Verlierer des über einen Monat eskalierenden Libanonkrieges ist. Das sind zum einen große Teile der libanesischen Zivilbevölkerung, die teilweise vollständig ihr Hab und Gut verloren hat, es ist aber auch wegen des permanenten Raketenbeschusses durch die Hizbollah die israelische Bevölkerung im Norden des Landes. Wer könnte Gewinner dieses eskalierenden Konflikts sein, wer hatte überhaupt ein Interesse, diesen Konflikt vom Zaun zu brechen?
Moshe Zuckermann: Nun, wenn Sie das schon so formulieren, muss ich ergänzen, dass große Teile der Zivilbevölkerung Israels nicht nur wegen des Beschusses der Hizbollah Opfer sind, sondern auch weil sie als Geisel der israelischen Regierung und ihrer Gewaltpolitik fungierten.

Für mehr hier lang.
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Ja, ei, gugge, da war BigBerta mit dem Übersetzen einen Tag schneller als die TAZ. (Dank an Arne Hoffmann.)
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oder: Wrong War Wrong Word nennt die US-Autoin Katha Pollit ihren Beitrag in der online-Ausgabe von The Nation. Sein Thema ist:

Hast Du die Sprache, so hast Du die Debatte.
via: Hinter meinem Schreibtisch.

Jaja, mein Reden, deswegen ja auch meine Einträge zu den umgewidmeten Begriffen.

Hier der Beitrag:

Kontrollierst Du die Sprache, kontrollierst du die Debatte. Da die Nahostpolitik der Bush-Administration in einer immer blutigeren Zusammenhanglosigkeit versinkt, bekam der "Krieg gegen den Terror" eine lingusistische Auffrischung. Das wurde dann "der Krieg gegen den Islamofaschismus". Dieser Begriff kreist schon seit 1990, als die Historikerin und Autorin den Begriff "Islamofaschismus" im Londoner "Independent benutzte, um autoritäre Regierungen der islamischen Welt zu beschreiben. Nach dem 11. September schnappten ihn Neocons und bellizistische Bescheidwisser (prowar pundits) auf, einschließlich Stephen Schwartz im Spectator und Christopher Hitchens in diesem Magazin, um damit einen breiten Schwaden von Muslim bad guys zu beschreiben, angefangen von Osama bin Laden bis hin zu den Mullahs im Iran.

Der Begriff kam diesen August in den Mainstream, als Bush sich auf die kürzlich in Großbritannien vereitelten Selbstmordanschläge bezog, die er als "starke Mahnung. daß diese Nation sich im Krieg mit islamischen Faschisten befindet. Joe Lieberman vergleicht den Krieg im Irak mit "dem Spanischen Bürgerkrieg, der ein Vorbote war von dem, was noch kommen würde. Der Schwenk weg vom "Krieg" gegen den Terroer" kam für die Sprechpuristen, die Probleme hatten, gegen eine Taktik Krieg zu führen, keinen Moment zu früh. Und nicht zu reden von jenen, die fragten, wenn denn der Terrorismus das Problem, warum der Einmarsch in den Iran die Lösung sei. (Aus einer Pressekonferenz des Präsidenten am 21. August: Frage: "Aber was hat der Irak mit dem 11. September zu tun?" - antwort: "Nichts." Nun sagt er's.

Und was ist falsch mit "Islamo-Faschismus"? Für Anfänger: es ist eine schreckliche historische Analogie: Italienischer Faschismus, Deutscher Nationalsozialismus und andere europäische faschistische Bewegungen der zwanziger und dreißiger Jahre waren nationalistisch und säkular, fest verbunden mit dem internationalen Kapital und darauf gerichtet, machtvolle, allumfassende Staaten zu schaffen, die auf der Höhe ihrer Zeit waren. Einige ihrer Insignien mögen anti-modern gewesen sein, wie Mussolinis Rückschau auf das alte Rom und die Faszination der Nazis für nordische Mythologie und anderen Wagner-Quatsch - doch der grundlegende Impetus war modern, bürokratisch und rational. Man würde keinen faschistischen Führer finden, der die Bibel zu Rate zieht, um auszuknobeln, wie er das Bankensystem, die Frauenmode oder das Strafrecht organisiert. Sogar der faschistische Antisemistismus war "wissenschaftlich". Das "Problem" war die angebliche, angeblich genetisch bedingte Minderwertigkeit und Andersartigkeit der Juden, die unzählige Biologen, Anthropologen und Mediziner "beweisen" sollten - und nicht etwa, daß die Juden Christus ermordet hätten oder einem falschen Glauben anhingen. Nennt mich einen Pedanten, doch, wäre es nur aus dem Grunde, uns zu erinnern, daß die schlimmsten Barbareien der modernen Zeit von den modernsten Menschen begangen wurden, so wäre es mir wert, den Begriff "Faschismus" als Begriff mit einem speziellen historischen Gehalt zu bewahren.

Zweitens - und wichtiger: "Islamofaschismus" verschmilzt viele verschiedene und und ungleiche Staaten, Bewegungen und Organisationen miteinander, als ob sie, wie seinerzeit die Faschisten, alles das gleiche Ziel hätten und alle gemeinsam daran arbeiteten, es zu erreichen. Neocons nannten Saddam Hussein und die syrischen Baathisten "Islamofaschisten", doch diese relativ säkularen nationalistischen Tyrannen haben nichts gemeinsam mit der staatenlosen, fundamentalistischen Schattenmacht namens Al Qaida - wie mittlerweile sogar Bush zugibt - und die Taliban, die das Land ins siebte Jahrhundert zurückführen wollten, gleichen dem Iran nicht, der verschieden ist (und manchmal weniger repressiv) als Saudi-Arabien - uuups, unser großer Alliierter im Nahen Osten! Wer sind denn die "Islamo-Faschisten" in Saudi-Arabien - das gegenwärtige Regime oder seine religiös-fanatischen Gegner?

Es war die aktuell existierende Regierung, die von den USA unterstützt wurde, unter der Schülerinnen in ihre brennende Schule zurückgetrieben wurden und man ihnen verwehrte, unverschleiert den Flammen zu entkommen. Unter dieser Regierung werden Menschen ausgepeitscht und geköpft, dürfen Frauen nicht wählen und kein Fahrzeug führen und der Dress-Code wird von Staats wegen gewaltsam erzwungen. Der Wahhabismus, dieses "islamofaschistische" Bekenntnis wird um die Welt exportiert.

"Islamofaschismus" sieht aus wie ein analytischer Begriff, ist aber ein emotionaler, der uns dazu bringt, weniger zu denken und mehr zu fürchten. er präsentiert und die verwirrende Politik der muslimischen Welt als simples "wir" gegen "die", mit dem Krieg als letzendlich einziger Antwort, und mit Hitler.

Wenn Sie einen Zweifel daran haben, daß jeder britische Muslim unter dreissig bereit ist, sich für Allah in die Luft zu sprengen, oder daß das Zerreissen unserer Verfassung der Weg ist, uns vor Selbstmordbombern zu schützen, wenn Sie meinen, Hamas wäre weniger populär, wenn die Palästinenser nicht so arm dran wären, werden Sie auf Neville Chamberlain (und das Wort vom appeasement, BB) zurückgeworfen, während Bush FDRspielt, Franklin Delano Roosevelt, (den US-Präsidenten währen des "Zweiten Weltkrieges" BB). "Islamofaschismus" rettet die Neocons vor einer herben Verurteilung des Einmarsches in den Irak, der ja angeblich ("ein Kinderspiel...Rosen...Leckerchen...Chalabi") war, indem sie das heraufziehende Debakel zur Randnotiz einer wesentlich größeren Geschichte machten, nämlich der von den bösen Verrückten, die die Grüne Fahne des islam über den Hauptstädten des Westens hissen wollen.

Plötzlich ist es bloß ein Detail, daß Saddam mit dem 11. September nichts zu tun hatte, daß er keine Massenvernichtungswaffen hatte, daß er überhaupt nicht bereit war, die Vereinigten Staaten oder Israel anzugreifen - er hasste die Freiheit, und das reichte. Es macht auch nichts, daß die irakischen Sunniten und Schiiten offenbar weniger daran interessiert sind, sich gegenseitig umzubringen, als die Ummah zu einen. (Ummah, die islamische Gemeinschaft, Gegenbegriff zu "Nation". BB) Mit etwas Glück sind wir dann so verängstigt, daß wir die andere Seite nicht mehr anhören wollen, ist sie doch eindrucksvoll im Irrtum bezüglich der größten politisch-miltärischen Initiative der letzten 30 Jahre und ihre Kahlköpfe werden viele weitere Nächte auf unseren Fernsehschirmen leuchten. Auf nach Teheran.

Es bleibt abzuwarten, ob "Islamofaschismus" die linksliberalen Serurity Moms zurückgewinnen wird, die 2004 für Bush gestimmt haben, , seit kurzem aber im Lager der Demokraten sind. Wie ich zum Beispiel geschrieben habe, hat die New York Times eine Seite "offener Briefe" von der Al Kharafi Gruppe, einer gigantischen kuwaitischen Baufirma, veröffentlicht, die dazu schrieb:
Wir denken, hier liegt eine falsche Begriffsbestimmung vor - wer verdient es, 'Faschist' genannt zu werden?
"Islamofaschismus" macht ohne Sinn auch noch die zusammenschmelzende Gruppe von Muslimen wütend, die uns noch nicht hassen. Zur gleichen Zeit vernebelt es eine Menge von Situationen mit Ideologie: Libanon, Palästina, Sprengstoffattentate auf Flugzeuge und (U-)Bahnen, Afghanistan, Irak - wir müssen dringend klar sehen und diese Themen mit der nötigen Aufmerksamkeit behandeln.

Kein Wunder, daß die, die uns das Desaster im Irak eingebrockt haben, auf den Begriff so stolz sind.

Lysis bringt weiteres Material und die Diskussion ist dort schon weiter, für meinen Geschmack jedoch etwas zu sehr auf den europäischen Kontext fixiert.

Auch ganz interessant:
Geschichte der Religionspolizei
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Montag, 30. April 2007

Gallup: Muslime skeptischer gegen Gewalt, aber sexuell konservativer

Den folgenden Artikel habe ich im blog der f*cking queers gefunden:

Vor etwa einer Woche wurden die britischen Teilergebnisse einer europaweiten Umfrage des Gallup-Instituts veröffentlicht, die offenbar zum Ziel hatte, die Einstellungen von Muslimen mit denen der Gesamtbevölkerung zu vergleichen. Im Großen und Ganzen widerlegen die Zahlen das Feindbild, an dem Islamophobe jahrelang gestrickt haben, bestätigen aber auch einige Klischees hinsichtlich des sexuellen Konservatismus, der Muslimen häufig — und offenbar nicht ganz zu unrecht — unterstellt wird. (mehr…)
Aber ich bin sicher, daß sich die, deren Wahnsystem schon zementiert ist, auch von facts and figures nicht beinflussen lassen.

Sonntag, 22. April 2007

Das Netzwerk des politischen Inkorrektismus - such' den Musel, such den Musel...

Und hier gehört ein Header hin, allen Politisch-Inkorrekten gewidmet:
Inspiration bei Spiegelfechter

Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht!

Die_totale_Wahrheit
Wollt Ihr die totale Wahrheit? Jaaa...

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update 22.04.07 Arne Hoffmann und einige andere blogs haben die Geschichte weiter verfolgt. Nun ja, war'n Versuch...

update 19.04.07: Ja, so als tapferer Streiter bzw. tapfere Streiterin ist man natürlich immer beschäftigt. Liebe Kinder. Es gibt Neuigkeiten! Der Amokläufer des Virginia-Tech-Massakers ist natürlich ein Konvertit. Und wer hat es herausgefunden: s' Gudrun (Eussner). PI holt sich einen drauf runterdiskutiert das ausgiebig. Spürnase Gudrun findet immer so tolle Sachen! Aber nichts ist so schön wie die Geschichte mit den Palästinensern, die die Gedärme eines gelynchten Israelis gefressen haben. Kennt Ihr die Geschichte mit den Bonsai Kitten? Das soll angeblich ein Hoax sein. Wenn das mal nicht auch Musels waren. Schaf Gudrun übernehmen!

PS: Wer wissen will, wie es momentan an der Uni in Virginia aussieht: hier lang.
Und das schreibt Telepolis.
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Das heutige update ist wieder ein Dokument des Wahns - manchmal weiss man nicht, ob man nicht einfach nur laut loslachen soll. Strukturell übrigens sehr ähnlich der unten geposteten "Paule"-Geschichte. Natürlich nur echt bei PI:
(link gibt es immer noch nicht)

15. April 2007: Ein Bild aus dem Herzen Berlins

tiergarten1_200
Heute erhielten wir folgende Email eines Lesers aus Berlin: Hallo PI-Team, wo wurde das angehängte Foto wohl geschossen? In Ankara? Falsch! In Istanbul? Falsch! Habe ich eine Zeitmaschine und ein Foto aus dem Jahre 2050 aus Berlinistan mitgebracht? Nein!!! Dieses Bild stammt mitten aus dem Herzen Berlins, einem der touristisch wichtigsten Punkte der Hauptstadt, quasi aus dem Vorgarten des Bundespräsidenten. Im Hintergrund ist - wenn der Grillqualm es denn zulässt - Schloss Bellevue zu sehen. Und es ist heute, der 15. April 2007.

Die Islamisierung Berlins hat bereits stattgefunden, die türkisch-arabische Gemeinde hat zentrale Punkte der Hauptstadt besetzt und nebelt uns ein. Weit und breit ist kein Nicht-Moslem mehr zu sehen. Bekopftuchte Frauen und der vielköpfige Anhang bestimmen das Straßenbild, und wehe, ein "Ungläubiger" fühlt sich durch den massiven Auftritt und den Grillgestank belästigt.

Touristen, die sich auf dem Weg zum Bellevue hierher verirren, zögern erst und machen dann einen Umweg, denn in normalen Städten gibt es sowas nicht. Interessanterweise tragen die Frauen alle zum Kopftuch einen schön warmen Trench, dabei war es heute doch gar nicht kalt. Interessante Sitten. Das Grillgut, Wasserkanister und die komplette Wohnungseinrichtung werden mitgebracht, damit es auch an nichts fehlt. Dummerweise wird dann bei der Heimfahrt vergessen, das ganze Gerümpel wieder mitzunehmen, so dass der Tiergarten nach dem Rückzug einer Müllkippe gleicht. Die Reinigungskosten trägt der multikultiselige Senat, sprich der Steuerzahler, sprich wir - jede Woche aufs Neue! Das stinkt mir!
Viele Grüße aus dem verqualmten Berlin
Uli E.

Der Kommentarbereich ist auch wieder lesenswert. Nun, ich weiss aus sicherer Quelle von einem türkischen Grillfest... nun, mehr wird nicht verraten. Sollte dann nämlich das Sultanat wiedererrichtet werden, bin ich als Fitnesstrainerin für den Harem im Gespräch. Ihr glaubt doch nicht etwa, dass das ein Zufall ist, dass jetzt vermehrt Fitness-Weiterbildungen in der Türkei angeboten werden?
header_aerobic
Aber bloß nicht weitersagen. Das war jetzt ganz im Vertrauen...
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update am Ostersonntag im Jahre des Herrn 2007:
wie ich unten ja schon schrieb, werde es bestimmt ein Echo auf die Telepolis-Debatte geben.
In dem lesenwerten blog des Amerikaners David Vickrey stand am 10.03. dieser Artikel:
Mit solchen Freunden...
Amerika könnte einige Freunde in der deutschen blogosphäre gut gebrauchen. Unglücklicherweise sind diejenigen blogs, die sich selber als "pro-Amerikanisch" bezeichnen. oft rassistisch und enthalten rechtsextreme und militaristische Propaganda schlimmster Sorte. Das populäre deutsche blog "Politically Incorrect" hat auf seinem Banner eine amerikanische Flagge und beschreibt sich selber als glühend "pro-Amerikanisch".
Doch dieses blog hat nichts "Amerikanisches":in Post nach Post wird Haßerfülltes über Muslime in Europa, abwechselnd mit Einträgen veröffentlicht, die israelische Aktionen gegen die Palästinenser feiern.
PI, es gibt Neuigkeiten:
Amerika hasst keine Muslime. Amerika war von jeher ein Schmelztiegel für die unterschiedlichsten Rassen und Religionen. Es leben mindestens 5 Millionen Muslime in den USA und sie bilden eine der erfolgreichsten - und am meisten assimilierten - Gruppen.
Ja, auch wir haben Rassisten, die Haßerfülltes über Muslime sagen, doch sie sind im Großen und Ganzen marginalisiert - mit zwei unglückseligen Ausnahmen: dem Politpundit Pat Buchanan und dem Neocon-Kolumnisten Charles Krauthammer. Deswegen: bitte entfernt die amerikanische Flagge von Eurem blog; Euer Content ist profund Antiamerikanisch.
Für's Protokoll: Ich bin entsetzt, daß Google News PI nun indexiert und so noch mehr Leser diesem haßerfüllten Content aussetzt. Um Ihnen einen Eindruck von der Leserschaft von PI zu geben: ein Journalist schrieb unter dem Pseudonym "Bastian Engelke" einen Artikel in Telepolis, in dem er PI's rassitische Rhetorik kritisierte. Dafür geriet er in ein Trommelfeuer von Haßmails, sogar Drohungen von den PI-Fans.(Hierzu auch Dr. Dean.)

Bei Dr. Dean habe ich dann den link zum Robert Misik gefunden.

Weitere lesenswerte Einträge auf dem blog von David Vickrey: aber es geht ja noch schlimmer als PI:
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Jaja, was PI seinerzeit der Paule, ist manch anderem die Dicke Berta. Eigentlich wollte ich diese Truppe ja nicht noch durch einen link veredeln, aber sei's drum: Für die treuen -5, nach maitre/marco - leser meines blogs sei erwähnt, dass er hier postende 21-jährige user "superman" jener "Nick", ist, de mir hier das blog zugemüllt hat. Hier als "Nick" und angeblicher ehemaliger Fallschirmjäger, dort als Superman und angeblicher ehemaliger Feldjäger. Wie man auf der Seite sehen kann, wird dort zum Halali geblasen...
Zum Halali bläst auch die Station 13 mit diesem Osterwunsch von Poster "Arthur" scroll downwards.
Wie sich die Station 13 im Muslime-fertigmachen übt, kann hier bestaunt werden. Mir ging es zu während der 14 Tage, die ich mal unter dem Nick "blackmamba" versucht habe, mit diesen Leuten zu reden, nicht besser.
Das ist die schmutzige "Vorhut" der Islamkritik, die, während die etablierten sich noch im Hintergrund halten, die Drecksarbeit macht. Was "geht", wird dann von den Etablierten übernommen.

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tp

Mittlerweile gibt es die Reaktion von PI auf die Artikel des Herrn Engelke, und Herrn Engelkes Reaktion auf die Reaktion. Dazu bei Arne_Hoffmann: Argumentation, Schlammschlacht, Gewalt:

Die Auseinandersetzung des Telepolis-Autors Bastian Engelke mit dem rassistischen Internetblog „Politically Incorrect“ hat zu den erwartbaren Reaktionen geführt. Jetzt antwortetEngelke darauf.

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update am 05.03.07
Heute erschien eine wirklich lesenswerte Synopse über die neuesten Entwicklungen bei Telepolis:

Bastian Engelke
schreibt am 05.03.2007
Wieder diskutieren westliche Intellektuelle über den richtigen Umgang mit islamischen Migranten. Sollten sie eines Tages zum bewaffneten Kampf aufrufen, stünden Freiwillige längst bereit – in Weblogs wie "Politically Incorrect" feiern sie den neuen Rassismus , für mehr dem obigen Link folgen - und bis in den Kommentarbereich durchhalten. Ich denke, das wird noch ein weiteres Echo haben.

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update am 13. August 2006 22:00

word2go hat heute noch einmal zum Thema Stellung genommen und einen wichtigen Artikel zum Thema verröffentlicht:

PRESSEFREIHEIT ODER VOLKSVERHETZUNG?
Filed under: Politisches, Panorama - word2go @ 8:04 am

Nachdem das Thema „Politically Incorrect“ in den letzten Tagen endlich auch Wogen in den höheren Rängen der Bloggerliga erzeugt hatte und sogar eine Art Unterstützerliste initiiert wurde, ist es nun wieder ruhiger geworden um das „politisch inkorrekte Weblog in Deutschland“. Wie zu erwarten war, versandete die Kampagne zum Einen in der kritischen Selbstreflektion – diesmal in der Debatte von Meinungsfreiheit wider Political Correctness – zum Anderen zeigte sich wieder einmal eine Protestkultur, die der Blogosphäre innezuwohnen scheint: man erleichtert sein Gewissen, schließt sich dem Protest an und sonnt sich dann im Glücke des gezeigten guten Willens. Das soll kein Vorwurf sein, denn in anderen Fällen kann man über dieses Verhalten schon mal hinwegsehen, diesmal jedoch nicht. Das Thema PI ist zu wichtig, als das man es „abnudeln“ und dann ad acta legen darf. Es geht ja letztendlich um nicht Weniger als die Frage, wie wir als liberale Demokratie mit der Bedrohung durch den globalen, islamistischen Terrorismus umgehen wollen, eine Frage, die unmittelbar mit unserem Verhältnis zu unseren muslimischen Mitbürgern verknüpft ist:

Wollen wir zur Rettung der Freiheit unsere liberalen Grundsätze opfern und repressiv gegen die muslimische Minderheit in Deutschland vorgehen oder wollen wir unser liberales System bewahren, indem wir auf Dialog mit den moderaten Muslimen setzen?
Für mehr geht es hier lang.

Dann wird wohl jedem klar, daß hier nicht die neidzerfressene Linke denunziert...


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update am 6. August 2006 14:35

Bluejax hat noch mal ein längeres statement eingestellt, mit dem ich durchaus was anfangen kann:


PI-Diskussion: Ein Aufruf zur Besonnenheit – Die Intentionen eines friedlichen Menschen

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal explizit darauf hinweisen, dass es mir nicht darum geht, eine Publikation (oder ein Weblog), welches eine andere Meinung und politische Einstellung vertritt mundtot zu machen und verbieten zu lassen!

Nein, wer meine diesbezüglichen Artikel aufmerksam gelesen hat, der wird festgestellt haben, dass ich die Meinungs- und die Pressefreiheit, wie überhaupt das gesamte Grundgesetz, respektiere. Aber das heißt nicht, dass man alles, was - in diesem Fall von PI – geschrieben und veröffentlicht wird tolerieren muss. Und erst recht nicht, wenn man persönlich das Gefühl hat, dass nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks, sondern auch die Grenzen der gesellschaftlichen Ordnung überschritten oder gar eingerissen wurden!

Dialog statt Diskurs!
Rassistische Tendenzen kann, will, darf und werde ich nicht so einfach schweigend hinnehmen! Ganz besonders nicht, wenn sie in Angst, Hass und Unfairness münden. Wen das stört, der sollte die Funktionen dieses Weblogs nutzen und mit mir in einen fairen und respektvollen Dialog treten. Man sollte mir meine Bestrebungen um Toleranz und GEGEN Fremdenfeindlichkeit nicht negativ auslegen. Wer sich fälschlicherweise angegriffen fühlt, darf mir dies gerne mitteilen. Ihr habt mein Versprechen, dass ich bereit bin offen und ehrlich aber auch mit Respekt mit euch zu diskutieren. Gerne lasse ich mich bei Fehlern meinerseits eines Besseren belehren. Kein Mensch ist unfehlbar!

Wer den ganzen Artikel lesen will, hier lang.

Wenn das ginge, wäre das ja schön, aber ich habe da so meine Zweifel. Aber auch ich lasse mich gerne eines besseren belehren...


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update um 20:50:
Gefunden bei no_pipi_small

(aufs Bild klicken).


update 4. August 2006, 19:25:


Hier kommt erstmal noch ein wenig hardcore: http://my-remove_blog.de/politicallyincorrect/art/4034522/#comm,
aber das verlinkte Video nicht angucken, das ist garzuschröcklich , natürlich alles unter dem Vorwand der Verteidigung der Homosexuellen. Dabei ist schwul in diesen Kreisen eindeutig bäh.

hier ein Thema, daß dermaßen obsessiv durchgenudelt wird, daß man den phantasierten Neid auf die Möglichkeiten förmlich riechen kann:
http://myb_remove_log.de/politicallyincorrect/art/4087089/#comm
http://myb_remove_log.de/politicallyincorrect/art/4061793/#comm

Falls es jemand noch nicht weiß: ich hatte dazu hier mal im Zusammenhang mit der Hirsi-Ali-Affäre was geschrieben, nämlich, daß die Sauerei in den Köpfen derer stattfindet, die sie anprangern. Dazu hier ein hervorragender Text über Religionskritik im Gewande der Pornographie,


Aber jetzt mal Erholung für's Hirn - Virtuelle Klansmänner von Ulysses. Auf's Bild klicken. Lesebefehl:
klan-20060804120221
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update 4. August 2006, 14:25:

mittlerweile habe ich meine Linkliste aktualisiert, den Kommentar von Gregor Keuschnig gelesen und das, was einige Blogger geschrieben hab en. Um es gleich vorweg zu sagen: ich denke nicht, daß so eine Protestaktion wie die von Tom's Diner zielführend ist, außer, daß einige sich eventuell besser fühlen - wir haben was gemacht, "unsere Stimme gegen...". Allerdings dürfte das unsere Freunde relativ wenig jucken, das kann man nämlich locker aussitzen - insofern liegt Don Alphonso mit seiner Kritik garnicht mal so daneben. Auch das, was Gregor schreibt, daß man alles vermeiden sollte, was unter dem Strich nichts als Werbung bringt, ist ja durch mehrere Vorschläge schon beantwortet worden. Das "Niederlinken" ist nicht die schlechteste Idee, aber dabei darf man nicht stehenbleiben, auch nicht bei den Emotionen, so verständlich die im Einzelnen sind. Sonst können wir uns nämlich schon heute die Postings, die dann kommen - und z.T. auch schon gekommen sind - selber schreiben: Schießbudenfiguren (O-Ton), Dhimmis, Neid, für CA vielleicht noch ein F***e dazu.

Ich denke, jetzt zunächst sollte die Diskussion mal strukturiert werden, und es wäre vielleicht nicht das Schlechteste, das mal auf maximal 3 Leute zu beschränken. Mein Vorschlag wäre Wirres, Bluejax und Daniel, evtl noch Hophnung, das sollte es aber schon gewesen sein. Dann sollten wir uns - moderiert durch die Obengenannten - folgendes überlegen:
  • Was stellen wir fest?
  • Wie bewerten wir das?
  • Was ist zu tun?
Wenn wir das haben, können wir weitersehen. Was ich dann weiter vorschlage: Eine Plattform, wie seinerzeit der "Streikblog", eventuell passwortgesichert, obwohl das ja bekanntermaßen auch kein Allheilmittel ist. Ich bin ja mal gespannt.

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Wie ja schon sattsam bekannt, haben bestimmte weblogs, die man früher mals als konservativ achten konnte, in letzter Zeit jedes Maß verloren und greifen in ihrem Haß zu jedem Mittel.
Als sie nur lediglich konservativ waren, habe ich sie auch verteidigt, und daß ich das damals gemacht habe, dazu kann ich heute noch stehen. Den entsprechenden eMail-Austausch mit Stefan Herre habe ich heute noch. Was mich damals dazu bewogen hat, kann man in diesem Buchauszug nachlesen:
travers (pdf, 1,154 KB)
Ich bin weißgott die Freundin einer harten Klinge, wenn es sein muß, aber irgendwo muß es eine Grenze gegen.
Die wurde für mich hier zum ersten Mal verletzt, was mich dann dazu bewog, in Zukunft mit diesen Kreisen das Gespräch nicht mehr zu suchen.

Und das wollte ich dann eigentlich als mein Abschluss-Statement verstanden wissen. Aber ganz so einfach ist das nicht, denn - wohl nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem jetzigen Israel-Krieg radikalisert sich diese Szene weiter.

Unseliger Vorreiter ist das weblog "Politisch Inkorrekt", aber es gibt auch andere, die sich mittlerweile keinen Zwang mehr auferlegen. Im Grunde genommen vergießt so mancher seine Pixel dagegen, und man war sich einig in seiner Einschätzung. Jetzt scheint Herr Herre allerdings überzogen zu haben:

paule

Das dazugehörige Bild wurde mittlerweile entfernt, aber wie Ihr seht, fordert Stefan Herre dazu auf, ihm mehr solche Beiträge zu schicken, und schreckt auch vor einer solchen Aufforderung nicht zurück:

claudia-roth.
Da soll also jemand Claudia Roth stoppen...

und es wird noch besser:

heidi
Ich bin weißgott kein Fan von Frau Wiczorek, aber sie ist immerhin Ministerin im amtierenden Kabinett.

Was mich besonders erschreckt, ist, daß jetzt auf besagtem blog die "Spürnasen" überhand nehmen und vollkommen außer Rand und Band geraten sind. Das erinnert mich verdammt an die zwanziger jahre, als eine Pressekampagne gegen den damaligen Außenminister Rathenau, die in seiner Ermordung endete: "Schlagt tot den Walther Rathenau, die gottverdammte Judensau." Womit sich der Kreis schließt, denn erstens war er von den Lesern der "Protokolle" als aktueller Anführer der Jüdischen Weltverschwörung gebrandmarkt worden, zum zweiten habe ich mich zum Zusammenhang zwischen Antisemitismus und allgemeiner Menschenfeindlichkeit ja schon geäussert.

Mittlerweile gibt es Protest im Netz:
Das weblog "bluejax" hat drei bemerkenswerte Beiträge dazu veröffentlicht:
am 16. März,
am 31. Juli und aktuell
heute, da sich mittlerweile ein Protest formiert.

Die Blogger Daniel und hophnung haben sogar Morddrohungen erhalten.

Mittlerweile sind verlinkt:
wirres,, politschinkompetent, Don Alphonso, , Dr. Dean, ,Weltregierung, bluejax,, artur,, neun12, curious creatures, basicthinking, bembelkandidat,, woschod, gebloggte Welten, Neoanarchie, Revirement, der linksbote., Sandhexe, hophnung somluswelt, Waldschratt,Martina Kausch Streikblog, Sapere aude, xdest,krylor,Haseler,Ostblog,Blindtext,dailymo,Buchfinder,Duronium, Skulpturfabrik, ulysses, , rtfmJan Schejbal

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Samstag, 31. März 2007

Replik aus der Vergangenheit

heisst ein sehr guter Text, den Citronengras dokumentiert.
Er leitet ihn ein wie folgt:
Folgender Auszug aus einer Medienanalyse von Mark Terkessidis ist zwar schon fünf Jahre alt, eignet sich aber trotzdem gut als Erklärungsversuch für den aktuellen “SPIEGEL”.
für mehr hier lang.

Zu dem, was der Spiegel da letzte Woche verbrochen hat, gibt es, wie ich ja schon geschrieben habe, nur eine Herangehensweise: Bullshit-Bingo.

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Samstag, 18. November 2006

Die wirklichen Horrortürken

Das hat Carla im Kommentarbereich geschrieben:
Der Mittelstand hat weitaus mehr Angst vor einer Betriebsprüfung durchs Finanzamt, dem Antidiskriminierungsgesetz in der Praxis und dem Überschreiten der Kreditlinie als vor türkischen Steuerberatern und freut sich geradezu über Finanzberater, die helfen, das Geld richtig anzulegen, falls noch welches vorhanden sein sollte und da ist die Herkunft egal, Hauptsache er oder sie machen einen guten Job, aber vermutlich meinst Du das, was die FES als "bedrohte Arbeitnehmermitte" versteht.
Hier ist eine Ausschnitt aus der sehr guten Dokumentation "Ein Döner für Schimanski", der beschreibt, wie das Leben in Marxloh floriert durch die Migranten. Ich habe den Ausschnitt über die Finanzmanagerin Elif Saat (die auch im Vorstand der neuen Moschee ist) und den Steuerberater und Immobilienmakler Selgün Calisir genommen, der sich jetzt sein Traumhaus baut. Seine Frau ist ebenfalls selbständige Geschäftsfrau:

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ich meine in der Tat diese "bedrohte Arbeitnehmermitte". Und auch für das abgehängte Prekariat muß es doch bitter sein, selbst als Konsument nicht mehr interessant zu sein. Und Frau Saat verkauft an ihre Landsleute Bausparverträge und Wertpapiere.

Hier ist ein Zitat aus einer entsprechenden Diskussion bei Politikcity:

die 1.generation-wollte wieder zurückkehren und war nie mit dem gedanken gekommen zu bleiben.
die 2.generation-war in zwei lager aufgespalten und etwas planlos.
die 3.generation-hat sich zu 80% entschieden hier zu bleiben(intregration) und verhält sich danach.
die 4.generation(80%)-wird vollständig intregriert und assimiliert sein.demnach auch sehr gebildet,ausgebildet.die restlichen 20% werden zurückkehren.


und ein statement über eigene Erfahrungen:
Die 1. generation der Türken in Deutschland, sind fast ausschliesslich bauern. In der 2. generation haben es sehr wenige geschafft einen abitur zu machen. Aus ganz einfachem grund, weil die eltern überhaupt keine ahnung über die schul möglichkeiten hier in deutschland wussten. Ich z.B. habe nie kindergarten besucht. Noch schlimmer war es für mich, das ich 1-3 schuljahr eine türkische klasse mit einem türkischen lehrer hatte.
Jetzt habe ich 2 kinder. beide sind gymnasiasten. Die kinder meiner geschwister bis auf 2, sind auch gymnasiasten.
Die 2. generation türken hatten sehr wenig chance. Mit der 3. generation ist es schon viel besser geworden.


Somit denke ich, daß das Geschwätz über die Migranten, die "in die Sozialsysteme einwandern" eher ein Stoßgebet ist, daß es doch so sein möge.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Aktualisiert: Stürmer-Sprech bei den Islamophoben oder: Dhimmis sind die, die den Musels hinten rein kriechen

update vom 31.10.06

Da sich hier auch nach zwei Monaten noch jemand mit Gesprächsbedarf gemeldet hat, ziehe ich den Artikel hier noch mal nach vorne.

Und das ist dann auch der richtige Zeipunkt, vom Kampf meines Lieblingsblogs gegen das Dhimmitum in Gestalt von Fernsehen, Scholl-Latour etc zu berichten. Schließlich haben die Mohammedaner keinen Respekt vor den Toten. Und waaaas die so alles anstellen, wei? unsere Fachfrau ganz genau (3. Absatz) - hier der shot:
Eussnershot

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update vom 26.08.06:

ein schönes Beispiel dafür, daß, wenn ein Thema in der Blogosphäre "geht", es den Weg in die etablierten Medien schafft, und so ist der Begriff "Dhimmi" in seiner Neusprech-Variante jetzt in der Welt zu bewundern. Die Herrn Maxeiner und Miersch veröffentlichen in der "Welt" eine Dhimmi-Liste , wo man alles...siehe Überschrift. Jaa, es ist furchtbar, so verdhimmifatzt sind wie schon. Best of:

Die DRK-Klinik in Hannover richtet eine eigene Abteilung für Muslime ein. Hier der link.
Entsetzlich. Und noch schlimmer: es gibt sogar eine Kurklinik im Weserbergland, da können Türken (ist doch alles dasselbe - Türken = Araber = Perser und der ganze Rest...) mit türkischem Personal Bomben bauen Ihre Arbeitsfähigkeit wiederherstellen lassen, denn die haben sich durch ihre Arbeit hier doch tatsächlich - unfassbar! - darauf Ansprüche erworben.
Jedem, der sich nur ansatzweise mit der Situation im Gesundheitswesen beschäftigt, ist bekannt, daß jedes Haus einen Profit erwirtschaften muss durch Auslastung der Betten. Kann es nicht sein, daß sich die Betreiber der Weserberglandklinik von rein ökonomischen Gesichtspunkten haben leiten lassen? Und wem bitte schadet es, wenn Erkenntnisse der Ethnomedizin weiterhin in unser Gesundheitswesen einfliessen, ist doch die Geschichte der Traditionellen Chinesischen Medizin (u.a. Akupunktur!!!) hier schon lange eine Erfolgsgeschichte.

Ein Kaufmann aus Senden wird zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er das Wort Koran auf Klopapier druckte. Der italienische Minister Roberto Calderoli muss zurücktreten, weil er ein T-Shirt mit dänischen Mohammed-Karikaturen getragen hatte.

So, man darf keine Koransuren auf Klopapier drucken? Voll gemein das, wäre es doch ein großartiger Beitrag zur Entwicklung unserer Kultur gewesen, und ich sehe hier noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten; ich sehe hier keinen Gegensatz zum Entweihen von beispielsweise Thora-Rollen, über die so mancher der Verteidiger jenes "Künstlers", der eigentlich doch nur ein verbitterter marginalisierter und am Leben gescheiterter Mann ist, im Zusammenhang schon nachgedacht hat.
Und Minister Calderoli wird sogar in der Welt mit einer Blütenlese seiner gewaltbereiten, homophoben und rassistischen Sprüche gewürdigt. Was Herr Calderoli sonst - z.B. zur französischen Fussballnationalmannschaft für Ansichten hat, kann man hier nachlesen.

Calderoli_with_Muhammad_Tshirt

ja, wenn es so unabdingbar ist, Klopapierrollen mit Koranversen zu bedrucken, was hält die Herren Maxeiner und Miersch ab? Die könnten das doch in wesentlich größerem Stil und zum Vertriebsweg fiele selbst mir jetzt ad hoc was ein.

Der Betreiber eines norddeutschen Internet-Providers kündigt einem Kunden, der die Mohammed-Karikaturen auf seine Website gestellt hatte.
Was hatte er denn sonst noch auf der website? Auch snuff-Pornos?

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé veröffentlicht Zeitungsanzeigen in Saudi-Arabien mit dem Text: "Wir sind Schweizer, keine Dänen.
Vielleicht lediglich gesunder Geschäftssinn? Warum haben die Herren dann nicht das Kreuz und rufen zum Boykott der Nestlé-Produkte auf?

So geht das die ganze Liste runter. Auf einem meiner Lieblingsblogs wird gesagt, die Liste sei noch viel zu kurz: Stimmt. ich habe noch einen:

Dhimwit1
(FrontPage)

Hier wird der - übrigens jüdische - Vater von Nick Berg verspottet, weil er nicht zu Hass und Rache aufruft, sondern zur Versöhnung. Mit so einem Gimmick auf der Liste ist man doch im Kampf gegen das Dhimmitum ganz weit vorne, oder?

Und warum?

Vater Berg kandidiert für die amerikanischen Grünen, die hier als "Wassermelonen", d.h., "eigentliche" Kommunisten vorgestellt werden. Vater Berg wird als jemand vorgeführt, dessen Werte "inverted", also vollkommen falsch sind. Also: Islam=Grün=Grüne=Kommunisten. So schließt sich der Kreis.

Minister Calderoli bezeichnet die Grünen als KuKluxKlan. So schließt sich noch ein Kreis.

Andere hatten eigentlich unter dem aktuellen "Klan" etwas anderes verstanden (auf das Bild klicken):

klan-20060804120221

und hier frisch von heute mein von Carla sogenannter "Lieblingsblog" - oder: Kommentarbereich ausser Rand und Band. Auflösung des türkischen Bilderrätsels dort.

37869

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Nachdem dieser Artikel doch immerhin so erfolgreich war, daß er von einigen bloggern empfohlen und verlinkt wurde, in meiner Zugriffs-statistik in Nullkommanix auf den 4. Platz geschossen ist, und CSI-Wanne-Eickel heute ca 50mal darauf zugegriffen hat (Danke an Karl, keksbrösel und all die anderen, lieben...) und ich außerdem noch eine gute Satire gefunden habe, habe ich ihn hier noch mal reloaded. Enjoy.

So, wie oben zitiert, könnte man meinen, lautet die Definition eines eigentlich historischen Begriffes, wenn man sich die notorischen Islamhasser-Blogs anschaut. Jeder, der sich nicht in eine zunehmend modisch gewordene Denunziation von allem, was unter dem Stichwort „Islam“ firmiert, einspannen lässt, jeder, der nicht in den Chor mit einstimmt, nach dem sich alles eins ist: Araber, Türken, Perser, al-Qaida, Ehrenmord, Zwangsheirat… ist ein Dhimmi. Jeder, der in Zeiten zunehmender Anti-Islam-Hetze (ich sagte: H e t z e, nicht Kritik) zur Besonnenheit mahnt ist ein Dhimmi. Am liebsten auch jeder, der auf einem multikulturellen Stadtfest erscheint, jeder, der mit den Schwarzhaarigen befreundet ist, oder sich auch nur mit ihnen sehen lässt. - Wie stand doch auf dem Schild, das frau nach 1933 um den Hals trug? „Ich bin am Ort das größte Schwein, ich lass mich nur mit Juden ein.“

So widmet man Begriffe um, so erschafft man Neusprech. Das Wort ersetzt so manches Etikett früherer Zeiten: den stalinschen „Kulaken“, den „soft on communism“ der McCarthy-Ära, und den „Judenfreund“ der Nazizeit.

Welche Funktion das hat, das untersucht Huib Riethof, ein in Brüssel lebender niederländischer Historiker, der in mehreren Sprachen mehrere ganz ausgezeichnete blogs betreibt (die ich ausdrücklich empfehle und auch bei mir verlinkt habe) in seinem französischen Blog in einem Beitrag, den ich mit seiner Erlaubnis hier übersetze:

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Hier ist das Original

Die neue Hexenjagd: Dhimmis

Ich hatte mehrere Gründe, mich mit der neuerdings bei rassistischen und fremdenfeindlichen Bloggern so beliebten Umwidmung des Wortes „Dhimmi“ zu beschäftigen: dem Gebrauch des Begriffs für jene, die nicht 100% übereinstimmen mit deren Axiom, dass jegliche Rücksichtnahme auf Muslime ja eigentlich Hochverrat ist.

Zuerst einmal: historisch gesehen ist ein „Dhimmi“ ein Mitglied einer Minderheit in einem muslimischen Land, toleriert sowohl in religiöser als auch in wirtschaftlicher Hinsicht unter Bedingungen, die sich von Land zu Land und von Epoche zu Epoche unterscheiden. In Epochen relativer Toleranz hatten die Dhimmis die Tendenz, sich mit Land und Schutzherren zu identifizieren. Dies ließ sie dann ihre aus andern Ländern kommenden Glaubensgenossen verachten, die von muslimischer Toleranz nichts hören wollten und all dem misstrauten. Man kann diese verächtliche Haltung mit jener der deutschen Juden vor 1933 vergleichen, die sich in oft aggressiver Art und Weise mit Deutschland identifizierten und sich so beispielsweise angewöhnt hatten, die polnischen Juden zu verachten, die eine Menge Gründe hatten, vorsichtiger als sie zu sein.

Das Wort „Dhimmi“ in seiner neuen Bedeutung transportiert somit die gesamte Verachtung, das Betrachten von allem als potentielle Gefahr, was die „Dhimmi-Haltung“ ausmacht - Rücksichtnahme auf einen, der „soft on communism“ ist, bestenfalls naiv, aber genauso: Verräter, potentielle Gefahr, Spion, Agent.

Nun ist das Wort im modernen Sprachgebrauch angekommen. Seit mehreren Jahren existiert eine US-Naziseite namens „dhimmi-watch“. Die Autoren denunzieren jeden, der in ihren Augen Schwäche zeigt – im „Kampf der Kulturen“, wie sie ihn sehen. Der Gebrauch des Wortes in diesem neuen Sinn ist in der letzten Zeit in der Blogosphäre nahezu explodiert. Dies wurde mit provoziert durch die Diskussionen über die dänischen Kariakturen und die Reaktion darauf in den muslimischen Ländern.

Auch wenn ich meine, dass auch dieser Gebrauch des Wortes „Dihimmi“ durch die Meinungsfreiheit geschützt ist, so kann mich das doch nicht davon abhalten, ihn zu beobachten und zu kommentieren.

In einer Anzahl von Staaten Europas, so wie Dänemark, den Niederlanden und Österreich, ist es fast schon üblich, dass man sich unter jenen, die sich für Intellektuelle halten darauf verständigt,, sich mit dieser neuen, fremdenfeindlichen „political correctness“ (die sich in Deutschland „political incorrectness“ überschreibt...Anm.BB) zu identifizieren.

Die Denunziation all jener als Verräter, „Judenfreunde“, verachtenswerte Typen, die in den Debatten ein Mindestmaß an Zivilisation und gesittetem Verhalten aufrechterhalten wollen, führt all jene populistischen Methoden wieder eine, die sie – kunterbunt durcheinander – von Stalin (Kulaken), McCarthy (soft on communism) und Julius Streicher übernommen haben.

Meine kleine Umfrage zum Missbrauch des Wortes „Dhimmi“ auf Technorati führte zu folgendem Ergebnis:

Posts that contain Dhimmi per day for the last 30 days.
Technorati Chart
Get your own chart!

Seit Anfang Februar nahm der Gebrauch des Wortes „Dhimmi“ spektakulär zu. Insgesamt enthielten während meiner Umfrage 4.725 blogs das Wort „Dhimmi“. Die meisten der blogs gebrauchten es in einem abwertenden Sinn, eine Minderheit missbilligte den oben beschriebenen Gebrauch. Einen neutralen Gebrauch habe ich nirgends gesehen.

(ZurGeschichte der Dhimmis) ist es sicherlich erwähnenswert, daß der im 12. Jahrundert wirkende, große jüdische Philosoph Maimonides ebenfalls ein Dhimmi war.
Vertrieben aus dem Land seiner Geburt, Andalusien, dem Land des außergewöhnlichen Zusammenlebens zwischen Muslimen, Christen und Juden, al-Andalus, bedroht im Süden durch berberische Muslim-Fundamentalisten und im Norden durch spanische Christen- Fundamentalisten, floh er nach Ägypten, in die Nähe von Alexandria. Dort war er der Repräsentant der lokalen Dhimmis gegenüber den Behörden und publizierte - frei - seine medizinischen und philosphischen Werke in Arabisch und Hebräisch.

Posts that contain Religion Of Peace per day for the last 30 days.
Technorati Chart
Get your own chart!

Falls Ihr jetzt selber Lust habt, die Entwicklung des "Dhimmi" in Bloggistan zu verfolgen, könnt Ihr auf diesen Link klicken: Dhimmi-abuse-watch. Technorati wird euch dann ein Update der nebenstehenden, vom 18. Februar stammenden Tabelle geben.

Nachtrag von mir:
Hier ist die aktuelle Tabelle:
Posts that contain Dhimmi OR Djimmi per day for the last 30 days.
Technorati Chart
Get your own chart!

Nachtrag am 22.05.06:
Hier ein Beispiel nach dem Motto: Goethe ist tot, Schiller ist tot, und Raddatz und mir ist auch schon ganz schlecht.

Nachtrag am 03.06.06
Im Netz steht eine köstliche Satire:

Es war einmal…im rechts-konservativen Wolkenkuckkucksheim - Teil I

Es war einmal…

Wir schreiben Mitte Mai 2006. In einem virtuellen Hinterzimmer der Blogosphäre treffen sich zahlreiche Macher diverser Blogs. Ein dringendes Problem ist zu lösen. Getrieben von Dhimmitum, unterwürfiger Toleranz und heimlicher Bewunderung gegenüber den "Musels", Kinderschändern, Homosexuellen, Familienzerstörern, Hippies, linken Chaoten, Abtreibern, Atheisten, Jüngern des Kalifats in Europa und sonstigen, die bunte Peter-Pan-Welt der Konservativen zerstörenden Gestalten, beraten die Herren nur einen Punkt: Wie kann der ach so politisch unkorrekte Blog PI fertig gemacht werden?

Er ist zu mächtig und bedeutend geworden. PI stellt das letzte Bollwerk gegen
den Islam

Dienstag, 23. Mai 2006

Klasse! Die Affäre Hirsi Ali hat auch höchst positive Ergebnisse

Die neuesten Wendungen:
734000-s-120-x120-1
Parlament will Untersuchung von Einwanderungsakten.
"Das läuft gut"kommentiert ein niederländisches Weblog und beruft sich aus eine Meldung aus dem Telegraaf von heute:

Alle Akten von Ausländern, denen seit 1989 der Pass unter gleichen Umständen wie Ayaan Hirsi Ali entzogen wurde, müssen untersucht werden. Darauf einigte sich eine Parlamentsmehrheit von CDA, VVD und D66, die wollen, daß Integrationsministerin Rita Verdonk diese Akten untersuchen läßt. Verdonk muß somit geschätzte mehrere hundert Akten noch einmal prüfen. Dazu sagte CDA-Parlamentsmitglied Mirjam Sterk: "Das wäre doch verrückt, wenn diese Nachprüfung alleine für Ayaan gelten würde."...

Ich lach' mich schlapp. Jetzt haben mehrere Hundert wegen LügenUnstimmigkeiten im Asylantrag Ausgewiesene Anspruch auf eine neue Einzelfallprüfung. So hat Frau Magan die repressive Ausländerpolitik vor die Wand gefahren.

Wenn das kein positives Ergebnis ist...

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Auch wenn ich im Moment nicht so häufig online...
bigberta - 8. Feb, 18:00
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The Editrix - 8. Feb, 09:32
Das müsste dieser...
hab ich von der Seite: http://www.flylady.net/joi n.asp da...
bigberta - 6. Mai, 21:41
Unter welchem Link kriege...
Unter welchem Link kriege ich denn die tägliche...
bar911 - 6. Mai, 20:54
Verstehe ich jetzt nicht.
Vielleicht solltest Du ganz einfach Deine Anmeldung...
bigberta - 5. Mai, 16:30

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